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Planung für Hochwasserschutz wird immer teurer

Hemmingen Planung für Hochwasserschutz wird immer teurer

Die Stadt wird weitere 200 000 Euro für die Planung eines Hochwasserschutzes investieren. Dafür hat sich der Rat einstimmig ausgesprochen. Doch aus den Reihen der Zuschauer gab es Kritik: "Die Ausgabe ist eine Verschwendung von Steuergeldern für ein überflüssiges Projekt", hieß es.

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Gespräche am geplanten Deich: Bei einer Begehung erklärt Ingenieur Andreas Werner (Mitte) den Hemmingern, wie und wo der Hochwasserschutz verlaufen soll.

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Hemmingen. Braucht die Stadt Hemmingen wirklich einen Hochwasserschutz? Die Meinungen in der Bevölkerung wie auch in der Politik gehen auseinander. "Mir scheint es eher ein Steckenpferd der Stadt zu sein, das sie nicht aufgeben will", sagte einer der Gäste in der Ratssitzung am Donnerstagabend. Grund für die Kritik sind die hohen Kosten, die das Projekt bereits in der Planung verursacht. Zwei Gutachten für insgesamt 450 000 Euro hat es bereits gegeben. Jetzt soll ein drittes für weitere 200 000 Euro folgen.

"Es wäre absurd, den Prozess jetzt abzubrechen. Dann hätten wir wirklich Geld verschenkt", sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Ullf Konze. Die bisherigen Gutachten hätten keinerlei Hinweise darauf gegeben, dass ein Hochwasserschutz überflüssig sei. Von Beginn an sei klar gewesen, dass drei Gutachten benötigt werden, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Dieser Meinung schloss sich auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Beismann an. "Erst wenn alle Gutachten vorliegen, können wir entscheiden, ob das Projekt umgesetzt werden soll", sagte er.

Zudem seien die Gutachten auch nötig, um Fördermittel vom Land Niedersachsen für den eventuellen Bau eines Deiches zu bekommen. Dieser würde voraussichtlich etwa zehn Millionen Euro kosten. Die Politik ist sich bereits jetzt einig, dass die Stadt das in keinem Fall allein bezahlen kann.

Die Bündnisgrünen haben sich mit der Entscheidung über das dritte Gutachten sehr schwer getan, verriet der Fraktionsvorsitzende Jürgen Grambeck. "Doch wer a und b sagt, muss auch c sagen", ergänzte er. Die DUH sieht derweil noch viele offene Fragen: Wie hoch ist die Eintrittswahrscheinlichkeit? Welche Gefahr geht tatsächlich von einem Hochwasser aus? "Doch gerade weil es diese offenen Fragen gibt, brauchen wir noch das nächste Gutachten", sagte der Fraktionsvorsitzende Wolf Hatje. So sieht es auch Bürgermeister Claus Schacht (SPD). "Es ist unsere Pflicht als Stadt, für die Zukunft zu planen und vorzusorgen", sagte er. Der Rat sprach sich schließlich einstimmig für das dritte Gutachten aus.

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