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Die Angst vor der Sturzgeburt auf der Bühne

Hemmingen-Westerfeld Die Angst vor der Sturzgeburt auf der Bühne

Mit Musik und spitzer Zunge hat die Kabarettistin Sarah Hakenberg die Besucher im ausverkauften Kulturzentrum bauhof begeistert. Ihr Programm heißt "Nur Mut!" und berichtet von zahlreichen Ängsten. Eine konkrete Angst der schwangeren Hakenberg war es, auf der Bühne eine Sturzgeburt zu bekommen.

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Die schwangere Sarah Hakenberg singt im bauhof auch über ihre Angst vor einer Sturzgeburt auf der Bühne. 

Quelle: Tobias Lehmann

Hemmingen-Westerfeld. "Stellen Sie sich mal vor, ich würde hier auf der Bühne mein Kind bekommen. Dann wäre ich und auch Hemmingen schlagartig berühmt", sagte Hakenberg zu den Gästen. Immer wieder suchte sie das direkte Gespräch, fragte nach Namensvorschlägen. Sie erzählte von einem Jungen aus einem Kindergarten, der sich ihr einmal als Perschelbär vorgestellt habe. Auf Nachfrage bei der Mutter erfuhr sie, dass der Junge Pierre Gilbert hieß und seinen Namen noch nicht richtig aussprechen konnte. 

Schwerpunkt des Programms von Hakenberg waren jedoch Ängste. "Es gibt 650 wissenschaftlich anerkannte Ängste, unter anderem vor Flöten und Truthähnen und die Angst, von einer Ente beobachtet zu werden", sagte Hakenberg. Eine Angst sei überflüssig und sollte auch nicht ernst genommen werden: Die Xenophobie, die Angst vor Fremden. Besorgten Bürgern teilte sie in einem Lied auf ihrem Klavier mit, "dass mehr Schutz und Sicherheit sicher nicht weiter helfen". Sie wies darauf hin, dass auch Musik Ängste auslösen kann. So wirke der zum Beispiel in Mozarts Requiem verwendete D-Moll-Akkord bedrückend. Geradezu bedrohlich klinge er rückwärts aufgebaut, sagte Hakenberg und spielte die Noten a-f-d.  

Auch der Homophobie widmete sie ein Lied und bat die Profifußballer darum, sich endlich zu outen. Das Thema Fußball nahm die Kabarettistin auch noch in einem weiteren Lied auf und nannte zunächst Wolfsburg als Verein, den die Protagonisten hassen. "Wäre Braunschweig noch schlimmer?", fragte sie und bekam zustimmenden Applaus, worauf sie noch einen weiteren Refrain an die Braunschweiger richtete.

Ganz am Ende kam Hakenberg dann nochmal auf den Titel ihres Programms zurück und riet den Besuchern, Mut zu haben und auch einmal den Mund aufzumachen, wenn etwas nicht in Ordnung sei. Und wenn das nichts bringe, helfe möglicherweise "ein kleiner Mord in Gedanken".  

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