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Neuer Pater kommt aus Bayern

Hemmingen/Pattensen Neuer Pater kommt aus Bayern

Personalwechsel in St. Augustinus: Der 47-jährige Harald Neuberger ist neuer Pater der katholischen Pfarrgemeinde, die auch Hemmingen und Pattensen umfasst. Er tritt die Nachfolge von Elmar Koch an.

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Harald Neuberger freut sich auf die Arbeit in seiner neuen Gemeinde.

Quelle: Tobias Lehmann

Hemmingen. Die katholische Pfarrgemeinde St. Augustinus, die auch Hemmingen und Pattensen umfasst, hat einen neuen Pater: Der 47-jährige Harald Neuberger, der sich vor allem um die Jugendarbeit kümmern wird, tritt die Nachfolge von Elmar Koch an. Im Gespräch mit den Leine-Nachrichten berichtet er über seine Einstellung zum Zölibat, zum Papst und zu anderen Religionen.

Für einen Pater des Ordens der Salesianer Don Boscos ist ein regelmäßiger Wechsel normal. „In der Regel wechseln wir alle sechs Jahre unsere Gemeinden“, sagt Pater Harald Neuberger. Seinem Charakter komme das entgegen. „Ich bin ein Typ, der gern unterwegs ist“, sagt er. Das sei zum Beispiel ein Vorteil von zölibatär lebenden Menschen. Neuberger hat keine eigene Familie, mit der er sich abstimmen muss. Dennoch hält er das Zölibat für nicht mehr zeitgemäß. „Es gibt ein paar Themen, bei denen ich mir ein wenig Bewegung in der katholischen Kirche wünschen würde“, sagt Neuberger. Das betreffe auch den Umgang mit geschiedenen Menschen. „Es gibt einige Gruppen, denen gegenüber wir mehr Barmherzigkeit zeigen sollten. Ich erhoffe mir deutliche Worte von Papst Franziskus auf der Bischofssynode im Oktober“, sagt Neuberger.

Seine Erwartung basiert auch darauf, dass er den Papst als recht fortschrittlich einschätzt. Papst Franziskus hatte in seiner Enzyklika dieses Jahr die Umweltzerstörung und den Konsumrausch angeprangert. Neuberger unterstützt das. „Wenigen geht es gut, während viele in Armut leben. Wir müssen über eine gerechtere Verteilung nachdenken“, sagt er.

Der im Odenwald in Bayern geborene Neuberger hat auf einem Wirtschaftsgymnasium Abitur gemacht und wollte anschließend Betriebswirtschaftslehre studieren. „Ich war allerdings seit meiner Kindheit katholisch geprägt und habe auch Angebote der Kirche wahrgenommen wie die Teilnahme an Jugendfreizeiten“, sagt Neuberger, der einen seiner Schwerpunkte auf die Arbeit mit Jugendlichen legt. Schließlich entschied er sich doch für das Studium der Theologie, weil er dort Antworten auf für ihn drängende Fragen fand. „Dennoch war ich mir während des Studiums nicht immer sicher. Doch aus heutiger Sicht war es die richtige Entscheidung“, sagt der 47-Jährige.

Anderen Religionen gegenüber begegnet Neuberger mit Toleranz. „Wenn jemand ehrlichen Herzens glaubt, verdient er meinen Respekt“, sagt der Pater. Aus seiner Sicht sei es ein Auftrag für alle Religionen in der Welt, für Frieden, Harmonie und gegenseitige Wertschätzung in der Gesellschaft zu sorgen. „Daran müssen wir alle arbeiten“, sagt Neuberger.

von Tobias Lehmann

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