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Große Piep-Show in Harkenbleck

Hemmingen Große Piep-Show in Harkenbleck

Schwalben finden immer seltner Scheunen und andere Gebäude zum Nisten. Christian Goltermann bietet rund 55 Paaren auf seinem Hof ideale Bedingungen für die Aufzucht des Nachwuchses. Dafür hat er nun vom Nabu die Plakete "Hier sind Schwalben willkommen" verliehen bekommen.

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Inge Scherber (links) vom Nabu verleiht Christian Goltermann die Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“.

Quelle: Zerm

Harkenbleck. Auf dem Hof von Christian Goltermann zirpt, schiept, zwitschert und flattert es. Immer wieder fliegen Mehlschwalben unter das Dach der Scheune und stopfen ihrem hungrigen Nachwuchs die weit aufgerissenen Schnäbel.

Rund 55 Mehlschwalbenpärchen ziehen auf dem Hof des ehemaligen Landwirts ihren Nachwuchs auf. „So etwas findet man kaum noch“, sagt Inge Scherber von der Nabu-Gruppe Hemmingen. „Denn leider sind so viele Schwalbennester an einem Gebäude inzwischen ein seltener Anblick.“

Die Zahl der Rauch- und Mehlschwalben nehme in Niedersachsen kontinuierlich ab. Von 1961 bis 2008 sei die Zahl der Paare von 240 000 auf 105 000 zurückgegangen, also um 75 Prozent. „Vielen Hausbesitzern machen die Tiere zu viel Dreck“, sagt Scherber. Außerdem fänden die Mehlschwalben wegen der vielen asphaltierten Straßen kaum noch Lehm, aus dem sie ihre Nester bauen.

Bei Christian Goltermann ist das anders. Der Hof des ehemaligen Landwirts liegt in unmittelbarer Nähe eines Naturschutzgebiets. Und für den Fall, dass die Schwalben einmal auf die Schnelle etwas Reparaturmaterial für ihre Nester brauchen, hat der 77-Jährige vorgesorgt. Auf dem Boden unter den Schwalbennestern hat er eine große Schale mit Lehm aufgestellt. „Daran können sie sich bei Bedarf bedienen.“

Die Schwalben wissen diesen Service offenbar zu schätzen. Denn sie kommen immer wieder. „Schwalben sind standorttreu und kehren an ihre Geburtsstätte zurück, wo sie dann selbst ihren Nachwuchs aufziehen“, erklärt Inge Scherber. Pro Sommer ziehen die Schwalben ein bis zwei Bruten mit jeweils vier bis fünf Eiern groß.

Auf dem Hof von Christian Goltermann brüten die Tiere bereits seit der Erbauung des Stalles im Jahr 1922 ihren Nachwuchs aus. Über Generationen hinweg kehren sie jedes Frühjahr wieder nach Harkenbleck zurück. Dafür nehmen sie eine lange Wegstrecke in Kauf. „Sie kommen aus Afrika und fliegen über die Wüste“, sagt Scherber. Und das ist nicht ungefährlich. In vielen Ländern werden die Schwalben bejagt. Zurück in Harkenbleck sind sie bei Christian Goltermann in Sicherheit. Denn der 77-Jährige liebt die Tiere, die er schon in seiner Kindheit an der Scheune hat brüten sehen.

Für seinen Einsatz für die Schwalben hat der ehemalige Landwirt vom Nabu die Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“ bekommen. Ebenso wie Familie Schrader aus Ohlendorf und Firma Wiku aus Arnum. „Wir hoffen, dass sich noch weitere Familien melden, die Schwalben ein Zuhause bieten“, sagt Scherber. Nur so könne die Zahl der Tiere in Niedersachsen wieder zunehmen.

Von Stephanie Zerm

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