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Rückbau der K225 jetzt doch schmaler?

Devese/Ohlendorf Rückbau der K225 jetzt doch schmaler?

Wie breit wird die Kreisstraße 225 Devese-Ohlendorf werden, wenn die B-3-Ortsumgehung gebaut ist? Es gibt unterschiedliche Angaben. Das verwirrt vor allem jene Fahrer, die die K 225 schon jetzt als kurze Verbindung in und aus Richtung Hannover nutzen, um die oft überlastete B 3 zu meiden.

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Drei Kilometer sind es auf der K225 von Ohlendorf nach Devese. Links im Hintergrund ist das Galerie-Café Webstuhl zu sehen. Zimmer

Quelle: Andreas Zimmer

Devese/Ohlendorf. Noch vor etwa einem Monat hieß es, die drei Kilometer lange Straße werde zum Wirtschaftsweg mit einer Breite von 4,75 Metern zurückgebaut und für landwirtschaftliche Fahrzeuge, aber auch für Anlieger freigegeben. Letztere wären Besucher des Galerie-Cafés Webstuhl, des Waldkindergartens und Nutzer des Parkplatzes, um von dort Spaziergänge im Bürgerholz zu machen.

Nun heißt es, der ursprüngliche Plan sei doch der richtige. Demnach wird die zurzeit etwa sieben Meter breite Straße vom Gertraud-Kochanowski-Weg in Devese bis nach Ohlendorf auf dem Abschnitt bis zum Galerie-Café auf drei Meter zurückgebaut. Erst anschließend bis zum Ortseingang von Ohlendorf – dieser Abschnitt ist rund 800 Meter lang – werden es 4,75 Meter sein.

„Es gibt Irritationen“, räumt Axel Schedler ein, Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung. Es gebe mittlerweile unterschiedliche Auffassungen in der Landesstraßenbehörde (teilweise Rückbau auf 3 Meter) und in der Planfeststellungsbehörde (einheitliche Breite von 4,75 Meter). Schedler kündigte an, dass die Stadt dies prüfen werde. „Wir können nicht nachvollziehen, dass das so eine Art Schreibfehler sein soll.“ Schedler ergänzt: „Eine besondere Eilbedürftigkeit besteht allerdings nicht, da der Rückbau erst nach Inbetriebnahme der B3-neu stattfinden kann.“ Diese soll im Jahr 2019 freigegeben werden.

Kritik vom Naturschutzbund: An der Klärung hat auch der Naturschutzbund (Nabu) Hannover-Hemmingen ein großes Interesse. Sollte die Straße zwischen Devese und dem Café Webstuhl 4,75 Meter breit sein, würden viele Kröten bei ihrer jährlichen Wanderung zu den Laichteichen verenden. Die B3-neu durchschneidet die Wandwege der Amphibien. Deshalb sollen sie durch insgesamt fünf noch zu bauende Tunnel gelenkt werden. Sie müssten dann aber, um weiter ins Bürgerholz und ins Deveser Holz zu kommen, den Wirtschaftsweg queren. Die Tiere sind nachtaktiv, wandern also zu einer Zeit, in der keine landwirtschaftlichen Fahrzeuge unterwegs sind. Der Nabu befürchtet, dass viele Fahrer die Strecke bei einer Breite von 4,75 Meter weiter nutzen werden. "Dann aber wäre unsere gesamte Arbeit umsonst gewesen, da die in den frühen Abendstunden wandernden Amphibien massenhaft überfahren würden“, sagt Nabu-Mitglied Inge Scherber.

Der Nabu betreut seit 2004 den 1000 Meter langen Amphibienschutzzaun an der K225, durch den in dieser Zeit nach eigenen Angaben etwa 30.000 Tiere vor dem Tod gerettet werden konnten. Neben dem Berg- und Teichmolch kommt auch der geschützte Kammmolch vor. Der Nabu will die Betreuung des Schutzzauns 2019 einstellen. Einer der Gründe sei, dass die Aufgabe viel Zeit und Kraft bindet. 12 bis 14 Ehrenamtliche kontrollieren den Zaun täglich mindestens einmal, sammeln die Tiere ein und bringen sie über die Straße. „Während der Hauptwanderzeit, etwa 12 bis 14 Tage im Jahr, wenn sehr viele Tiere in den Fangeimern sitzen, muss diese Tätigkeit zusätzlich zwischen 21 Uhr und 24 Uhr erledigt werden, auch bei Regen und Sturm“, erklärt Scherber. Die Krötenwanderung dauere üblicherweise etwa sechs Wochen, könne sich aber auch bis zu zehn Wochen hinziehen.

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