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Ganztagsschule wird 2016 Topthema

Hemmingen-Westerfeld Ganztagsschule wird 2016 Topthema

Für Claus Schacht (60) war 2015 das erste komplette Jahr in seiner nunmehr dritten Amtsperiode als Hemminger Bürgermeister. Seit Dezember 1997 ist er Verwaltungschef und Vorgesetzter von heute rund 300 Mitarbeitern. Redakteur Andreas Zimmer sprach mit ihm über die vielen Veränderungen in Hemmingen, nicht nur durch die Ortsumgehung und Stadtbahnverlängerung.

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Bürgermeister Claus Schacht vor dem Hemminger Rathaus.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen. War 2015 ein gutes Jahr für Hemmingen?

Was heißt gut, was heißt schlecht? Es war ein abwechslungsreiches Jahr mit Höhen und Tiefen und auf jeden Fall ein arbeitsintensives Jahr, nicht nur wegen der Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge.

Sondern?

Nehmen Sie nur den 2015 begonnenen Bau der B3-Ortsumgehung und die Anbindung an bestehende städtische Straßen und Wege. Da ist sehr viel abzustimmen. Bürgerworkshops zur Neugestaltung von Arnum-Mitte laufen bereits.

Deren Ergebnisse...

...fließen in das Stadtentwicklungsprogramm ein, das wir neu auflegen. In Arnum wird sich vieles verändern. Der NP-Markt an der B 3 soll zu einem größeren Edeka-Markt werden. Die Alte Schmiede wird abgerissen, um Platz für Wohnraum zu schaffen. Auch der Lindenhof an der B3 in der Nähe der Wehrkapelle ist eine interessante Fläche. Ernst nehme ich die Einwände von Anwohnern,  denen dieses und jenes im neuen Generationenwohngebiet an der Bockstraße in Arnum missfällt. Dabei haben wir so viele Bürgerworkshops gemacht und viel diskutiert. Offenbar müssen wir noch mehr mit den Menschen reden und sie noch mehr erläutern.

In Devese war im Oktober der Auftakt zu mehreren Veranstaltungen zur Ortsentwicklung.

Auch diese Ergebnisse werden im Stadtentwicklungsprogramm gebündelt. Im Übrigen werden die Ergebnisse der Verkehrszählung vom September berücksichtigt.

Was hat sie ergeben?

Es hat sich gegenüber jener aus dem Jahr 2001 nicht viel geändert. Die Belastung auf den Strecken ist nach wie vor hoch. Auf der Basis der Verkehrszählung wird jetzt ein Verkehrsentwicklungsplan erstellt, der bis zum Jahr 2030 gelten soll.

Sie sagten vorhin, das Jahr sei arbeitsreich gewesen. Gehen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung auf dem Schlauch?

Es sind motivierte Leute, die ihre Arbeit ernst nehmen, auch in der dritten oder vierten Reihe, und es gibt viele neue und gute Mitarbeiter. Trotzdem ist ein Verschleiß erkennbar, weil die Belastung sehr groß gewesen ist. Aber ab nächstem Jahr gibt es Entlastung unter anderem durch den Koordinator der Flüchtlingshelfer und ab März mit einer neuen Leitung der Abteilung Soziales. Die Abteilungsleitung hatte bislang Fachbereichsleiter Sven Bertram.

Im Herbst war Thema, dass die Stadt die Wirtschaftsförderung neu aufstellen will. In dem Bereich ändert sich in der Verwaltung nichts?

Das gehört zur täglichen Arbeit, die unter anderem Thomas Dietmar wahrnimmt. Wir können gar nicht große Gewerbeflächen ausweisen, denn Hemmingen ist, was die Fläche betrifft, die kleinste Kommune in der Region. Wir müssen viel im Bestand optimieren.

Sie hatten Ende 2014 angekündigt, 2015 werde das Jahr der Konzepte.

Das wurde es: Radverkehrskonzept, Ortsentwicklungskonzept Devese, Haushaltssicherungskonzept, Tourismuskonzept für das mittlere Leinetal. Mit dem Kompromiss beim Medienentwicklungsplan, im ersten Jahr hat der Rat weniger Geld zur Verfügung gestellt als wir vorgeschlagen haben, können wir als Verwaltung gut leben. 2016 wird nun das Jahr der Umsetzungen. Vieles davon ist aber nicht gleich sichtbar.

