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Publikum liefert Baumann Stichworte für Anekdoten

Hemmingen-Westerfeld Publikum liefert Baumann Stichworte für Anekdoten

Unterhaltsame Geschichten aus dem Olympischen Dorf und über den Spaß am Laufen, aber auch über die Verquickung mit Politik und Kommerz: Keine Frage, hier erzählt der frühere Leistungssportler Dieter Baumann. Er ist am Freitagabend im Kulturzentrum Bauhof in Hemmingen-Westerfeld aufgetreten.

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Mit seinen Anekdoten über Olympia und Gedanken zu Sport, Politik und Kommerz unterhält Olympiasieger Dieter Baumann blendend im Bauhof.Dieter Baumann, Bauhof

Quelle: Torsten Lippelt

Hemmingen-Westerfeld. Einst als „weißer Kenianer“ tituliert, hatte er im Jahr 1992 bei der Olympiade in Barcelona die Goldmedaille im 5000-Meter-Lauf gewonnen. Bis zu seinem sportlichen Karriereende 2003 kamen unter anderem noch Gold- und Silbermedaillen bei Europameisterschaften dazu. Seit 2009 ist der Schwabe nun erfolgreich als Kabarettist mit eigenen Programmen unterwegs, die sich passend um die Welt des Sports und ihre Absurditäten drehen.

Zu seinem aktuellen Titel „Dieter Baumann, die Götter und Olympia“ marschierte der 51-jährige sinnigerweise zur Olympia-Fanfare und mit entsprechender Flagge auf die Bauhof-Bühne und entzündete dort die – allerdings nur elektrische - Olympische Flamme. Schnell kam er mit seinen Zuschauern ins Gespräch, hatte Baumann doch direkt vor seinem Auftritt Kärtchen verteilt, auf denen die zahlreichen Lauf-Liebhaber unter den Besuchern ihre zumeist sportlichen Fragen formulieren konnten. Oft genug waren die Fragen dann passende Stichworte für Anekdoten. Dass die Deutschen immer bei der Luftpistole gewinnen, weil kein anderer diesen Sport ausübe. Dass es jeden Tag rauschende Partys der Olympiasieger gebe – und jeder Teilnehmer deshalb auch fünf Kondome erhalte. Und dass der wahre Olympiasieger am Ende der mit den meisten eingetauschten Pins am offiziellen Delegationshut sei.

Baumann fand aber auch kritische Worte: zu unterdrückter Meinungsäußerung bei der Olympiade in Sotschi und zur Bestrafung der Falschen beim aktuellen russischen Olympia-Doping. Nicht zuletzt auch zum Sportkleidungs-Hype für Läufer, der von Kompressionsstrümpfen und Handschuhen über Stirnleuchten bis hin zu mentaler Stimulation per Kopfhörer reicht. Nach einem gelungenen Strip vom Anzugträger zum Läufer drehte er dafür symbolisch fliegend „wie ein Adler“ – getreu einem dieser Coachprogramme – einige Runden um seinen Bühnen-Schreibtisch. „Zum Laufen brauche ich eigentlich nur mich“, kritisierte er das enorme Marketing-Umfeld. „Und natürlich meine Asics…“

Von Torsten Lippelt

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