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Zwei Stunden Auftritt und das trotz Grippe

Hemmingen-Westerfeld Zwei Stunden Auftritt und das trotz Grippe

Von frivol-schlüpfrig bis zur Gesellschaftskritik: Kabarettistin Martina Brandl hat am Sonnabend im ausverkauften Hemminger Kulturzentrum bauhof von begehrten Müttern gesungen, von langwierigen Friseurbesuchen erzählt und gleichzeitig das fehlende gesellschaftliche Mitleid für Obdachlose kritisiert.

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Martina Brandl singt im bauhof über Sex und QR-Codes.

Quelle: Tobias Lehmann

Hemmingen-Westerfeld. Martina Brandl hat die Grippe. Immer wieder nimmt sie einen Schluck Tee oder ein Halsbonbon. Dennoch liefert sie vor und mit den Gästen im bauhof ein zweistündiges Programm ab. Dazu gehören auch verschiedene Lieder nach bekannten Melodien, deren Texte sie aber selbst geschrieben hat. So beeindruckt Brandl unter anderem mit einer Version von Michael Jacksons "Man in the Mirror", die schon ohne Halsschmerzen schwer zu bewältigen ist.

In Brandls Liedern geht es unter anderem darum, dass sie sich einen QR-Code auf ihr Hinterteil tätowieren lässt oder als offenbar begehrte Mutter von einem jungen Mann in einer Bar angemacht wird. Brandl kennt in ihrem aktuellen Programm "Irgendwas mit Sex" aber keine thematischen Tabus und schafft es innerhalb von einer Minute von frivol-heiteren Aspekten des Lebens zu gesellschaftlicher Kritik zu kommen.

"Unser Mitleid hängt meist davon ab, ob jemand seine Not selbst verschuldet hat oder nicht. Doch spielt das eine Rolle, wenn jemand zum Überleben Flaschen aus Mülleimern sammeln muss?", fragt Brandl. Schließlich treffe jeder mal falsche Entscheidungen.

Immer wieder sucht sie auch das Gespräch mit dem Publikum. "Wie findet ihr meine Haare?", fragt Brandl, als sie nach der Pause ohne ihre charakteristische Mütze zurückkehrt. Ein Besucher sagt: "Ekstase", worauf Brandl selbst lachen muss. Dann berichtet sie von mehrstündigen Friseurbesuchen und den dabei aufgenommen verwirrenden Dämpfen, die beim Färben der Haare entstehen. 

Auf eine Zugabe müssen die Besucher nach zwei Stunden Programm verzichten. "Es tut mir wirklich leid, aber es geht nicht mehr. Grippe ist Grippe", sagt sie. Den verdienten Applaus bekommt sie dennoch.

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