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Neues Integrationsprojekt für Flüchtlinge

Hemmingen Neues Integrationsprojekt für Flüchtlinge

Die Stadt Hemmingen bietet Flüchtlingen, die noch keinen offiziellen Status haben, Arbeit an. Sie nimmt damit als einzige Kommune in der Region Hannover seit Anfang Februar an dem Bundesprogramm FIM (Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen) teil.

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Betriebshofmitarbeiter Björn Baumeier (Vierter von rechts) und Hausmeister Roland Frey (rechts) betreuen die Flüchtlinge bei der Arbeit. Dazu gehört auch das Restaurieren von Stühlen, die für Veranstaltungen auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft an der Heinrich-Hertz-Straße genutzt werden sollen.

Quelle: Tobias Lehmann

Hemmingen. "Die Arbeit macht Spaß" - darin sind sich die sieben Flüchtlinge unter anderem aus Afghanistan und Libanon einig. Gleich mehrere von ihnen sind Tischler oder Maurer, einer ist Bäcker. Vier von ihnen kümmern sich unter Anleitung des Betriebshofmitarbeiters Björn Baumeier unter anderem um die Grünpflege in der Stadt. Drei werden von dem städtischen Hausmeister Roland Frey mit kleineren Reparaturen in Gebäuden betreut. 

Sechs Monate lang arbeiten die sieben Flüchtlinge jetzt 30 Stunden in der Woche. 10 Stunden nehmen sie an einem Sprachtraining teil. Als kleine Anerkennung bekommen sie einen Stundenlohn von 80 Cent. Hemmingens Flüchtlingskoordinator Hermann Heldermann hatte sich um die Teilnahme Hemmingens an dem Bundesprogramm FIM bemüht. Es ist für Flüchtlinge konzipiert, die zwar aus unsicheren Herkunftsländern kommen, aber noch keine Aufenthaltsstatus in der Bundesrepublik haben und deshalb offiziell noch nicht arbeiten dürfen. "Viele von ihnen sind froh, wenn sie eine Aufgabe haben", sagt er. Ein weiteres Ziel sei es, die Flüchtlinge an typische Arbeitsabläufe in Deutschland zu gewöhnen.

Die Stadt hatte 15 Flüchtlinge, die für dieses Programm geeignet schienen, angeschrieben. Die sieben, die sich als erste gemeldet haben, wurden aufgenommen. Für die weiteren gibt es die nächste Chance bereits in sechs Monaten. "Das Programm läuft für ein Jahr. 14 Flüchtlingen bieten wir jeweils sechs Monate eine Arbeit an", sagt Heldermann.

Bürgermeister Claus Schacht lobt das Projekt und macht sich bereits jetzt Sorgen, wie es danach für die Flüchtlinge weiter geht. "Ich habe die Befürchtung, dass sie anschließend in ein Loch fallen, wenn sie dann wieder ohne Arbeit sind", sagt er. Möglicherweise lassen sich anschließend klassische Ein-Euro-Jobs für sie finden, bevor sie einen festen Arbeitsplatz haben, sagt er.  

Die Finanzierung eines Sprachtrainings gehört nicht zum Bundesprogramm und wird von der Stadt übernommen. "Wir sehen das Erlernen der Sprache als Grundvoraussetzung für die Integration an", sagt Schacht. Leiterin des Sprachkurses ist die Journalistin Sonja Steiner. Sie lobt die sieben Teilnehmer. "Sie sind alle sehr motiviert im Unterricht. In deutscher Sprache zu schreiben, fällt vielen bereits leicht, an der Aussprache arbeiten wir noch", sagt sie. 

Auch Betriebshofmitarbeiter Baumeier ist voll des Lobes. "Es macht Spaß, mit den Flüchtlingen zu arbeiten", sagt er. Die Gruppe übernimmt nicht nur die Grünflächenpflege in der Stadt, sondern bessert zum Beispiel auch Schlaglöcher aus. Zudem haben die Flüchtlinge bereits mehr als 50 Stühle, die der Stadt gespendet wurden, restauriert und in verschiedenen Farben gestrichen. Laut Fachbereichsleiterin Walburga Gerwing sollen sie für Aktionen in der Flüchtlingsunterkunft an der Heinrich-Hertz-Straße in Hemmingen-Westerfeld verwendet werden.

Die Stadt hat für das Programm zunächst nur Männer ausgewählt. "Wir arbeiten aber daran, ein ähnliches Projekt auch für Frauen zu gestalten", sagt Gerwing. Auch dort soll konkret nach den bereits vorhandenen Fähigkeiten der Frauen geachtet und anschließend eine passende Aufgabe gefunden werden.

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