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Schüler drehen deutsch-polnische Doku

Hemmingen Schüler drehen deutsch-polnische Doku

Schüler der KGS Hemmingen haben sich nach Polen aufgemacht, um dort gemeinsam mit polnischen Schülern einen Dokumentarfilm über die Sinti und Roma zu drehen. Die Jugendlichen der Film-AG werden dabei von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" unterstüzt.

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Mit Kamera und Tongeräten von der Hemminger KGS und aus dem Medienzentrum Hannover nach Polen: die Schüler aus Hemmingen beim Drehen in Wroclaw.

Quelle: privat

Hemmingen. Es war ein ergreifender Moment: Eine 13-Jährige aus Rumänien erzählt von der Zeit, als sie noch in Bremen wohnte und zur Schule ging, aber als Roma nicht akzeptiert worden sei. Mittlerweile lebt sie in Polen und geht Betteln. Schüler der KGS Hemmingen haben sie in Wcroclaw (Breslau) getroffen, als die Gruppe einen Dokumentarfilm über das Leben von Sinti und Roma gedreht hat.

Polnische Schüler des dortigen Gymnasiums haben die Interviews geführt, die Hemminger kümmerten sich um die Kameraführung und den Ton. Im Herbst, wenn die polnischen Schüler nach Hemmingen kommen und in Hannover drehen, ist es genau umgekehrt. Bei dem Projekt soll unter anderem dargestellt werden, wie sich die Mehrheit der Gesellschaft gegenüber ethnischen Minderheiten verhält. Gefilmt wurden nicht nur Passanten auf offener Straße, sondern auch in einer Kita und in einem Jugendzentrum. Die Erfahrung der Hemminger: „Jüngere sind eher bereit vor der Kamera etwas zu sagen als Ältere“, sagt Schülerin Nadja Böhm. Solveig Schulz erläutert, bei einem anfänglichen Quiz habe sich gezeigt, dass die Befragten nur wenig über Sinti und Roma wissen.

Aus dem Material - allein die Hemminger haben 20 Stunden zusammengetragen - wird ein 60 bis 90 Minuten langer Film, der Anfang 2016 fertig und in der KGS öffentlich gezeigt werden soll. Er soll auch vom Server des Niedersächsischen Kultusministeriums abrufbar sein. Der Schnitt ist in Hemmingen in Absprache mit den Polen geplant. Der Film wird in deutscher und polnischer Sprache untertitelt. Die Hemminger aus dem elften Jahrgang haben an der KGS das Seminarfach Film belegt. Zehn Schülerinnen und ein Schüler sind mit den beiden Lehrern Reinhold Baaske und Vera Rüther für eine Woche mit Zug und Bus nach Wcroclaw gefahren.

„Wir haben uns morgens in der Schule getroffen und alles besprochen, hauptsächlich auf Englisch“, erzählt Nadja Böhm. Die Schüler kannten sich: Sie hatten sich bereits über das soziale Netzwerk Facebook ausgetauscht.

Einzige Schule in der Region

Gefördert wird das Projekt „Bildung: Inklusion, Assimilation oder Exklusion?“ von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ). KGS-Lehrer Reinhold Baaske erläuterte, europaweit habe es rund 100 Bewerbungen für die Förderung gegeben. Etwa 12?800 Euro stellt die Stiftung der Hemminger KGS nach eigenen Angaben zur Verfügung gestellt. Sie ist die einzige geförderte Schule in der Region Hannover und eine von dreien in Niedersachsen. Die Förderung wird alle zwei Jahre ausgeschrieben. Bereits 2013 wurde die KGS Hemmingen beim Filmprojekt zum Thema Antisemitismus unterstützt.

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