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NP-Markt soll für großen Edeka-Neubau weichen

Arnum NP-Markt soll für großen Edeka-Neubau weichen

Der neue Edeka-Markt in Arnum soll 2018 eröffnet werden. Geplant ist ein Neubau auf der Fläche an der Bundesstraße 3, auf der sich zurzeit der Discounter NP befindet.

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Der NP-Markt an der B3 in Arnum, auf dessen Fläche der neue Edeka-Markt entstehen wird.

Quelle: Andreas Zimmer

Arnum. Ein gewöhnlicher Supermarkt wird es nicht, der 2018 in Arnum entstehen soll. „Es ist wie ein kleiner Marktplatz“, schwärmt Svantje von Alten-Rilinger. Die Vorsitzende des Hemminger Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt hatte sich mit weiteren Ausschussmitgliedern und Vertretern der Stadtverwaltung den Edeka-Markt in Wennigsen angesehen, den Stefan Ladage betreibt. Einen ähnlichen Markt mit der Edeka als Partner und mit Café und Bistro will er in Arnum errichten.

Dafür soll der rund 600 Quadratmeter große NP-Markt an der B3 weichen. NP ist eine Marke der Edeka. „Würden wir den jetzigen Markt umbauen und erweitern, könnten wir unsere Stärken nicht zeigen“, sagte Ladage im Gespräch mit dieser Zeitung. In Wennigsen wird zum Beispiel die Obst- und Gemüseabteilung von einem Scheunentor und einem Fenster mit Blick auf eine Obstwiese geziert. Rund 2000 Quadratmeter Fläche benötigt Ladage für seine Pläne im etwa 15 Kilometer entfernten Arnum. Die Fläche unter anderem mit großem Fisch-, Käse- und Weinangebot soll etwa 1800 Quadratmeter betragen, also etwa 150 Quadratmeter weniger als beim Wennigser Markt.

Wenn alles klappt, sollen die Arbeiten Anfang 2018 beginnen und der Neubau im Oktober oder November 2018 fertig sein. Möglicherweise werde über Teile des Marktes ein zweites Obergeschoss gezogen. Ladage betonte, der Neubau solle nicht höher werden als das heutige Gebäude. Das Café und Bistro könnte im Obergeschoss untergebracht werden, wobei dann ein zusätzliches, kleineres und behindertengerechtes im Erdgeschoss vorgesehen sei.

Über die Investitionssumme machte Ladage noch keine Angaben. Alles sei am Anfang, gibt er zu bedenken, denn es müsse zum Beispiel erst der Bebauungsplan geändert werden. Warum gerade Arnum? „Es ist in der Nähe von Wennigsen und eine gute Ergänzung zu den vorhandenen Märkten“, sagte Ladage. Hinzu komme eine ähnliche Situation wie in Wennigsen: „Die Frequenz soll im Ort bleiben.“ Sprich: Die Bewohner des größten Hemminger Stadtteils sollen dort einkaufen können, wo sie wohnen, und damit umliegende andere Geschäfte stärken.

Im Fachausschuss und in der Verwaltung kommen die Pläne gut an. „Ich bin begeistert“, sagte von Alten-Rilinger. Gerade das Café werde für viele Besucher ansprechend sein. Das kleine Waldstück hinter dem heutigen NP-Markt bleibe von dem Bauvorhaben unberührt. Axel Schedler, Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung, fasst den Rundgang durch den Wennigser Markt, an dem auch der dortige Bürgermeister Christoph Meineke teilnahm, so zusammen: „Wir haben alle einen positiven Eindruck.“ Besonders angetan sei die Gruppe von dem Planungsablauf in Wennigsen gewesen (siehe Kasten). In Arnum gebe es dann einen Vollsortimenter und den Discounter Penny.

Der Penny-Neubau, einige hundert Meter entfernt ebenfalls an der B3, entsteht dort, wo noch bis zum vergangenen Jahr der Jibi-Markt war. Mit den Zeitplänen von Penny und Ladage brauchen sich die Arnumer nicht mehr zu sorgen, dass der größte Hemminger Stadtteil vorübergehend ohne Lebensmittelmarkt auskommen muss. Penny mit rund 800 Quadratmetern Verkaufsfläche will seinen Neubau im Dezember dieses Jahres eröffnen.

Kritisch sehen jedoch etliche Arnumer, dass sich im Süden des Stadtteils keine Märkte befinden und auch keine geplant sind. Von der Astrid-Lindgren-Straße am Ortsrand zum Beispiel sind es etwa 1,5 Kilometer bis zum heutigen NP-Markt und bis zum neuen Penny-Markt etwa 2 Kilometer. Seit der Jibi-Markt im September 2016 geschlossen hat, ist NP der einzige Lebensmittelmarkt für das mehr als 7000 Einwohner zählende Arnum.

