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Frauen klagen Ungleichbehandlung an

Hemmingen-Westerfeld Frauen klagen Ungleichbehandlung an

Auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten der Städte Hemmingen und Pattensen haben einige Frauen gestern beim sogenannten Equal Pay Day auf die die Ungleichbehandlung im Beruf zwischen Männern und Frauen hingewiesen.

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Kerstin Liebelt von der SPD unterhält sich in der Ladenpasaage des Real-Marktes in Hemmingen mit Paul Skulski über den Equal Pay Day.

Quelle: Daniel Junker

Hemmingen-Westerfeld. Bis zum gestrigen Tag haben die Frauen in Deutschland in diesem Jahr umsonst gearbeitet - wenn es um den Vergleich des Verdienstes von Männern und Frauen geht. Denn Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt rund 21 Prozent weniger als Männer - das sind aufs Jahr gerechnet ganze 77 Tage. Dieser Tag war gestern. Er wird als Equal Pay Day bezeichnet - was übersetzt soviel bedeutet wie "Tag der gleichen Bezahlung".

Um auf diese Ungleichbehandlung hinzuweisen, haben die Gleichstellungsbeauftragten von Pattensen und Hemmingen gestern Nachmittag zusammen mit Vertreterinnen aus dem Hemminger Rat rote Einkaufsbeutel mit dem Aufdruck Equal Pay Day in der Ladenpassage des Real-Marktes in Hemmingen-Westerfeld verteilt - Männer aus dem Rat waren übrigens nicht dabei, obwohl auch sie zu der Aktion eingeladen waren.

"Die Roten Taschen sind ein Symbol für die roten Zahlen im Portemonnaie", beschrieb Diana Sandvoß, Gleichstellungsbeauftragte in Hemminger, die Aktion. "Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass klassische Frauenberufe immer noch deutlich schlechter bezahlt sind als andere Berufe." Und nicht nur das: "Die Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen sind weiterhin viel zu gering", ergänzte ihre Pattenser Kollegin Heike Grützner. Zudem müssten sie häufig in Teilzeit wieder in den Beruf einsteigen, nachdem sie ein Kind bekommen haben. Bei Männern sei das seltener so. "Das liegt auch daran, dass sie meist mehr verdienen und deshalb eher wieder in Vollzeit arbeiten müssen, um die Familie zu ernähren", sagte Ulrike Roth, die für die Grünen im Hemminger Rat sitzt.

Die schlechtere Bezahlung wirke sich im Alter besonders aus. "Was jetzt am Lohn fehlt, das fehlt später auch bei der Rente", sagte Sandvoß. "Deshalb trifft Altersarmut insbesondere Frauen." Die Benachteiligung habe zudem Auswirkungen auf die demografische Entwicklung, ergänzt Susanne Wienigk-Andreas von der SPD-Ratsfraktion. "Viele Frauen wollen erst gar keine Kinder bekommen, weil sie dadurch benachteiligt wären."

Die Aktion kam übrigens nicht nur bei Frauen gut an. "Es sollte sich jeder darüber Gedanken machen", sagte Paul Skulski. Er selbst kenne zum Beispiel Altenpflegerinnen. "Sie haben einen sehr harten Job, können aber kaum davon leben. Ich finde es sehr wichtig, dass darauf aufmerksam gemacht wird."

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Diana Sandvoß (Gleichstellungsbeauftragte Hemmingen, von links), Heike Grützner (Gleichstellungsbeauftragte Pattensen), Kerstin Schönamsgruber (SPD-Ratsfrau), Susanne Wienigk-Andreas (SPD-Ratsfrau), Ulrike Roth (Grünen-Ratsfrau) und Kerstin Liebelt (SPD-Ratsfrau) verteilen die Roten Equal-Pay-Day-Taschen in der Ladenpassage des Realmarktes in Hemmingen-Westerfeld.

Quelle: Daniel Junker

Von Daniel Junker

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