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Hemmingen lässt aufhorchen

Hemmingen Hemmingen lässt aufhorchen

Was auf öffentlichen Sitzungen und Veranstaltungen gesagt wird, lässt sich für manche Zuhörer nur mit Mühe nachvollziehen: Sie hören schlecht. Nun will die Stadt auf sie zugehen.

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Quelle: Symbolbild

Hemmingen. Frauke Patzke, Ratsfrau der Bündnisgrünen, sagt: „Viele Zuhörer im Ausschuss und Rat verstehen uns nicht richtig, weil wir mit dem Rücken zu ihnen sitzen.“ Ein Mikrofon gibt es nur am Rednerpult. Die Ratsvorsitzende Kerstin Liebelt (SPD) ergänzt: „Ich weiß es von Parteiveranstaltungen. Manche bitten drei- oder viermal lauter zu reden. Wenn das nicht passiert, dann kommen sie nicht mehr.“

Die Stadt will sich auf Initiative der Hemminger Behindertenbeauftragten Ulla Petersen nun stärker um die Belange von Gehörlosen und Menschen mit Höreinschränkungen kümmern. Die Ratsfraktionen wollen über das Thema, wenn sie es intern diskutiert haben, erneut im Sozialausschuss beraten. Impulse haben sie vom Kommunikationstechniker Detlev Gnadeberg aus Hannover erhalten, der auf Einladung von Petersen vor den Kommunalpolitikern referiert hat. Deren Fragen nach den Kosten für die erforderliche Technik konnte er nicht genau beantworten. „Das hängt von den Gegebenheiten und den Ansprüchen ab“, sagt er. Für eine Ringschleife sei der Hemminger Ratssaal beispielsweise zu breit. „Der Bürgersaal ist schmaler, dort könnte es gehen.“ An einem Infoschalter sei eine Tresenschleife sinnvoll: Der Mitarbeiter spreche in ein Mikrofon, sein Gegenüber höre das Gesagte über einen Telefonhörer an dem Schalter.

Ulla Petersen erläutert, es sei nicht bekannt, wie viele Menschen in Hemmingen leben, die schlecht oder gar nicht hören. Solche Zahlen zu erhalten, sei aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. Nach Angaben des Deutschen Schwerhörigenbundes gibt es in Deutschland 14 Millionen Hörbehinderte, davon 2,5 Millionen Hörgeräteträger.

Bei dem Thema dreht es sich aber auch um Besucher von anderswo, beispielsweise im Standesamt und bei Angeboten der Volkshochschule. Laut Petersen hätten Erfahrungen in anderen Kommunen gezeigt, dass die Besucherzahl bei Veranstaltungen durch verbesserte Akustik steige.

Von Andreas Zimmer

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