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Als Max noch Dietr hieß und im Atombunker wohnen wollte

Hemmingen Als Max noch Dietr hieß und im Atombunker wohnen wollte

Witzig, selbstironisch, spöttisch und entlarvend, aber doch liebevoll ist der Blick, den Max Moor, der lange Dieter hieß, auf seine Schweizer Heimat wirft. Und dass die voller Eigenarten steckt, hat das Publikum spätestens bei seiner Lesung am MIttwoch im Hemminger bauhof erfahren.

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Der Fernsehmoderator und Buchautor Max Moor erzählt im Hemminger bauhof aus der Zeit, als er noch Dietr hieß.

Quelle: Zerm

Hemmingen. So werden zum Beispiel Frauen versachlicht und heißen schlicht das Vreni oder das Muätti (die Mutter). Zu tun hat das angeblich mit dem Verkleinerungs-i am Wortende. Allerdings gilt dies nur für Damen. Denn während Opa als der Grosvatti sein Geschlecht behalten darf, muss Oma als das Grosmuätti geschlechtsneutral durch die „neutrale Zone“ Schweiz wandeln.

In seinem neuen Buch "Als Max noch Dietr war" – nicht zu verwechseln mit dem deutschen Dieter oder Dieta - wirft der bekannte ARD-Fernseh-Moderator Max Moor einen liebevoll-spöttischen Blick auf seine Kindheit in der Schweiz der späten 60er und frühen 70er Jahre und eröffnet damit gleich ein ganzes Füllhorn wundersam anmutender Wörter wie "Kauböi-Zündhölzli" und "Älplerhörnli" und eigenartiger Ortsnamen wie Airolo, Mellikon.

Im bauhof las der gebürtige Schweizer mehrere Passagen aus seinem neuen Buch vor und entführte das Publikum unter anderen auf eine Schweizer Bauausstellung der siebziger Jahre, in einer Zeit, in der Familienväter noch Opel Admiral fuhren, Kinder Probepäckchen von Zigaretten geschenkt bekamen und öffentliche WCs gelb („pinkelgelb“) gefliest waren - „damit man es nicht sieht, wenn mal was daneben geht“.

Dabei erfuhr das Publikum auch, wie gut Bungalows aus Asbest und Wände aus PVC sind, wie man sich vor einem Atompilz schützt und wie teuer private Atombunker sind.

Zwar hat der ttt (Titel-Thesen-Temperamente)-Moderator seinen Vornamen mittlerweile von Dietr in Max ändern lassen. Doch den kleinen Schweizer in sich wird er nicht los. Und das ist wohl auch ganz gut so. Denn so hat das Publikum im bauhof gut zwei Stunden lang reichlich Schwyzerdütsch und etliche charmante Rätselhaftigkeiten kennen lernen können.

INFO: Das Buch „Als Max noch Dietr war. Geschichten aus der neutralen Zone“ ist  unter ISBN 978 3 499 62921 1 im Rowohlt Verlag erschienen und kostet 9,99 Euro.

Von Stephanie Zerm

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