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Biber und Wolf verursachen Schäden

Hemmingen Biber und Wolf verursachen Schäden

„Wolf, Biber & Co - die wilden Tiere kommen“, unter diesem Titel hatten für Montagabend die Hemminger Grünen ins Alte Schulhaus Hemmingen an die Dorfstraße eingeladen.

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Joachim Steinmetz (links) und Tonja Mannstedt (rechts) lauschen den Ausführungen von Konstantin Knorr zum Thema Wolf.

Quelle: Torsten Lippelt

Hemmingen. Moderiert von den Ortsvereinsvorsitzenden Joachim Steinmetz und Dorit Miehe berichteten beim inzwischen zwölften Abend der Veranstaltungsreihe „Grünes Stadtgespräch“ mit dieser Thematik regelmäßig Befasste von ihrer Arbeit. So erzählte die Laatzener NABU-Biberexpertin Tonja Mannstedt von inzwischen rund 130 bei der aktuellen Biberkartierung geschätzten Tieren im Gesamtlauf der Leine, zwischen Schwarmstedt und Gronau/Hildesheim.

Von den 37 Revieren liegen 8 im Stadt- und Stadtrandgebiet Hannovers, davon allein vier im Bereich Leine/ Alte Leine. „Und die Population wird sich weiter positiv entwickeln“, blickte Mannstedt darauf zurück, dass erst vor gut 10 Jahren der erste Biber wieder in der Region gesichtet worden war.

Von niedersachsenweit gegenwärtig bis zu 70 Wölfen in sieben Rudeln wusste Konstantin Knorr vom Wolfsbüro bei der Landesfachbehörde für Naturschutz zu berichten. Aktuelle Sichtungen oder Spuren von Einzeltieren habe es in den letzten Wochen beispielsweise bereits bei Hildesheim, Barsinghausen und Springe gegeben.

Unter den rund 30 Gästen des Abends waren auch eingeladene Jäger und Landwirte, die aus ihrer persönlichen und beruflichen Sichtweise die Rückkehr von Wolf und Biber kommentierten.

Sie begrüßten die Erweiterung der Tierwelt in der Region, wünschten sich jedoch, mit den damit zusammenhängenden Sorgen und Nöten nicht allein gelassen zu werden.

Dabei bezogen sie sich auf Kosten, die ein Jagdpächter durch Wildfraß auf den Feldern den Landwirten erstatten muss, weil sich vermehrt Rehe und Hirsche wegen der Wölfe vom Wald ins Mais- oder Getreidefeld als Deckung zurückziehen. Oder aber, weil Biber den Uferrand zu den Feldern gern untergraben und größere Bereiche vernässen.

Tonja Mannstedt verwies darauf, dass es staatlicherseits Entschädigungen für einige der Biber-Veränderungen an der Landschaft gebe. Auch Konstantin Knorr wies auf Zahlungen für durch Wölfe gerissene Nutztiere und Zuschüsse für Elektrozäune hin.

Karsten Ahlborn von der Jägerschaft Neustadt zeigte sich dennoch unzufrieden. Denn zum einen seien die Entschädigungszahlungen in ihrer Höhe auf maximal 15.000 Euro in drei aufeinander folgenden Jahren gedeckelt. Zum anderen könne man beim Thema Wolf den Eindruck haben, dass man erst nach der frohgemuten Willkommenskultur für den Rückkehrer Wolf begonnen habe, sich mit den Tieren und den damit zusammenhängenden Fragestellungen zu beschäftigen. Als Beispiel erwähnte er den gerade erst vor kurzem beschlossenen – und von ihm mit initiierten - speziellen Autoanhänger, um verletzte Wölfe zu fixieren und sicher für alle Beteiligten transportieren zu können.

„Schön, dass wir es geschafft haben, unterschiedliche und nicht unbedingt den Grünen anhängende Vertreter aus der Jäger- und der Landwirtschaft für ein so konstruktives Gespräch an einen Tisch zu bekommen“, sagte hocherfreut Joachim Steinmetz abschließend.

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Von Torsten Lippelt

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