Die Arnumer Kaufleute befürworten den Neubau. Die mittlerweile aufgelöste Arnumer Interessengemeinschaft hatte deutlich gemacht, dass sie durch den neuen Markt, der fast dreimal so groß werden soll wie der NP-Markt, keine verschärfte Konkurrenz sieht. Die Sortimente würden sich nur in kleinen Bereichen wie zum Beispiel bei Fleischwaren überschneiden. Wichtig sei unter anderem, dass ältere Menschen gut erreichbar in der Ortsmitte eine Einkaufsmöglichkeit haben.

Ladestation: Wird der Edeka-Markt in Arnum gebaut, bekäme Hemmingen eine öffentliche Ladestation. Inhaber Stefan Ladage erläuterte, er plane eine solche Stromtankstelle, wie es sie bereits auf dem Kundenparkplatz seines Wennigser Marktes gebe. Dort könne man sein Elektroauto kostenfrei aufladen. Die Mitarbeiter schalten die Steckdosen frei. Die Anschlüsse stehen an reservierten Parkplätzen. Auch der Akku eines Elektrofahrrads lässt sich dort aufladen. Eine städtische Ladestation gibt es in Hemmingen nicht. Auf Firmengelände gibt es welche.

Ladage und seine Geschichte Das Geschäft an der Hauptstraße in der Ortsmitte von Wennigsen hat eine mehr als 150-jährige Geschichte. Immer wieder hat sich der Markt verändert. 1856 wurde er von den Gebrüdern Meyer gegründet, von der Familie Nolting überneommen, ausgebaut und an den Schwiegersohn Werner Brandt übergeben. 1996 übernahm Stefan Ladage das Geschäft. Bei der Modernisierung und Vergrößerung 2013 wuchs auch die Nutzfläche um 700 auf 2000 Quadratmeter.

Dahinter lag ein Kraftakt. Zentrum anstatt Grüne Wiese: Es galt den alten Standort zu bewahren und damit die Ortsmitte, darunter vor allem inhabergeführte Geschäfte, zu stärken. Allerdings waren viele Wennigser anfangs skeptisch. Von einem „architektonisch fragwürdigen Konsumtempel, für den alte Bausubstanz geopfert werden soll“ war die Rede. Das moderne Gebäude wurde schließlich in ein altes Backsteinhaus auf einer früheren Hofstelle integriert. Das Modell hat mittlerweile Vorbildcharakter in der Region.

In Wennigsen rollen täglich rund 6000 Fahrzeuge über die Hauptstraße. Die Kunden können direkt vor den Geschäften parken. Der Edeka-Markt mit mehr als 100 Parkplätzen ist montags bis sonnabends von 6.55 bis 21 Uhr geöffnet, das Bistro auch sonntags.

Einen weiteren Markt betreibt Ladage in Hess. Oldendorf. Dieser Markt wird am Donnerstag, 15. Juni, nach Umbau wiedereröffnet. Ladages Urgroßvater eröffnete 1890 einen Kolonialwarenladen, den es heute nicht mehr gibt. Der neue Markt wurde im Jahr 2009 auf 1800 Quadratmeter erweitert.

Kommentar

Von Andreas Zimmer

Arnum wird, wenn alles klappt, nicht irgendeinen Markt bekommen. Am Deister spricht mancher vom „KaDeWe Wennigsens“, was etwas dick aufgetragen ist. Mit großer Verkaufsfläche, Café und Bistro sowie einer Elektro-Ladestation aber klingen die Pläne für Arnum vielversprechend. Kein Wunder, dass sich Politik, Verwaltung und Kaufleute bereits angetan zeigen. Wie der Edeka-Markt genau aussehen wird, ist öffentlich noch nicht bekannt. Wichtig ist: Er muss ins neue Arnum ab 2019 passen. Denn das Bild der langgestreckten Ortschaft, die keine richtige Mitte hat, wird sich durch die B3-Ortsumgehung verändern. Die heutige Bundesstraße soll zurückgebaut werden, allerdings in geringem Maß. Es wird weiterhin viel Verkehr über die Strecke rollen, da darf man sich nichts vormachen – gut fürs Geschäft eines Marktbetreibers. Es bleibt zu wünschen, dass auch in Arnum der Dominoeffekt wie in Wennigsen eintritt. Rund um den Edeka-Markt dort ist die Nachfrage nach Ladenräumen erstaunlich groß.

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Der Markt in Wennigsen, der als Orientierung für den neuen Markt in Arnum dienen soll.

Quelle: Andreas Zimmer
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