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Als die Leine mehrere Kilometer breit war

Hemmingen/Pattensen Als die Leine mehrere Kilometer breit war

Beharrlich schraubt sich der 30 Meter lange Bohrer in den Acker zwischen Harkenbleck und Pattensen. Was er dabei ans Licht befördert, sieht aus wie normale Erde. Doch Experten wissen, dass sie Spuren der letzten Eiszeit vor sich haben.

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Mit den Ergebnissen der Untersuchungen wollen Geologe Jörg Mandl (links) und der technische Ingenieur Veit Mueller die geologischen Karten vervollständigen.

Quelle: Zerm

Hemmingen/Pattensen. Unsere Mitarbeiterin Stephanie Zerm sprach mit dem Geologen Jörg Mandl vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie.

Was machen Sie da?

Wir erkunden, wie die Leine während der Eiszeit geflossen ist und welche Sedimente sie abgelagert hat.

Wie gehen Sie dabei vor?

Wir nehmen Bohrungen vor und untersuchen die Beschaffenheit der oberflächennahen Flussablagerungen in einer Tiefe von bis zu 30 Metern.

Was haben Sie bislang herausgefunden?

Die ältesten Ablagerungen der Leine, auf die wir gestoßen sind, haben wir zwischen Pattensen und Hiddestorf gefunden. Sie bestehen aus Sand und Kies und stammen aus der sogenannten Saale-Eiszeit. Früher hat es in dieser Region mehrere Vereisungen gegeben, die sich zum Teil überlagert haben. Die Schichten sind zwischen 100.000 und 300.000 Jahre alt.

Das klingt beeindruckend.

Wenn man noch tiefer bohrt, stößt man sogar auf noch ältere Schichten. Unter den Kiesablagerungen findet man Tonstein aus der Kreidezeit, der ungefähr 100 Millionen Jahre alt ist.

Ist hier denn einmal die Leine geflossen?

Ja. In der Eiszeit war die Leine ein gewaltiger Strom, der mehrere Kilometer breit war. Und vor der Saale-Eiszeit ist hier sogar einmal die Weser geflossen, die durch die Deisterpforte bei Springe kam. Nach der Abtauung haben die Flüsse die Gletscher nach Norden entwässert.

Das ist interessant. Aber wozu benötigt man dieses Wissen?

Mit den Ergebnissen unserer Bohrungsarbeiten vervollständigen wir die geologischen Karten für Hemmingen und Pattensen. Daran kann dann jeder erkennen, wie die Bodenbeschaffenheit ist, ob es Wasser oder andere Rohstoffe im Boden gibt. Dies kann unter anderem als Grundlage für Baugrunduntersuchungen, für die Nutzung von Erdwärme, zur Grundwassererkundung oder für die Feldberegnung wichtig sein.

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Als die Leine mehrere Kilometer breit war

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Von Stephanie Zerm

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