Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 3 ° wolkig

Navigation:
Star-Architekt entwirft Plan für Hemmingen

Hemmingen-Westerfeld Star-Architekt entwirft Plan für Hemmingen

An der Bundesstraße 3 in Hemmingen-Westerfeld soll ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werden. Dort ist ein Büroensemble für bis zu 1000 Mitarbeiter geplant – eine „Stadt in der Stadt“, wie es der Schweizer Star-Architekt Max Dudler ausdrückte.

Voriger Artikel
Feuerwehreinsatz im siebten Stockwerk
Nächster Artikel
Workshopteilnehmer geben ein Gratiskonzert

So soll das Büroensemble in Hemmingen-Westerfeld aussehen.

Quelle: Max Dudler

Hemmingen-Westerfeld. Er hat seinen Entwurf am Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt öffentlich vorgestellt. Das höchste Gebäude des Ensembles hat 13 Stockwerke und soll an der B3/Ecke Weetzener Landstraße stehen, das niedrigste Gebäude soll fünf Etagen haben. Vorgesehen ist, bestehende Gewerbebauten auf rund 9000 Quadratmetern Fläche abzureißen und dort insgesamt 25.000 Quadratmeter Bürofläche zu errichten. Im Erdgeschoss sollen Gastronomie und Geschäfte entstehen. Inmitten des Ensembles ist ein großer Platz geplant, zu dem Gassen führen. Parkplätze sollen in einer Tiefgarage auf zwei Geschossen geschaffen werden. Vorgesehen ist, das Bauprojekt innerhalb der nächsten zwei bis vier Jahre zu verwirklichen. Der Anlass: Dort ist dann der Haltestellen-Endpunkt der Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen-Westerfeld.

Der Ausschuss hat die Pläne grundsätzlich befürwortet, wenngleich manchen Mitgliedern 13 Stockwerke etwas zu hoch erscheinen. „Es geht nicht um die Höhe, sondern die Proportionen“, sagte Dudler. „Es sind keine Hochhäuser, sondern höhere Häuser.“ Das Ensemble solle so gestaltet sein, dass es auch noch „in 100 Jahren ein modernes Gebäude ist“. Dudlers bevorzugtes Baumaterial ist Klinker. Es drehe sich darum „eine Identität für den Ort zu schaffen“.

An der Sitzung nahmen auch Werner Fürst von der Firma Fürst Immobilien Hannover teil und der Eigentümer des Geländes. Fürst sagte, er habe in der vergangenen Woche mit zwei Unternehmern gesprochen und sie gefragt, ob Hemmingen für ihre Büros die geeignete Stadt sei. Eigentlich nicht, so die Antwort, wohl aber bei entsprechender Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr und in einem Gebäude „mit Wiedererkennungswert“. Da es in Hannover keine geeigneten Flächen mehr gebe, seien die „Außengebiete wichtig für die Zukunft“. Hemmingen sei wegen seiner Nähe zur Landeshauptstadt „bestens gelegen“.

Max Dudler will nun ein Modell erstellen. Auch in Hannover ist Dudler zurzeit im Gespräch: Nach seinen Plänen sollen an der Schulenburger Landstraße im Norden der Landeshauptstadt hunderte Studentenwohnungen entstehen. Dudler hat unter anderem das Jacob und Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität Berlin gebaut sowie das Besucherzentrum am Heidelberger Schloss.

Das sind die Reaktionen

Bürgermeister Claus Schacht: Hemmingens Verwaltungschef sagte, es solle eine Fläche bebaut werden, die zurzeit „städtebaulicher Wildwuchs“ sei. Für Hemmingen sei dies eine „herausragende Entwicklungschance“. Schacht erläuterte, anders als sonst habe die Verwaltung auf eine Drucksache zu dem Thema verzichtet, die sonst vor der Sitzung im Bürgerinformationssystem abzurufen ist. „Dann wäre es in den Medien beurteilt, bevor es im Detail vorgestellt wird.“ Er wünsche sich, dass das Vorhaben nun „mit offenem Blick“ bewertet werde. Es sei ein gutes Beispiel dafür, welche Chancen Hemmingen durch die Stadtbahnanbindung bekomme. Er hoffe auch, dass etliche Firmen ihren Sitz nach Hemmingen verlegen werden, um die Wirtschaftskraft der Stadt zu stärken. Zu der Diskussion über die Höhe des Gebäudes gab er zu bedenken, dass das gegenüberliegende Wohnhaus am Hahnenkamp auch 13 Stockwerke habe.

Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Dirk Fahlbusch (SPD): „Ich musste erst ein paar Mal schlucken“, räumte er ein. Solch ein Ensemble werde Hemmingen schließlich für eine lange Zeit prägen. Doch der Entwurf sei „faszinierend“ und bringe Hemmingen „weg von der Schlafstadt“.

SPD: Jens Beismann sprach von einem „großen, mutigen Wurf“. Ihn überzeuge vor allem „der hohe Gewerbeanteil bei geringem Flächenverbrauch“. Ihn erinnern die Pläne an Butler‘s Wharf, ein früherer Lagerhauskomplex nahe der Tower Bridge in London.

CDU: Christian Baxmann von einem „schönen Konzept“, wenngleich das Ensemble „recht wuchtig“ sei.

Bündnisgrüne: Ulrike Roth sagte, dies sei der Beginn einer „hochspannenden Diskussion“. Es sei „gut an dieser Stelle anzusetzen“. Von der Straße aus seien heute meist nur Gebäuderückseiten zu sehen. Zudem sei eine Verdichtung auf bestehenden Flächen besser als ein Neubau auf der grünen Wiese.

DUH: „Die aufgelockerte Form muss sein, sonst würde ich das Hemmingen, wie ich es kenne, nicht wiedererkennen“, gab Holger Falke zu bedenken.

doc6xecmsi1lw910s21q1xj

Fotostrecke Hemmingen: Star-Architekt entwirft Plan für Hemmingen

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6xf9v2sme1k1m0wsf33p
55 Aussteller präsentieren sich bei Kunsttagen

Fotostrecke Hemmingen: 55 Aussteller präsentieren sich bei Kunsttagen