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Neue Bauflächen: Arnum hat das größte Potenzial

Hemmingen Neue Bauflächen: Arnum hat das größte Potenzial

Die Stadt Hemmingen ist als Wohnort beliebt, nicht nur wegen der Nähe zu Hannover, sondern auch wegen der Leineaue, den Teichen und Waldstücken. Doch für neue Wohn- und Gewerbegebiete stehen der Stadt keine eigenen Flächen zur Verfügung. Das geht aus dem Vorentwurf des neuen Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) hervor.

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Das Bild zeigt das Neubaugebiet Bockstraße in Arnum beim Baustart. Dort stehen mittlerweile schon viele Neubauten.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen. Die Diskussion darüber hat gerade erst begonnen. Informationsabende der Stadt stehen noch aus. Es werden noch Monate vergehen, bis das Konzept im Rat beschlossen wird.

Im Hinblick auf ihre Fläche ist Hemmingen die kleinste Stadt in der Region Hannover. Bei Nachfragen nach Wohnungen und Häusern kann die Stadt zurzeit nur auf Veränderungen im Bestand verweisen. Ein Baulückenkataster gibt es nicht. „Es würde nur dann sinnvoll sein, wenn es Auskunft über tatsächlich verfügbare Grundstücke geben würde, bei denen auch die baurechtlichen Voraussetzungen für eine Bebauung vorliegen“, heißt es in dem Konzept. Die Stadt habe dies bereits untersucht. Das Ergebnis: Es gebe zu wenig Baulücken, daher sei der Aufwand zu groß.

Sogar ältere Baugebiete seien stark nachgefragt. Leerstände gebe es dort nicht. Dafür hat die Verwaltung an drei Stellen mehrere Straßenzüge untersucht, darunter das Baugebiet Wundram-/Schmedestraße in Hemmingen-Westerfeld. „Der Bedarf an barrierefreien, mindestens barrierearmen Wohnformen wird weiter steigen.“

Allerdings seien die Grundstückspreise in den vergangenen Jahren teilweise erheblich gestiegen. „Als eine besondere Aufgabe zeichnet es sich daher ab, Wohnbedürfnisse aller Bevölkerungsgruppen zu erfüllen und nicht nur ein einkommenstarkes Klientel zu bedienen.“

Welche Prognosen gibt es zur Bevölkerungsentwicklung? In der Landeshauptstadt und im sogenannten Speckgürtel, zu dem auch Hemmingen zählt, wird die Zahl der Einwohner bis zum Jahr 2030 voraussichtlich steigen, während sie in weiter entfernten Städten wie Springe möglicherweise abnehmen wird. Jeder Fünfte in Hemmingen wird im Jahr 2030 älter als 65 Jahre alt sein (2014: 17,8 Prozent).

Mehr als 20 der etwa 120 Seiten des ISEK-Vorentwurfs sind dem Thema Wohnen gewidmet. Zu beachten ist: Wird von Bauflächen gesprochen, entstehen nicht überall Wohnhäuser, sondern es sind oft Gebiete eines ganzen Bebauungsplans. Die Stadt kann zudem nicht munter drauf los planen, sondern muss zum Beispiel Vorgaben aus ihrem eigenen Flächennutzungsplan sowie aus dem Regionalen Raumordnungsprogramm berücksichtigen.

Die Stadtteile in alphabetischer Reihenfolge:

Arnum: Hemmingens größter Stadtteil hat auch das „größte Entwicklungspotenzial“ im Stadtgebiet. Als geeignet betrachtet die Verwaltung eine etwa 7 Hektar große Fläche im Süden. Dafür spricht unter anderem die gute Busanbindung. Allerdings könnte der Feldhamster einen Strich durch die Planung machen. 2007 seien dort mehr als 20 Bauten entdeckt worden. „Da über die Bauleitplanung auf Bauformen und Mietpreise nur bedingt Einfluss genommen werden kann, soll bevorzugt kommunales Bauland entwickelt werden, um auch über die Baulandvergabe weitere Steuerungsmöglichkeiten anwenden zu können.“ Vorrang solle der geförderte Wohnungsbau haben. 

Devese: Erst soll der Bau der B 3-Ortsumgehung abgewartet werden. Im Flächennutzungsplan, der die Stadtentwicklung im Groben regelt, sind bereits mögliche neue Bauflächen im Norden ausgewiesen. „Empfehlenswert wäre mit der Fläche Dunkle Straße zu beginnen, da diese bereits über die Köthnerreihe an das überörtliche Verkehrsnetz angebunden ist und unabhängig von der B-3-neu entwickelt werden könnte.“

Harkenbleck: Einen klaren Favoriten unter den möglichen Bauflächen nennt die Verwaltung nicht. Es gibt unter anderem ein Gelände im Westen, auf dem mal ein Sportplatz geplant war. Dies könnte, würde es als Baugebiet ausgewiesen werden, Grünfläche werden. Bei einem Areal im Osten sieht die Verwaltung „nicht zwingend Handlungsbedarf“. Wegen bestimmter Vorgaben dürfen nicht mehr als 2,5 Hektar als neue Bauflächen ausgewiesen werden.

Hemmingen-Westerfeld: Eine Fläche zwischen dem Real-Markt und der heutigen Bundesstraße 3 sei von „immenser städtebaulicher Bedeutung“, unter anderem wegen der geplanten Stadtbahn-Haltestelle und der vielen nahe gelegenen Supermärkte. „Für bezahlbaren Wohnraum für Bürger mit geringem Einkommen, zum Beispiel ältere Menschen und Immigranten, handelt es sich hier um einen optimalen Standort.“ Das Gartencenter Glende an der B 3 soll bestehen bleiben und in die neuen Pläne eingebunden werden.

Hiddestorf/Ohlendorf: Weil beide Stadtteile ineinander übergehen, werden sie zusammen betrachtet. Eine Fläche südlich des Wiesenwegs würde sich als Baufläche eignen. Darüber hinaus ist nur ein Areal entweder in Hiddestorf oder Ohlendorf möglich. Wegen Vorgaben aus dem Regionalen Raumordnungsprogramm dürfen die beiden Ortschaften nicht unbegrenzt wachsen.

Wilkenburg: Der mehr als 900 Einwohner zählende Stadtteil kann nicht größer werden. „Es gibt keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten mehr, da entweder Landschaftsschutz- oder Hochwasserschutzgebiete oder Kiesabbauflächen an Wilkenburg grenzen“, heißt es dazu in dem Konzept.

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