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Und wer zahlt jetzt den Schaden?

Verfolgungsjagd in Hemmingen Und wer zahlt jetzt den Schaden?

Nach der wilden Verfolgungsjagd von Hemmingen stellt sich nicht nur der betroffene Radiomoderator Till Uhlig die Frage: Wie gehen Versicherungen mit Schäden durch Vandalen um? 

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Nur noch Schrott: Diebe hatten den Skoda in Döhren geklaut – und nach einer wilden Verfolgungsjagd in Wilkenburg gegen einen Verteilerkasten gesteuert.

Quelle: Lennart Fieguth/Feuerwehr Hemmingen

Hemmingen. Als es in der Nacht auf Dienstag an der Haustür von Till Uhlig klingelte, ahnte der Radiomoderator noch nicht, dass er gleich eine Szene wie aus einem Fernsehkrimi erleben würde. Die zwei Polizisten, die vor seiner Tür standen, übersprangen den Smalltalk. „Ich wurde direkt gefragt, ob ich wüsste, wo meine Autoschlüssel seien“, erzählt Uhlig. Als er den Beamten beide Schlüssel für seinen Skoda vorlegen konnte, wollten diese auch den Wagen sehen. „Da ahnte ich schon, dass das nicht gehen würde“, sagt Uhlig. Und er hatte Recht.

Drei Unbekannte hatten den Wagen, den er vor 17 Uhr an der Straße am Lindenhofe abgestellt hatte, gestohlen und sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. An deren Ende rasierten die Diebe mit dem Auto mehrere Verkehrsschilder in Wilkenburg ab und rammten eine Werbetafel, eine Mauer und einen Stromverteilerkasten. Letzterer wurde bei dem Zusammenstoß so stark beschädigt, dass mehrere Stunden lang der Strom in zwei Haushalten in Wilkenburg ausfiel. Wie hoch der Schaden ist, der bei dem Unfall entstand, ist noch unklar. Till Uhlig macht sich jedoch keine Sorgen. „Ich gehe davon aus, dass die Versicherung den Schaden übernimmt“, sagt er.

Drei Männer krachen bei der Flucht vor der Polizei mit einem gestohlenen Auto in einen Verteilerkasten in Wilkenburg. Dadurch waren Teile der Gemeinde Hemmingen zeitweise ohne Strom.

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„Das ist auch so“, sagt Hasso Suliak vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Selbst wenn der Autobesitzer nur über eine Teilkaskoversicherung verfügt, die bei Unfällen sonst nicht die Schäden am eigenen Fahrzeug zahlt, kann der Versicherte bei einem Diebstahl mit dem Wiederbeschaffungswert seines Wagens rechnen. „In solchen besonderen Fällen deckt die Versicherung auch die Schäden, die von den Dieben mit dem Auto verursacht wurden“, sagt Suliak. Das heißt, Uhlig wird auch nicht für die zerstörten Verkehrschilder, die Werbetafel und die kaputte Mauer zahlen müssen. „Auch für den defekten Stromkasten kommt die Versicherung auf“, sagt Suliak. „Ob auch die durch den Stromausfall verursachten Kosten gezahlt werden, muss von Fall zu Fall entschieden werden.“

Dies geschieht auch, wenn die Täter, wie in dem Wilkenburger Fall, noch nicht gefasst wurden. „Natürlich wollen sich die Versicherungsunternehmen die Kosten von den Verursachern zurückholen“, sagt Suliak. Kann die Polizei diese ermitteln, werden sie in Regress genommen. Um das möglichst schnell zu erreichen, ist der Wagen von Uhlig derzeit noch zur Spurensicherung bei der Polizei. Erst danach kann ein Gutachter den Skoda unter die Lupe nehmen und festlegen, wie viel Geld er noch Wert war.

„Einerseits habe ich Glück, andererseits aber auch Pech“, sagt Uhlig. Denn das Geld für den kaputten Wagen bekommt er sofort. Wäre der Wagen noch verschwunden, müsste er einen Monat warten, ob das Auto wieder gefunden wird. Erst dann zahlt die Versicherung das Geld, das der Besitzer braucht, um sich ein gleichwertiges Auto wieder zu kaufen. „Wenn ich nur dieses Geld investiere, dann kann ich mir in zwei Jahren wahrscheinlich schon wieder ein neues Auto kaufen“, sagt Uhlig. Um wieder einen Wagen zu haben, der länger hält, muss Uhlig ordentlich drauflegen. Geld, das die meisten Autobesitzer nicht auf der hohen Kante haben, weil sie nicht mit einem Diebstahl rechnen. „Und deshalb ist es lästig, wenn man das Auto geklaut bekommt, ganz egal wie“, sagt Uhlig.

Wilde Verfolgungsjagd und prominente Opfer

Der Diebstahl Autos geht zwar nach Informationen der Polizei in Deutschland zurück, immer wieder gibt es aber besonders kuriose Fälle – auch in Hannover. Erst im Mai dieses Jahres hatte ein 37 Jahre alter Mann den Dieb seines VW-Bullis mit dem Fahrrad verfolgt. Der Familienvater hatte gerade seine Kinder von der Schule abgeholt, als er sah, dass sein Auto sich am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer ohne ihn in Bewegung setzte. Als er den Täter kurz darauf am Altenbekener Damm stellen wollte, umkurvte dieser ihn einfach und fuhr weiter. Auch das sich der 37-Jährige an den Wagen klammerte und mehrere Meter weit mitschleifen ließ, brachte keinen Erfolg. Letztlich verfolgte ein 74 Jahre alter Rentner mit seinem Auto den Bulli und informierte die Polizei.

Im August 2013 nutzte ein 26-Jähriger den Urlaub von Leon Andreasen und stahl den BMW X5 des Hannover-96-Stars. Die Polizei kam dem Litauer jedoch auf die Spur, weil er sich kurz darauf filmen ließ, wie er in Garbsen tankte und danach davon fuhr, ohne zu zahlen.

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Raser flüchten vor Polizei in Hemmingen

Eine wilde Verfolgungsjagd hat in der Nacht zu Dienstag an einem Verteilerkasten ein jähes Ende genommen – und dafür gesorgt, dass Teile der Gemeinde Hemmingen zeitweise ohne Strom waren. Drei Männer flüchteten mit Vollgas vor der Polizei, stellten sogar das Licht aus. Nach dem Unfall entkamen sie zu Fuß über einen Acker.

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