Bitte nennen Sie ein Beispiel!

Wir gehen den Campus der KGS an. Erfreulicherweise hat bei den Haushaltsberatungen die Vernunft gesiegt. Man kann wie im März keine kommunalpolitischen Planspiele wie „Pimp Your Town“ machen und dann den Schülern sagen, dass am Campus nichts geschieht. Die Neugestaltung war einer der Kernpunkte. Die Schüler haben im Alltag das Gelände schon in Beschlag genommen. Dort fahren seit mehr als einem halben Jahr keine Linienbusse mehr, weil es die neue Buswendeschleife gibt.

Einer der Aufreger des Jahres waren die nicht abgeholten Restmüllsäcke. Das Problem stellt sich im Januar wieder, wenn der Abfallentsorger Aha ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch 2016er-Säcke mitnimmt und keiner mehr mit einer Aufschrift von 2015.

Wir gehen das gelassen und entspannt an.

Als im Januar 2015 die Telefone der Stadtverwaltung heiß liefen, war das aber anders.

Warten wir es ab. Entweder sammelt Aha die restlichen Müllsäcke ein oder die Stadt, wenn es sein muss.

Was werden 2016 die Topthemen sein?

Auf jeden Fall die Unterbringung und die Betreuung der Flüchtlinge. Aber das Thema soll nicht wie dieses Jahr über allem stehen, sondern gleichberechtigt neben allen anderen. Dann die B 3-Ortsumgehung und das Thema Ganztagsschule. Im Frühjahr lädt die Stadt zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein. Wir haben eine große Unkenntnis festgestellt und wollen die unterschiedlichen Modelle erklären.

Warum wird über eine Ganztagsschule diskutiert?

Es ist eine Mengen- und eine finanzielle Frage. Die Eltern möchten mehr Angebote in der Ganztagsbetreuung. Die Stadt kam dem bisher nach, aber die Kapazität ist erschöpft. Hemmingen hat jedoch einen Riesenvorteil: Alle Horte sind an den drei Grundschulen. Wer weiter in den Hort gehen will, kann das. Aber ehe neue Hortplätze geschaffen werden, könnte es auch ein gutes Angebot in den Klassenräumen geben. Das stellen wir zur Diskussion – ergebnisoffen.

Wie beim Jahresinterview 2014 dieser Zeitung wieder die Frage: Werden Sie nach Ablauf ihrer Amtsperiode 2021 nochmal kandidieren?

Mein persönliches Ziel ist es mit 65 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Ich habe dann 50 Jahre gearbeitet. 2021 wird es eine Frage der Gesundheit und der Akzeptanz sein.

Das hatten Sie 2014 auch schon geantwortet.

An der Antwort hat sich auch nichts geändert. Man kann diesen Job – von 10 bis 12 Stunden am Tag und oft an sieben Tagen in der Woche – nicht halb machen. Entweder ganz oder gar nicht.

Sie waren im Oktober drei Wochen zur Kur. Haben Sie seitdem etwas in Ihrem Tagesablauf geändert?

Die Kur war schon lange beantragt, kam aber genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich war gesundheitlich angeschlagen. Ich baue nun viel Sport in meinen Alltag ein. Das kann morgens sein, aber auch mal mittags oder spät abends, wann immer es passt. Ich mache kein Krafttraining mehr, sondern Bodyfit und Yoga, und ich kann wieder joggen. Das war zuvor sehr schmerzhaft. Sport ist für mich ein guter Ausgleich für den Job.

Bitte vervollständigen Sie zum Abschluss die folgenden Sätze. 2016 wird für mich das Jahr...

…, in dem ich zum ersten Mal nach New York fliegen werde und für Hemmingen hoffentlich ein gutes Jahr mit sichtbaren Veränderungen.

Die vom Bau der B3-Ortsumgehung gescholtenen Deveser...

...sind mir genau so wichtig wie alle anderen Hemminger auch, und ich freue mich auf die Jahresversammlung der Feuerwehr im Januar.

Mein Verhältnis zu den jetzigen Ratsfraktionen und -gruppen...

...würde ich als zielorientiert und professionell bezeichnen.

Die Kommunalwahl im September 2016...

….wird der Höhepunkt des politischen Jahres, bei dem die demokratischen Kräfte die Oberhand behalten, denn Rechtspopulismus und Ausländerhass haben in Hemmingen keine Chance.

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