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Nagasaki-Überlebender spricht vor 300 Schülern

Hemmingen-Westerfeld Nagasaki-Überlebender spricht vor 300 Schülern

Hibakusha – so werden in Japan die Überlebenden der Atombombenabwürfe über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki genannt. Einer von ihnen ist Hiroshi Suenada aus Nagasaki. Am Montag schilderte er vor rund 300 Oberstufenschülern der KGS Hemmingen, wie er als damals Neunjähriger den Tag erlebt hat.

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Fachbereichsleiter Heiko Bolte (links) begrüßt auch die Oberstufenjahrgänge der KGS zur Veranstaltung.

Quelle: Torsten Lippelt

Hemmingen-Westerfeld. Am 9. August 1945 um 11.02 Uhr wirft ein amerikanischer B29-Bomber eine Atombombe mit 7 Kilogramm Plutonium aus 500 Metern Höhe über Nagasaki ab. Knapp 75 000 Menschen kommen ums Leben, etwa ebenso viele werden verletzt. Weitere Tausende sterben im Laufe der Jahre infolge der Verstrahlung.

Hiroshi Suenada hat den Atombombenabwurf überlebt. Er hatte den Tag bei seinen Großeltern im 30 Kilometer entfernten Isahaya verbracht. „Ich habe von dort den kilometerhohen Atompilz gesehen, zuvor einen weißen Blitz-Himmel“, erzählt er. Mit Gesten und mithilfe von Fotos berichtet der japanische Gast von der verheerenden Explosion und ihren schrecklichen Folgen. Und er fordert die Jugendlichen eindringlich auf, sich gegen Kernwaffen – auch Kernkraftwerke – einzusetzen.

Suenada gehört einer neunköpfigen Delegation aus Hiroshima an, die durch Deutschland reist und über die damalige Tragödie informiert. Die frühere KGS-Lehrerin Brunhild Müller-Reiß, Mitglied im Hiroshima-Bündnis Hannover, hatte den Kontakt zur Schule hergestellt. Mit dabei waren Naohiro Sonoda und Yasunori Takazane, zwei Professoren im Ruhestand, die als Begründer des Nagasaki Peace Museums über Probleme mit einer kritischen Betrachtung der eigenen Geschichte berichteten.

In der anschließenden Gesprächsrunde von KGS-Lehrern um Fachbereichsleiter Heiko Bolte mit den Gästen ging es ebenso um den Umgang mit der eigenen Geschichte. „Deutschland ist im Vergleich zu den Nachbarn sehr offen und schonungslos im Umgang mit der eigenen Geschichte“, erläuterte Bolte. „Insofern hat sich auch ein breiter Konsens herausgebildet, bei dem zugleich den Opfern der Deutschen gedacht wird, gleichzeitig aber auch den eigenen Opfern und Widerstandskämpfern.“

Die Gäste erfuhren auch viel über die Aufarbeitung der deutschen Historie mit Gegenwartsbezug, zum Beispiel die Fahrt einer Hemminger Klasse zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz. In Japan, so klagten die Gäste aus Fernost, habe die Jugend kein Interesse an dieser Art der Geschichte. Dort herrsche die Meinung, man habe nichts damit zu tun.

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Fotostrecke Hemmingen: Nagasaki-Überlebender spricht vor 300 Schülern

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Von Torsten Lippelt

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