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Besucherzentrum am Römerlager?

Wilkenburg Besucherzentrum am Römerlager?

Es ist eine beeindruckene Vision: ein Besucherzentrum am Römerlager in Wilkenburg. Ein fast 15 Meter hoher Turm mit einer Aussichtsplattform ragt in die Höhe, von der der Betrachter einen Eindruck vom Ausmaß des 2015 entdeckten Lagers bekommt, aber auch bis in die Leineauen blicken kann.

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So soll das Besucherzentrum aussehen. Entwurf: Broszeit

Quelle: privat

Wilkenburg. Entworfen hat ihn Dr. Jens Broszeit, der einen Lehrauftrag an der Fakultät für Architektur und Landschaft an der Leibniz Universität Hannover hat. Er ist Mitglied im Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen und leitet das Planungsbüro ArchiVerde in Hannover. Broszeit möchte, wie er es vorsichtig formuliert, „eventuell einen Beitrag zum Erhalt des Römerlagers leisten“.

In Wilkenburg gilt zurzeit der alte Spruch: „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.“ Broszeit betont daher: „Architektur in der Landschaft kann, wenn sie gut gemacht ist, dem Besucher dienen, auf einer scheinbar leeren Fläche kleinste Spuren zu entdecken, die seinen Sinnen zuvor verborgen waren.“ Oder anders ausgedrückt: „Es geht hier nicht um eine Rekonstruktion à la Disneyland, sondern um eine Symbiose von Archäologie und Architektur.“ Die Baukosten schätzt der Hannoveraner auf 350 000 Euro, sie könnten aber unter anderem durch Spenden und Zuwendungen, etwa von Stiftungen, getragen werden. Auch die Grundstücksfragen seien zu klären, räumt er ein. Doch das Besucherzentrum wäre ein Anlaufpunkt für Schulklassen und der erste größere Anziehungspunkt für Touristen im Hemminger Stadtgebiet.

Broszeit schlägt eine Stahlskelettkonstruktion mit einer Verschalung aus Eichenholz vor. Eine Freitreppe soll auf die überdachte Plattform führen. Die abgerundeten Ecken des einstigen Marschlagers könnten durch hölzerne Pfeile teilweise markiert werden, über das Gelände könnte ein Lehrpfad mit dem Turm als Ausgangs- und Endpunkt führen. Bis dahin: ein weiter Weg. Passenderweise könnte man fast sagen: ein langer Marsch. Doch das größte römische Bodendenkmal Niedersachsens drohe dem Kiesabbau zum Opfer zu fallen. Das sei keine Vision, sondern ein Drama, sagt Broszeit.

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