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162 Zentimeter geballte Schlagfertigkeit

Hemmingen-Westerfeld 162 Zentimeter geballte Schlagfertigkeit

Von Farbenpracht war sein Outfit nicht gekennzeichnet: dunkelgraues Hemd, dunkelblaue Weste, mittelbraune Hose. Dafür glich der Auftritt von Hennes Bender am Freitag im ausverkauften Kulturzentrum bauhof einem Feuerwerk des Witzes, hintergründigen Humors und einer gehörigen Portion Schlagfertigkeit.

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„Ich muss noch mal klein – viele glauben, ich kann gar nicht anders“: Hennes Bender im Hemminger bauhof.

Quelle: Achim von Lüderitz

Hemmingen-Westerfeld. Zehn Minuten vor dem eigentlichen Beginn war der Kabarettist aus Bochum zu einem letzten Soundtest auf der Bühne. Dann verabschiedete er sich kurz: „Ich muss noch mal klein – viele glauben, ich kann gar nicht anders.“ Bender kokettiert oft und gern er mit seiner Körpergröße. Doch das waren, wie sich schnell herausstellte, 162 Zentimeter geballte Power, irrsinnig komische Mimik und ein an Abwechslung kaum zu überbietendes witziges, humoristisches und einfallsreiches Kabarettprogramm.

Seit 20 Jahren ist Hennes Bender jetzt schon in Sachen Humor unterwegs. Er spielt in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt, aber auch in Papenburg, Melle, Lüneburg, oder eben – bereits zum dritten Mal - in Hemmingen. Seine letzten großen Auftritte: im Münchener Schlachthof, beim 3SAT-Festival und vor zwei Wochen bei der Sendung „Drei nach neun“ in Hannover. „Da saß ich André Rieu gegenüber und kam mir in der Nachbarschaft eines Künstlers von Weltruhm noch etwas kleiner vor, als ich schon bin.“ Trotzdem untertreibt der Comedian aus dem Ruhgebiet gewaltig, wenn er von sich behauptet, er sei das Nordkorea unter den Kabarettisten.

Das aktuelle Programm „Luft nach oben“ ist bereits das siebte von Hennes Bender. Daneben hat er Bücher geschrieben, ist Synchronsprecher und hat einen Band von Asterix und Obelix ("Tour de France") schnell einmal mit typischem Dialekt an die Ruhr verlegt. Eigentlich wollte er ja Müllmann werden. Weil die so schöne orangene Anzüge trugen und immer nur dienstags gearbeitet haben, wie er anmerkt.

„Schweren Herzens habe ich meine Dauerkarte von Hannover 96 für das Spiel gegen den HSV heute meinen Kindern überlassen“, sagte bauhof-Besucher Jürgen Lux (65). „Die 96er kann ich alle zwei Wochen sehen, Hennes Bender aber nur alle zwei oder drei Jahre.“ Nach dem zweistündigen Auftritt des Kabarettisten hatte er seine Entscheidung keine Minute lang bereut. Allein dessen Zugabe, die gnadenlos wortgetreue Übersetzung von Freddie Mercurys Erfolgssong „Bohemian Rhapsody“ ins Deutsche, war schon das Eintrittsgeld wert.

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Von Achim von Lüderitz

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