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Mehr Fälle häuslicher Gewalt gemeldet

Hemmingen/Pattensen Mehr Fälle häuslicher Gewalt gemeldet

Immer mehr Opfer von häuslicher Gewalt haben den Mut, die Polizei einzuschalten. Das führt auch in Pattensen und Hemmingen zu steigenden Fallzahlen.

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Immer mehr Opfer haben den Mut, bei häuslicher Gewalt die Polizei einzuschalten und Anzeige zu erstatten.

Quelle: Gambarini/Symbolbild

Hemmingen. In Pattensen sind in diesem Jahr mehr Fälle häuslicher Gewalt gemeldet worden. 18 sind es und in Hemmingen 20. Sollte sich die Entwicklung in Hemmingen fortsetzen, werden es am Jahresende auch mehr Fälle als sonst sein. Die Polizei nannte die Zahlen jetzt am „Runden Tisch gegen häusliche und sexuelle Gewalt Hemmingen/Pattensen“.

In den Vorjahren waren es etwa zehn Fälle in Pattensen. Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Heike Grützner erläutert: „Wir führen die Zunahme auf eine Erhellung des Dunkelfeldes zurück. Mehr Opfer schalten die Polizei ein und erstatten Anzeige.“ Dass sie diesen Schritt gehen, werde vom Runden Tisch begrüßt. Hemmingens Gleichstellungsbeauftragte Diana Sandvoß betont: „Gewalt in der Partnerschaft ist keine Privatsache, sondern eine Straftat. Wer die Tat anzeigt, hat höhere Chancen, von Unterstützungsmöglichkeiten zu erfahren und so der Gewaltspirale zu entkommen.“ Sabine Wegmann, Mitarbeiterin der Koordinierungs- und Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt gegen häusliche Gewalt, berichtete, einige Opfer meldeten sich selbst bei ihr. Ihr fällt auf: „In letzter Zeit berate ich viele junge Frauen. Selbst in der Altersgruppe der 13- bis 15-Jährigen ist Gewalt in Paarbeziehungen leider schon ein Thema.“ Auch vielen Kindern, die mindestens indirekt von häuslicher Gewalt betroffen sind, müsse besser geholfen werden. Susanne Giese, Kinderschutzfachkraft der Stadt Hemmingen, ergänzte: „Studien haben ergeben, dass Familien mit Migrationshintergrund genauso häufig von Kinderschutzverdachtsfällen betroffen sind wie deutsche Familien.“ Der Runde Tisch will dieses Thema daher beim nächsten Treffen vertiefen.

Das Gremium besteht seit fünf Jahren und setzt sich für mehr Prävention und Aufklärung ein. Mitglieder sind Vertreter von Stadtverwaltung, Polizei, Präventionsrat, Beratungsstellen und Sportvereinen, aber auch Privatleute.

von Andreas Zimmer

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