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29 Vorfahrtsschilder auf dem Köllnbrinkweg?

Hemmingen-Westerfeld 29 Vorfahrtsschilder auf dem Köllnbrinkweg?

Kuriose Situation: Hemmingens Politiker wollen den als Fahrradstraße ausgewiesenen Köllnbrinkweg in Hemmingen-Westerfeld sicherer machen. Doch jede bisher gedachte Alternative scheint gleichzeitig auch Gefahren in sich zu tragen.

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Dietmar Juschkewitz, Leiter der Tiefbauabteilung der Stadt, fährt mit dem Dienstrad auf dem Köllnbrinkweg. Auf der Fahrbahn sind die  Piktogramme zu sehen und im Hintergrund ein Schild, das auf die Fahrradstraße hinweist.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen-Westerfeld. Der zur Grundschule führende Köllnbrinkweg ist seit 2016 eine Fahrradstraße. Autos sind dort zugelassen, jedoch haben Fahrradfahrer Vorrang, dürfen sogar nebeneinander fahren. Als Höchstgeschwindigkeit gilt Tempo 30. Dennoch gilt auf der gesamten Straße noch die "Rechts vor links"-Regel. "Das ist für die vielen Kinder, die dort zur Schule fahren, aber auch für Erwachsene irritierend. Auf der gesamten Straße haben sie Vorrang und müssen dann doch an jeder Einbiegung die Vorfahrt achten", sagte die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen, Ulrike Roth, in der Sitzung des Sozialausschusses am Mittwochabend. 

Die Bündnisgrünen haben deshalb den Antrag gestellt, dass der gesamte Köllnbrinkweg als Vorfahrtstraße ausgewiesen wird. Roth verschwieg nicht, dass einige Anwohner bereits Bedenken geäußert haben. "Schon jetzt halten sich viele Autofahrer dort nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Anwohner fürchten, dass diese noch schneller fahren, wenn sie auf der ganzen Straße Vorfahrt haben", sagte Roth.

Fachbereichsleiter Sven Bertram erklärte, dass die Polizei diese Bedenken teile. "Auf unsere Nachfrage hieß es, dass die Rechts-vor-links-Regel zur Verkehrsberuhigung beitrage", sagte er. Bertram wies auch darauf hin, dass bei einer Straße wie dem Köllnbrinkweg diese Vorfahrtsregel üblich sei. "Wenn wir die Vorfahrt ändern, müssen wir das an jeder Einbiegung ausweisen. Das bedeutet, dass wir 29 Schilder aufstellen müssten", sagte er.

Jan Dingeldey (CDU) betonte, dass er den Sinn des Antrags der Bündnisgrünen nachvollziehen könne, aber auch Verständnis für die Bedenkenträger habe. "Wenn es eine Vorfahrtstraße wird, fahren dort viele Autos vermutlich schneller als jetzt. Dann wird es zudem auch noch lauter für die Anwohner", sagte er - und schlug stattdessen vor, zunächst noch einmal deutlicher zu machen, dass es sich um eine Fahrradstraße handelt. "Die Piktogramme auf der Straße sind zu klein", sagte er.

Auch Kurt Pages (SPD) meint, dass viele noch an die alten Regeln gewöhnt seien. So fahren viele Fahrradfahrer noch immer auf dem Gehweg, obwohl dieser jetzt ausschließlich für Fußgänger gedacht sei. Die Bündnisgrünen zogen ihren Antrag schließlich zurück. "Wir sind zufrieden, wenn wir jetzt zunächst eine Diskussion darüber angestoßen haben, wie die Straße noch sicherer werden kann", sagte Roth. Die Verwaltung wurde beauftragt, die tatsächlichen Geschwindigkeiten der Autos dort zu messen. Dann soll das Thema erneut diskutiert werden. 

Auch DUH zieht Antrag zurück

Die DUH hatte die Installation einer Querungshilfe - zum Beispiel einen Zebrastreifen - auf der Kreisstraße 222 in Harkenbleck im Bereich der Bushaltestelle Hallerskamp oder der nahegelegenen Kreuzung beantragt. Doch Parteimitglied Bernd Filax sagte, dass die Stadt auch dort zunächst die Geschwindigkeiten der Autos messen sollte. Damit könne der Antrag an die Region Hannover noch untermauert werden.

Bertram wies darauf hin, dass die Chancen auf Erfolg nicht gut seien. Die Region installiere Querungshilfen meist erst, wenn mehr als 200 Fußgänger pro Stunde die Stelle passieren. Diese Zahl werde in Harkenbleck nicht erreicht. Kerstin Liebelt (SPD) schlug vor, an der Stelle ein Gerät zu installieren, das den Autofahrern ihre Geschwindigkeit anzeige. "Selbst wenn dort nicht geblitzt wird, fahren viele aufgrund der Anzeige meist schon langsamer" sagte sie.

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