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Flüchtlingsnetzwerk ist breit aufgestellt

Hemmingen Flüchtlingsnetzwerk ist breit aufgestellt

Die Sammelunterkunft an der Heinrich-Hertz-Straße 23 in Hemmingen-Westerfeld öffnet. Die größte Flüchtlingsunterkunft im Stadtgebiet soll nicht nur diesem Zweck dienen, sondern auch sprachlich-kreatives Zentrum sein.

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Deutschunterricht in der Begegnungsstätte an der Göttinger Straße in Arnum.

Quelle: privat

Hemmingen. Das erste berufliche Einstiegsseminar für zunächst 18 Flüchtlinge beginnt am Dienstag, 4. Oktober. Stadt, Jobcenter und Leine-VHS arbeiten hierbei zusammen. „Die wichtigsten Bausteine der Integration sind die Sprachförderung und der Zugang zum Arbeitsmarkt“, heißt es im jüngst vom Rat beschlossenen Integrationskonzept der Stadt. Ab Mitte Oktober sollen laut Verwaltung zunächst bis zu 60 Menschen in der Heinrich-Hertz-Straße einziehen. Platz ist dort für bis zu 160 Personen.

In ganz Hemmingen leben etwa 390 Flüchtlinge, die meisten aus Syrien (93), dem Irak (58) und Iran (43). Etwa 170 Ehrenamtliche engagieren sich im Hemminger Netzwerk für Flüchtlinge.

Seit fast einem halben Jahr gibt es einen Koordinierungskreis des Netzwerkes. Jede Gruppe, zum Beispiel die Sprachvermittlung, ist mit zwei Mitgliedern in diesem Kreis vertreten. Das 2013 gegründete Netzwerk ist eine Initiative der Stadt, der Bürgerstiftung und der Kirchengemeinden und eine lose Organisation unter dem Dach der Bürgerstiftung Hemmingen. Am Stammtisch am Mittwoch, 28. September, ab 19.30 Uhr in der Heinrich-Hertz-Straße können auch Bürger teilnehmen, die nicht im Netzwerk organisiert sind.

Die einzelnen Gruppen:

Die Deutschvermittler: „So nennen wir uns und bilden die größte Gruppe im Netzwerk“, erläutert Dietrich Westerkamp. Seit Juni 2015 bringen sie zwei Mal in der Woche individuell Deutsch bei. Bis auf eine Ausnahme sind alle rund 30 Helfer keine Lehrer. Insgesamt mehr als 100 Flüchtlinge haben das Sprachangebot schon angenommen. Weil die Teilnehmer ihre Kinder mitbringen können, die in der Zeit betreut werden, wurde die Begegnungsstätte an der B 3 in Arnum zu klein. Auch die gegenüberliegenden VHS-Räume werden genutzt. Seit Mai 2016 gibt es ein Angebot im Trinitatis-Gemeindesaal in Hemmingen-Westerfeld.

Die Begleiter: Sie kommen bei Besuchen zum Beispiel bei Behörden und Ärzten zum Einsatz. Einige kümmern sich bereits seit mehreren Jahren um die Flüchtlinge. Die Integrationspaten kennen sich bei den Angeboten in der Stadt gut aus und können vermitteln. Zurzeit gibt es etwa 30 feste Patenschaften. Neue Paten, die Einzelpersonen oder Familien betreuen, werden gesucht. Sie werden gebeten sich an Hermann Heldermann zu wenden, seit März Flüchtlingskoordinator der Stadt. Er ist unter Telefon (05 11) 42 26 65 zu erreichen, E-Mail: hermann.heldermann@stadthemmingen.de.

Die Café-Betreiber: 30 bis 50 Ehrenamtliche und Flüchtlinge kommen zu den monatlichen Treffen des Interkulturellen Cafés in den Räumen von St. Johannes Bosco in Hemmingen-Westerfeld. "Ziel ist in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen", sagt Gerhard Ney. Das Café wurde 2015 eingerichtet. Ab Oktober soll es in den Kreativ-Treff in der Heinrich-Hertz-Straße eingebunden werden (siehe unten).

Die Kreativen: Etwa 20 Besucher, vorwiegend weiblich, kommen zu den Kreativ-Treffen. Sie nähen beispielsweise oder stricken. Das Selbstgemachte wird verkauft wie zum Beispiel beim Neujahrsempfang der Stadt. Der Erlös fließt ins Netzwerk. Für die Treffen, ab Oktober zwei Mal wöchentlich jeweils 3 Stunden in der Heinrich-Hertz-Straße, werden noch Nähmaschinen gesucht.

Die Radfahrer: In der Fahrradwerkstatt gibt es Hilfe zur Selbsthilfe. Die Helfer vermitteln gebrauchte Fahrräder, bringen aber auch Interessierten das Radfahren bei. Die Werkstatt befindet sich an der Talstraße 5 in Pattensen. Zu den Helfern gehören aber viele Mitglieder der Ortsgruppe Hemmingen/Pattensen im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Die Öffentlichkeitsarbeiter: Der Newsletter erscheint nach drei Ausgaben nicht mehr, bedingt durch den beruflichen Wechsel einer Verwaltungsmitarbeiterin. Aktuelle Informationen gibt es im Internet auf fluechtlinge-hemmingen.de. Die Seite soll bald neu gestaltet werden.

Die Bestärkenden: In der Flüchtlingsunterkunft soll ein von der Region geförderter Elterntreff ins Leben gerufen werden. Zielgruppe sind Familien mit Kindern bis zu zehn Jahren „mit geminderten Teilhabechancen“, wie es die Stadtverwaltung formuliert. Für dieses Jahr ist ein Eröffnungsfest geplant. Ab 2017 soll es dann zwei Treffen pro Woche geben.

Auch außerhalb des Netzwerkes engagieren sich viele Hemminger in der Flüchtlingsarbeit. Drei Beispiele:

Kleiderkammer: Alle zwei Wochen kann gegen ein kleines Entgelt im Keller des Freibades Arnum gespendete Kleidung erworben werden.

Laptops: 2015 startete in Hemmingen und Pattensen die Initiative Notebooks für Flüchtlinge. Innerhalb eines Jahres wurden mehr als 80 Geräte gespendet. Nach vielen Privatspenden hoffen die Helfer nun auf Spenden von Firmen. Wer Notebooks abgeben möchte, schreibt eine E-Mail an nff@directbox.de.

Minidecki: Hemminger nähen persönliche, kuschelige Decken für Flüchtlingskinder und schenken sie ihnen. Mehr als 50 Decken hat die Gruppe schon gemacht. Wer Stoffe spenden oder sich der Gruppe anschließen möchte, schreibt eine E-Mail an minidecki@directbox.de.

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