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Märkte brauchen mehr Verkaufsfläche

Hemmingen Märkte brauchen mehr Verkaufsfläche

Beim Thema Einkaufen schneidet Hemmingen gut ab. Von einer „weitgehend optimalen Versorgungsstruktur“ ist im Vorentwurf des neuen Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) 2025 die Rede. Die Einzelhandelslandschaft ist weiter im Umbruch, vor allem in Arnum, dem größten Hemminger Stadtteil.

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Es wird überlegt, das Geschäftszentrum an der Wilkenburger Straße in Arnum abzureißen und einen Neubau zu errichten.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen. So soll der 600 Quadratmeter große NP-Markt an der B 3 in Arnum in einen Edeka-Markt mit Vollsortiment auf bis zu 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche umgewandelt werden. Eröffnung soll voraussichtlich im Jahr 2018 sein. Der NP-Markt ist für die Arnumer zurzeit der einzige Lebensmittelmarkt in ihrem Stadtteil, nachdem der Jibi-Markt an der B 3 geschlossen hat. Auf diesem Gelände aber soll ein Penny-Markt mit voraussichtlich rund 800 Quadratmetern Verkaufsfläche errichtet werden.

Im Bereich Göttinger Straße/Wilkenburger Straße, wo sich unter anderem das Bürgerbüro, die Volkshochschule und neuerdings auch das Familienservicebüro befinden, gebe es weiterhin keine geeignete Fläche für einen Nahversorger. Der Eigentümer des Geschäftshauses an der Wilkenburger Straße 2 überlege jedoch, ob er das Gebäude abreißt und ein neues errichtet, bei dem das Grundstück besser ausgenutzt wird. Das würde auch dem Drogerieunternehmen Rossmann entgegenkommen, das dort seit zehn Jahren eine kleine Filiale mit etwa 440 Quadratmetern Verkaufsfläche betreibt.

Auch in Hemmingen-Westerfeld tut sich was: An der Gutenbergstraße eröffnet am Montag, 
24. April, mit Jawoll ein Sonderpostenmarkt. Jawoll zieht in die rund 2000 Quadratmeter großen Räume im Gewerbegebiet, in denen bis Ende vergangenen Jahres noch Zimmermann ansässig war. Das Geschäft war der einzige Sonderpostenmarkt im Stadtgebiet.

Der wichtigste Bereich im Stadtgebiet zum Einkaufen ist laut ISEK der Gewerbepark Hemmingen II unter anderem mit dem Real-Markt, dem Gartencenter Stanze und dem Aldi-Markt. Letzterer möchte seine Verkaufsfläche, die zurzeit rund 800 Quadratmeter beträgt, erweitern. „Dies aber erweist sich als rechtlich sehr problematisch“, heißt es dazu im Konzept-entwurf. Laut Regionalem Raumordnungsprogramm bekommt der gesamte Gewerbepark „hinsichtlich großflächiger Einzelhandelsvorhaben keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten zugewiesen“.

Wer in die Zukunft schaut, muss auch die veränderten Verkehrsströme nach dem Bau der B-3-Ortsumgehung im Blick haben. Sie werden den Einzelhandel, der an der heutigen Bundesstraße  3 liegt, deutlich beeinflussen. „In Hemmingen-Westerfeld könnten diese Veränderungen eventuell durch die Verlängerung der Stadtbahn kompensiert werden“, heißt es dazu im ISEK. Die Stadtbahnverlängerung nach Arnum ist Zukunftsmusik. Gegebenenfalls seien bestimmte Bereiche attraktiver zu machen, zum Beispiel durch Öffnung des Gewerbegebietes Hemmingen-Westerfeld zur Göttinger Straße und „Gestaltungsmaßnahmen“ der Ortsdurchfahrt Arnum. „Da sich aber die Grundstücke entlang der Göttinger Straße in Arnum ausnahmslos in Privateigentum befinden, ist es sehr schwer für die Stadt, auf Maßnahmen gezielt hinzuwirken.“

Es bleibt eine Utopie, dass es in den kleineren Stadtteilen wieder Läden zum Einkaufen gibt, zum Beispiel in Harkenbleck. Von den wenigen Kunden, die meist in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, konnten die Läden nicht überleben. „Aus diesem Grund gibt es auch seitens der Einzelhandelsketten keinerlei Ansiedlungsinteressen“, ist dazu im ISEK vermerkt. Wo es noch kleinere Läden gibt, würden diese „von der Mehrheit der örtlichen Bevölkerung in der Regel nur zur ergänzenden Versorgung genutzt“.

Doch die Wege bis zum nächsten Supermarkt seien in Hemmingen kurz. Die Stadt ist im Hinblick auf die Fläche die kleinste in der Region Hannover. Hinzu kommt: Wer nicht mehr ganz so mobil ist, wird künftig wohl mehr über Internet bestellen und sich möglicherweise sogar Lebensmittel liefern lassen.

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