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Kinder spielen in alter Pfarrerswohnung

Hemmingen-Westerfeld Kinder spielen in alter Pfarrerswohnung

Der neue Kindergarten St. Johannes Bosco in Hemmingen-Westerfeld ist am Freitagvormittag offiziell eingeweiht worden. Pater Jochen Aretz segnete die Räume, die früher die Pfarrerswohnung waren. In einer Gruppe werden jetzt bis zu 20 Kinder betreut.

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Pater Jochen Aretz segnet den Gruppenraum und hat schon den nächsten Raum im Blick.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen-Westerfeld. Wenn ein katholischer Geistlicher kniet, ist das nichts Besonderes. Bei Propst Martin Tenge schon: Er war am Freitagvormittag der dritte Redner bei der offiziellen Einweihung der Kindertagesstätte St. Johannes Bosco in Hemmingen-Westerfeld und der erste, der auf Augenhöhe mit den Kindern ging. Erwachsene hätten eine merkwürdige Angewohnheit, sagte er zu den Jungen und Mädchen, die bereits bei zwei Reden geduldig ausgeharrt haben. „Wenn Erwachsene glücklich sind, erzählen sie ganz viel“, sagte Tenge.

Und es war in der Tat ein glücklicher Tag – sowohl für die Kinder mit ihren Eltern, dass sie einen Kindergartenplatz mit guter pädagogischer Betreuung haben als auch für die Caritas, die ihre erste Kita in Hemmingen betreibt. Auch die Stadt freut sich, weil die katholische Augustinuskirchengemeinde – wie es Bürgermeister Claus Schacht ausdrückte – „uns aus einer großen Notsituation gerettet hat“. Sie stellt Räume im bis 2004 noch bewohnten Pfarrhaus zur Verfügung. Zwischenzeitlich diente die ehemalige Pfarrerswohnung unter anderem für Zwecke der Familienbildungsstätte und hatten den Namen JoBo-Treff.

Jetzt herrscht mit den Drei- bis Sechsjährigen schon ab morgens und fast die ganze Woche über turbulentes Leben im ersten Stockwerk des 1974 errichteten Gebäudes. So auch im Erdgeschoss, wo die Stadt bereits seit dem Jahr 2012 eine Krippe für die bis zu Dreijährigen betreibt. Neu ist die Fluchttreppe ins Obergeschoss, die aus Brandschutzgründen gebaut werden musste.

Auch jede Menge Geschenke machten den Freitag zu einem glücklichen Kita-Tag, darunter Spielzeug für den Sandkasten auf dem Spielplatz an der Kirche, das Pater Jochen Aretz mitbrachte. Er war es auch, der die insgesamt etwa 80 Quadratmeter großen Räume segnete. Dazu gehören ein Gruppenraum, ein Kleingruppenraum, eine Küche, ein Büro und Toiletten. Dass von der Betriebserlaubnis über das Streichen der Räume bis zum ersten Betreuungstag nur etwa drei Monate vergingen, freute Bürgermeister Claus Schacht. „Wir waren ein bisschen verzweifelt“, sagte der Verwaltungschef. Vor allem als sich der Mangel an freien Kita-Plätzen abzeichnete. Zwar solle an der Weetzener Landstraße ein neuer Kindergarten gebaut werden, aber was bis dahin tun? Die Frage raubte Schacht offenbar den Schlaf. „Ich bin morgens um 5 Uhr durch Hemmingen gefahren“, erläuterte er die Suche nach geeigneten Räumen in aller Ruhe – und wurde an der katholischen Kirche fündig.

Schacht sagte, da die Kooperation mit der Caritas gut anlaufe, würde sich die Stadt freuen, wenn sich die Caritas auch bei der Ausschreibung für den Betrieb der Kita Weetzener Landstraße bewerbe. Das werde die Caritas tun, versicherte Thea Häusler, Abteilungsleiterin bei der Caritas Hannover. In Hemmingen eröffnete die Caritas ihren 43. Kindergarten in der Region Hannover.

„Ein aufregender Vormittag“, sagte Kita-Leiterin Rosemarie Blanke. Und wie können diesem weitere glückliche Tage folgen? Propst Tenge hatte vor allem einen Wunsch: „Ihr Kinder sollt nach Hause kommen und sagen ,Es war schön heute’.“

Die neue Kita von A bis Z

Anfang: Die Kita wurde am 1. März eröffnet.

Gruppe: Es gibt eine Gruppe mit 20 Plätzen. Zurzeit werden 18 Kinder betreut. Die Plätze werden über das städtische Familienservicebüro vergeben, Telefon (05101) 584112.

Konfession: Die Kinder müssen nicht katholisch getauft sein. Die Religionspädagogik gehört zum Betreuungsalltag. Daher gibt es auch eine enge Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde.

Team: Rosemarie Blanke, Monika Heinecke und Nicole Newburry. Telefon: (0511) 424366.

Zeiten: Kinder werden montags bis donnerstags in der Zeit von 7 bis 16.30 Uhr betreut und freitags von 7 bis 16 Uhr. Es gibt ein gestaffeltes Angebot.

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