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Soll Steuer für Rettungshunde erlassen werden?

Hemmingen Soll Steuer für Rettungshunde erlassen werden?

Rund 100.000 Menschen werden jedes Jahr in Deutschland als vermisst gemeldet. Oft machen sich dann ehrenamtliche Hundeführer mit ausgebildeten Rettungshunden auf die Suche. Doch obwohl sie für das Allgemeinwohl arbeiten, sind sie - anders als Polizeihunde - oft nicht von der Hundesteuer befreit.

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Gerald Jürgens trainiert täglich mit seiner Weimaranerhündin Amber.

Quelle: Stephanie Zerm

Hemmingen. In Hemmingen müssen Ehrenamtliche für ihre Rettungshunde 50 Prozent der regulären Hundesteuer zahlen, das sind 48 statt 96 Euro im Jahr. Ebenso in Pattensen. In Laatzen und in anderen Kommunen im Umland dagegen sind sie ebenso wie Diensthunde der Polizei und ausgebildete Blinden- und Assistenzhunde komplett von der Steuer befreit.

Der Hemminger Rettungshundeführer Gerald Jürgens hält die steuerliche Benachteiligung in seiner Komune für unangemessen. Daher hat er sich nun in einem offenen Brief an die Hemminger Ratsfraktionen gewandt und darum gebeten, die Regelung zu überdenken. "Dabei geht es mir nicht um das Geld", sagt Jürgens. "Sondern darum, ein Zeichen für die Anerkennung der Arbeit der Ehrenamtlichen zu setzen, die viel Zeit und Geld dafür investieren, anderen Menschen helfen zu können."

"Unsere Hunde arbeiten genauso für das Allgemeinwohl wie zum Beispiel Diensthunde bei der Polizei", argumentiert Jürgens. Die Ausbildung, die Ehrenamtliche mit ihren Hunden etwa beim DRK oder dem Bundesverband Rettungshunde absolvieren, sei genauso lang und stehe der von Polizeihunden in nichts nach. Zwei bis drei Jahre dauert sie in der Regel, anschließend müssen Mensch und Hund einmal im Jahr mindestens eine weitere Prüfung absolvieren, um ihre Einsatzfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Bei den Hemminger Ratsfraktionen stößt Jürgens Anliegen auf offene Ohren. CDU, SPD und DUH wollen in ihren nächsten Fraktionssitzungen wohlwollend darüber beraten. Die Grünen sind sogar schon einen Schritt weiter: "Wir haben bei unserer Fraktionssitzung am Dienstag über das Thema gesprochen und werden einen Antrag einbringen, dass auch Rettungshunde von Ehrenamtlichen von der Hundesteuer befreit werden können", kündigt Fraktionsvorsitzender Jürgen Grambeck an.

Sie erfüllten einen wichtigen Zweck und würden dazu ausgebildet, Menschen zu helfen. "Wir finden es ungerechnet, dass Helfer, nur weil sie ehrenamtlich arbeiten, mehr zahlen sollen."

Gerald Jürgens schätzt, dass davon etwa fünf bis sechs ausgebildete Rettungshunde in Hemmingen profitieren könnten, so dass die Stadt auf einen Betrag von rund 300 Euro verzichten müsste.

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An diesem offiziellen Logo sind die vom Bundesverband Rettungshunde ausgebildeten Hundeführer zu erkennen.

Quelle: Stefan Sobotta / Bundesverband Rettungshunde

Von Stephanie Zerm

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