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Stadt feiert 50. Jahre Partnerschaft mit Yvetot

Arnum Stadt feiert 50. Jahre Partnerschaft mit Yvetot

Mit einem großen Festabend ist am Freitag in der Wäldchenschule in Arnum das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft von Hemmingen mit der französischen Kommune Yvetot gefeiert worden.

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Mit der Betonung der Bedeutung persönlicher Kontakte für das Miteinander in Europa, zahlreichen Gastgeschenken sowie Spanferkel und Jubiläumstorten wird am Freitagabend in der Wäldchenschule in Arnum die Städtepartnerschaft gefeiert.

Quelle: Torsten Lippelt

Arnum. Unter den rund 180 Teilnehmern in der festlich ausgeschmückten Aula waren neben den Mitgliedern der angereisten Partnerschaftskomitees und aus der Politik auch weitere Delegationen aus der polnischen Partnerstadt Murowana Goslina – mit der zugleich 15-jährige Städtepartnerschaft gefeiert wird – und aus der schottischen Partnerregion Clydesdale District.

In zahlreichen Reden würdigten die Bürgermeister Claus-Dieter Schacht für Hemmingen, Emile Canu für Yvetot, Dariusz Urbanski für Murowana Goslina und Frank Gunning für den Clydesdale District das Jubiläum als Bestandteil des zusammenwachsenden europäischen Hauses. Persönliche Kontakte und Besuche untereinander auf kommunaler Ebene förderten die Freundschaften zwischen den Völkern und seien somit die unterste – und sehr wichtige - Basis für ein friedliches Miteinander in Europa.

Zahlreiche Gastgeschenke wurden ausgetauscht: So erhielt Hemmingen ein Gemälde mit einer Herrenhaus-Ansicht aus Yvetot, die Gäste der Partnerstädte unter anderem Flaschen mit Hemminger Wein und die Stadt Hemmingen selbst aus den Händen Emile Canus einen Plexiglas-Block, in den die beiden Rathäuser von Hemmingen und Yvetot nebeneinander und unverbrüchlich mittels Laserimpuls abgebildet sind.

„Auch unsere Städte spielen eine bescheidene Rolle in dieser soliden und tiefen Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland. Darum haben wir beschlossen, Ihnen symbolisch die Vereinigung unserer Rathäuser in einem gleichermaßen transparenten und illuminierten Block zu präsentieren“, sagte der Bürgermeister von Yvetot bei der Übergabe.

Ein leibhaftiges Beispiel für die seit langem lebendige Beziehung zwischen den Städten Yvetot und Hemmingen ist Sabine Hanje. Hemmingens hauptamtliche Standesbeamtin entstammt der durch die gegenseitigen Gastbesuche entstandenen Ehe von Annick André aus Yvetot mit dem Hemminger Claus Hanje. 1971 kam Schwester Maryvonne zur Welt, 1974 dann Sabine Hanje.

Umrahmt wurde die bis etwa 23 Uhr dauernde Feier von Klängen des Feuerwehr-Musikzuges aus Hiddestorf, leckerem Spanferkelbraten und das Anschneiden und alsbaldige Verzehren von zwei dekorativ verzierten Jubiläums-Festtorten, mit französischen beziehungsweise polnischen Motiven. Diese hatte das Hemminger Partnerschaftskomitee, um dessen Vorsitzende Susanne Zimmermann, für den gemeinsamen europäischen Genuss gestiftet. 

Auszüge aus den Festreden:

Emile Canu / Yvetot:Seit den Vereinbarungen von 1967 begegnen sich unsere Städte regelmäßig, um ihre Beziehung zu intensivieren und um die Freundschaft aufrecht zu erhalten, die unsere Vorgänger initiierten. In diesen 50 Jahren wurde diese Freundschaft durch die Begegnungen junger und älterer Menschen, Sportler, Musiker und Feuerwehrleute, aber auch durch gegenseitige Teilnahme an großen Veranstaltungen unserer Städte genährt. Die herzlichen Beziehungen haben zu einem besseren Verständnis, zu gegenseitiger Wertschätzung und vor allem zu einer echten Freundschaft geführt, weit über die bloß formellen Aspekte und die nur offizielle Rolle der jeweiligen Vertreter hinaus. Sie zählen für mich persönlich zu den größten Freuden meiner Amtszeit als Bürgermeister – und so wollen wir auch heute diese Begegnungen und Beziehungen aufrechterhalten.

Frank Gunning / Clydesdale:Leider spreche ich nur fünf Sprachen: Schottisch, Englisch, Körpersprache, Zeichensprache und - gelegentlich - eine lästerliche Sprache! Ich bedaure ich es sehr, dass ich es noch nicht geschafft habe, die Heimatstadt unserer vielen französischen Freunde zu besuchen. Es ist ein großes Privileg, hier als CITA Vorsitzender zu stehen und all unseren Freunden in Hemmingen dazu zu gratulieren, dass sie das 50. Jubiläum ihrer Partnerschaft mit Yvetot und das 15. der Partnerschaft mit Murowana-Goslina erreicht haben. In einer Ehe wären das die Goldene beziehungsweise die Kristallene Hochzeit. Als Schotte rufe ich dazu auf, nichts Geringeres zu tun als in angemessener Weise auf das Wohlergehen aller drei Städte die Gläser zu heben.

Claus-Dieter Schacht / Hemmingen:Unsere Städte und Einwohner bilden das Fundament eines funktionierenden europäischen Hauses. Wir sind alle dazu aufgerufen, uns mehr um unsere Freunde in den Partnerstädten zu bemühen und gegenseitige Beziehungen, mehr noch als früher, zu erhalten oder noch besser: neue aufzubauen. Mit der Urkunde, die aus Anlass der Partnerschaftsvereinbarung vom 27. Mai 1967 verfasst wurde, sind Ziele vereinbart worden, die an Notwendigkeit und Aktualität nichts verloren haben. Wir brauchen ein geeintes starkes Europa und sollten alles daran setzen, im Geiste gegenseitiger Verständigung tätig sein, die Freundschaft zwischen den Einwohnern aufrecht zu erhalten, und stets engen Kontakt zu pflegen. Wie sagte es schon Hans-Dietrich Genscher: „Europa ist unsere Zukunft, sonst haben wir keine.“ 

Dariusz Urbanski / Murowana Goslina:Gern habe ich die Einladung nach Hemmingen angenommen. Seit 3 Jahren bin ich Bürgermeister, und heute ist das mein erster Besuch in dieser schönen Stadt. Vor 28 Jahren war für viele europäische Länder Demokratie und Freiheit Wirklichkeit geworden. Es war die wichtigste Wendung in der Geschichte des alten Kontinents, sie führte zum Aufbau eines gemeinsamen, sicheren Europas. Allianzen zwischen Partnerstädten hatte es auch schon vor diesem symbolischen Datum für Europa gegeben: Hemmingen und Yvetot haben schon vor 50 Jahren begonnen, zusammen zu arbeiten, Murowana Goślina und Hemmingen hatten sich befreundet, lange bevor Polen der Europäische Union beigetreten ist. Das zeigt eine wichtige Tendenz: Nicht die internationale Politik auf höchster Ebene bestimmt, wie in Europa die Städte und Regionen zusammenarbeiten, nein, es sind die Gesellschaften wie die Unseren, die entscheiden, wie wir leben und zusammenarbeiten wollen.

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Von Torsten Lippelt

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