Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Stephan Weil stellt sich Fragen auf Bierdeckeln

Devese Stephan Weil stellt sich Fragen auf Bierdeckeln

Ina Müller lässt grüßen: Mehr als 70 Frauen und Männer haben am Mittwoch den Abend mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) unter dem Motto „Auf ein Wort“ verfolgt. In Anlehnung an Müllers beliebte ARD-Talk-Show „Inas Nacht“ haben die Besucher ihre Fragen auf Bierdeckeln notiert.

Voriger Artikel
Blitzer an B3 in Arnum ist wieder in Betrieb
Nächster Artikel
Nach drei Jahren kommt die Ablehnung

Auf ein Wort (von links): der Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch, Ministerpräsident Stephan Weil und die Landtagskandidatin Kerstin Liebelt.

Quelle: Andreas Zimmer

Devese. Vorgelesen wurden sie vom SPD-Bundestagskandidaten Matthias Miersch und der SPD-Landtagskandidatin Kerstin Liebelt im Saal der Gaststätte Mutter Buermann in Devese. Natürlich kamen keine Fragen wie „Wären Sie lieber eine Frau?“ oder „Ist der Sex schon einmal an der falschen Unterhose gescheitert?“ Die Themen reichten aber überraschend tief ins Lokale wie beim geplanten Kiesabbau in Wilkenburg - ausgerechnet dort, wo Spuren eines Römerlagers gefunden wurden. Weil bat um Verständnis, dass er als Landesvater nicht bei allen Themen bis ins Detail informiert sei, doch dafür wurde Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht (SPD) nach vorn geholt, der sich unter den Zuhörern befand. Und Weil versprach anschließend: „Ich mache mich schlau.“

Auf Fragen zur Abordnung von Lehrern der Hemminger KGS an Grundschulen war Weil vorbereitet. Seien es anfangs mehr als 140 Stunden in der Woche gewesen, betrage die Zahl nach Gesprächen zwischen KGS, Grundschulen und Landesschulbehörde nun 71 Stunden, sagte er. Zuhörer hatten vor allem die späte Information in den Sommerferien kritisiert. Weil räumte ein: „Ich kann den Ärger verstehen. Das hätte früher und ruhiger gegenüber der Schulleitung adressiert werden können.“

Den meisten Applaus der Zuhörer – „überwiegend die reifere Jugend“, so Weil, „zu der ich auch gehöre“ – gab es wohl an der Stelle, als er über Kindertagesstätten sprach, die so schnell wie möglich beitragsfrei werden sollen, indem das Land für die Kosten aufkommt. Kurz war auch die aktuelle Vergabeaffäre in der Landesregierung Thema, als eine Bierdeckelfrage lautete, wie die Menschen mehr für Politik begeistert werden könnten. „Wir müssen uns an die Vorgaben halten, die wir uns selbst setzen“, sagte Weil. Ein Versuch, das Interesse an Politik zu steigern, sei der Talkabend in Devese. Die Besucher könnten dann feststellen: „Wir sind keine Aliens von einem fremden Planeten.“ Er warnte, Politik als Dienstleister zu sehen. Jeder Bürger habe seinen Beitrag zur Demokratie zu leisten.

Gefragt nach den in seiner Amtszeit erreichten Zielen antwortete Weil: „Das Land ist richtig gut unterwegs.“ Als Beispiel nannte er unter anderem den ausgeglichenen Haushalt. Beim Thema Integration jedoch sei das Land nicht so vorangekommen wie notwendig. „Aber die Sprachförderung ist auch kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf.“ Angesprochen auf den Wechsel der Landtagsabgeordneten Elke Twesten von den Grünen zur CDU, der den Verlust der Mehrheit und vorgezogene Neuwahlen bedeutete, sagte Weil: „Diesen Freitag werde ich mein Leben lang nicht vergessen.“

Nach 90 Minuten endete der Talk mit Weil, der – wie er humorvoll anmerkte früher mal Oberbürgermeister in einem „Vorort von Hemmingen war“ – und wie bei „Inas Nacht“ stand ein Glas Bier auf dem Tisch und der Stapel mit Bierdeckeln und Fragen darauf war groß.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6xfayo6z00xq9d7f33p
Männer 50plus lassen es rocken

Fotostrecke Hemmingen: Männer 50plus lassen es rocken