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Erziehungsprojekt soll Kommunikation stärken

Hemmingen Erziehungsprojekt soll Kommunikation stärken

Das Hemminger Netzwerk Kinderchancen hat mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ein Modellprojekt zur Förderung der Zusammenarbeit von Eltern und Fachkräften in Kindertagesstätten gestartet. Künftig sollen gemeinsam Ziele formuliert und umgesetzt werden.

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Unterschreiben gemeinsam den Kooperationsvertrag: Jana Biermann (von links), Diana Sandvoß und Elke Stratmann.

Quelle: Tobias Lehmann

Hemmingen. "In den vergangenen 20 Jahren hat es eine Betreuungsrevolution gegeben", sagte Bürgermeister Claus Schacht zur Einleitung der Präsentation des Modellprojekts am Dienstag im Rathaus. Die Lebenswelten haben sich geändert und damit auch die Wünsche der Eltern. Grund dafür sei, dass beide Elternteile heute beruflich meist stärker eingebunden seien. Noch 2004 gab es zum Beispiel in Hemmingen eine Krippe mit zehn Plätzen, mittlerweile werden 200 Kinder in Krippen betreut. Dabei sei die Gesamtzahl der Kinder in der Stadt annähernd gleich geblieben, sagte der Bürgermeister.

Um den veränderten Lebenswelten Rechnung zu tragen, startet jetzt ein in der Region Hannover bisher einzigartiges Projekt unter dem Namen "Gemeinsam für Kinder - Die lernfeldorientierte Erziehungspartnerschaft in Kitas". Über einen Zeitraum von drei Jahren werden sich Erzieher aus dem Waldkindergarten, dem Kinderhort Hemmingen-Westerfeld und der Kindertagesstätte Hiddestorf mit Eltern treffen, um gegenseitig ihre Wünsche und Vorstellungen auszutauschen. Begleitet werden sie dabei von der Psychologin Elke Stratmann. "Sonst gibt es meist nur Elternabende zur allgemeinen Informationen und Tür-und-Angel-Gespräche zwischen den Beteiligten. Hier kann eine intensive Zusammenarbeit entstehen", sagte sie.

Der Leiter des Koordinierungszentrums Frühe Hilfen - Frühe Chancen der Region Hannover, Holger Nieberg, ergänzt: "Im Elternhaus sollten beide Elternteile im Idealfall eine gleiche Erziehungslinie verfolgen. Ziel des Projekts ist, dass auch Eltern und Erzieher durch konstanten Austausch eine gemeinsame Richtung erarbeiten."  Die Treffen sollen den Charakter von Workshops haben. "Die Themen werden gemeinsam gesucht", sagte Nieberg.

Finanziert und begleitet wird das Projekt für drei Jahre von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Darin enthalten ist die Begleitung durch die Psychologin im Umfang von insgesamt 60 Stunden. Sollten zusätzliche Stunden nötig sein, könne sich die Region vorstellen, diese gemeinsam mit der Stadt zu finanzieren, sagte Nieberg.

"Für unsere Stiftung ist es wichtig, gerade auch kleinere Projekte vor Ort zu unterstützen", sagte Jana Biermann, die als Vertreterin der Stiftung zur Unterzeichnung des Vertrags aus Kiel angereist war. Der Vertrag wurde zwischen der Stiftung, der Prozessbegleiterin Stratmann und dem Netzwerk Kinderchancen geschlossen. Als Vertreterin des Netzwerks unterschrieb Diana Sandvoß, Koordinatorin des Hemminger Bündnisses für Familie. 

Im Waldkindergarten gab es das erste Treffen zwischen Erziehern und Eltern bereits vor wenigen Tagen. "Es war ein sehr intensives Gespräch. Ich verspreche mir viel von diesem Projekt", sagte Thomas Schachschal, dessen Kinder die Einrichtung besuchen. Im Kinderhort Hemmingen-Westerfeld und in der Kita Hiddestorf soll das Projekt im Oktober beginnen.

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