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Römerlager oder Kiessee? So geht es weiter

Wilkenburg/Hemmingen-Westerfeld Römerlager oder Kiessee? So geht es weiter

Römerlager oder Kiessee: Wie geht es auf der Fläche zwischen Wilkenburg und Arnum weiter, in der Kies abgebaut werden soll und auf der Spuren eines römischen Lagers gefunden wurden? Friedrich-Wilhelm Wulf vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege umriss die beiden Szenarien beim Neujahrsempfang der Stadt Hemmingen am Freitagabend.

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Friedrich-Wilhelm Wulf spricht beim Neujahrsempfang.

Quelle: Andreas Zimmer

Wilkenburg/Hemmingen-Westerfeld. Bei einem Kiesabbau würde die gesamte Fläche vorher archäologisch untersucht. Sechs Abbauabschnitte seien geplant. „In diesem Fall würde das Lager zerstört werden. Wir freuen uns daher mehr, wenn es erhalten bliebe“, sagte der Landesarchäologe. Er gab zu bedenken: „Wir machen uns doch lächerlich, wenn kulturhistorisch Interessierte nach Wilkenburg kommen und nur einen Kiessee sehen.“ Das Thema sei schließlich deutschlandweit auf Interesse gestoßen.

Ohne Kiesabbau würden mit Metalldetektoren weitere Funde gesichert. Zudem gebe es auf dem rund 30.000 Hektar großen Gebiet Probebohrungen und geophysikalische Untersuchungen. Letzteres hänge an der Finanzierung, „doch es zeichnet sich ein Spender ab“. Ziel sei den vollständigen Grabungsverlauf nachzuvollziehen. 20.000 Römer, die auf einen Schlag kamen, haben vor rund 2000 Jahren vor Wilkenburg ihre Zelte aufgeschlagen und um das Lager einen Graben gezogen.

Bürgermeister Claus Schacht sagte, auch die Stadt hoffe, dass die Fundstelle erhalten bleibe. Er betonte, die Diskussion dürfe „nicht zur Häme gegenüber der Firma Holcim verleiten“. Sie will den Kies abbauen.

Was passiert aktuell? Wulf zufolge werden etliche der mehr als 1000 Metallfunde näher untersucht, darunter unscheinbare Rostklumpen, die sich als kleine Nägel aus Eisen herausgestellt haben. Mit ihnen haben die Römer offenbar ihre Sandalen befestigt. Zudem gebe es eine geophysikalische Untersuchung auf einer Testfläche von rund 2000 Quadratmetern.

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Friedrich-Wilhelm Wulf spricht beim Neujahrsempfang.

Quelle: Andreas Zimmer
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