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Phantombildzeichner berichtet in Kirche

Hiddestorf Phantombildzeichner berichtet in Kirche

Ungewöhnlicher Gast im Gottesdienst in der Nikolaigemeinde: Der Berenbosteler Kriminalhauptkommissar Dirk Scheerle berichtete am Sonntagabend in der Hiddestorfer Kirche von seinem Arbeitsalltag als Phantombildzeichner beim Landeskriminalamt Niedersachsen.

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Phantombildzeichner Dirk Scheerle zeigt während des Gottesdienstes in der Nikolaikirche anschaulich, wie sehr das Wahrnehmungsvermögen vom räumlichen und kulturellen Umfeld abhängt.

Quelle: Torsten Lippelt

Hiddestorf. Zustande gekommen war der Besuch durch Doris Grötschel. Das Hiddestorfer Kirchenvorstandsmitglied hatte Scheerle vor mehreren Monaten bei einer Veranstaltung in der Garbsener Ortschaft Horst erlebt und initiierte, dass nun auch Hemminger seine Ausführungen zum Thema „Unsere Wahrnehmung“ kennen lernen sollten.

Dafür hatte der Polizeibeamte zahlreiche Folien für einen Projektor mitgebracht, auf denen er sich mit dem Thema Wahrnehmung und Wirklichkeit beschäftigte. Dazu gehörten Vexierbilder, bei denen die Betrachter mal zwei Portraits oder aber eine Vase sahen sowie einen weit verzweigten Baum oder aber fast zehn Gesichter. „Es gibt kein entweder/oder, sondern nur ein sowohl/als auch in der Welt“, sagte Scheerle. Das bemerke er in seiner täglichen, landesweiten Arbeit, bei der er zusammen mit einem Kollegen bis zu 1000 Zeichnungen im Jahr von Verdächtigen erstellt.

Am direktesten seien meist die Beobachtungen von Kindern. Bei Erwachsenen kämen Überlegungen dazu, ob man etwas so sagen kann, wie man es fühlt und welche Wahrnehmungen der jeweilige Zeuge mit dem von ihm Gesehenen verknüpft. Scheerle erläuterte, dass es Unterschiede gebe zwischen der eigenen Wahrnehmung der Welt und der Wirklichkeit, wie sie ist. Dazu zeigte er unter anderem Fotos einer nur von Mond- beziehungsweise Scheinwerferlicht erleuchteten Straße, mit Silhouetten einer Frau und eines Mannes. „Empfinden Sie beide als nach Hilfe suchend oder aber bedrohlich?“, fragte er das nachdenkliche Publikum. Scheerle verband zudem die Erfahrungen seiner Arbeitswelt mit seinem Glauben: Auch das Bild von Jesus habe sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt und hänge vom jeweiligen kulturellen Umfeld ab, merkte er an.

Passend zum kriminalistisch-religiösen Thema kam die Kollekte beim Gottesdienst dem Opferhilfe-Verein „Der Weisse Ring“ zugute. Dessen langjährige, ehemalige regionale Außenstellenleiterin Sabine Porth aus Harkenbleck stellte die Arbeit der gemeinnützigen Organisation kurz vor. Porth hatte erst vor kurzem mit ihrem Ehemann Albert für die ehrenamtliche Arbeit die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

Im Anschluss an den Gottesdienst versammelten sich die etwa 40 Besucher noch zu Gesprächen mit Dirk Scheerle und Pastor Richard Gnügge im Turm der Nikolaikirche.

Von Torsten Lippelt

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