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Brasilianer kennt sich in Deutschland aus

Hemmingen Brasilianer kennt sich in Deutschland aus

Der Brasilianer Valerio Schmelzer arbeitet ein Jahr als Austauschlehrer an der KGS Hemmingen. Er freut sich auf die Aufgabe. "Hier in Hemmingen kann man zum Einkaufen gehen, ohne Angst zu haben, überfallen zu werden", sagt der mit seiner Frau und seinem Sohn in São Paulo lebende 46-Jährige.

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Der Brasilianer Valerio Schmelzer begrüßt seine Schüler an der KGS auf Portugiesisch.

Quelle: Tobias Lehmann

Hemmingen. Schmelzer spricht fließend deutsch. Sein Urgroßater ist von Deutschland nach Brasilien ausgewandert und innerhalb der Familie wird immer noch deutsch gesprochen. Schmelzers Bezug zu Deutschland ist deutlich zu spüren, mehrfach war er hier bereits zu Besuch. Er spricht wie selbstverständlich "von der Zeit nach der Wende", kennt alle politischen Parteien und ist jetzt auch beruflich mit der Flüchtlingskrise konfrontiert. Schmelzer unterrichtet die Sprachlernklassen in der KGS.

Dort wird meistens im sogenannten Teamteaching unterrichtet. Zwei Lehrer arbeiten zur gleichen Zeit mit den Schülern und werten ihre Ergebnisse anschließend auch gemeinsam aus. "Das ist eine Methode, die ich auch bei meiner Schule in Brasilien anregen werde", sagt Schmelzer. Er lobt auch die Berücksichtigung individueller Stärken der Kinder. "Einige lernen besser, wenn sie die Sprache lesen, andere, wenn sie sie hören. Beides bieten wir in den Sprachlernklassen an", sagt er.

Die Unterschiede zu seiner Heimat sind groß. "In São Paulo leben rund zwölf Millionen Menschen, meine Schule wird von 20.000 Kindern und Jugendlichen besucht", sagt er. In Hemmingen genießt er unter anderem die Sicherheit. "In São Paulo gucke ich mich aus Angst vor Überfällen regelmäßig um, wenn ich auf der Straße bin", sagt Schmelzer. Noch ein weiterer Unterschied zu seiner Heimat fällt ihm auf. "In Deutschland sind in jedem Haus und jeder Wohnung Heizungen installiert. Auch in Brasilien gibt es kältere Tage, doch das ist bei uns nicht üblich", sagt er.

Schmelzer hatte sich beim Pädagogischen Austauschdienst für das Jahr in Deutschland beworben und wurde ausgewählt. Dass er in der Region Hannover eingesetzt wird, freut ihn. "Hannover ist für Ausländer attraktiv. Hier soll das klarste Hochdeutsch gesprochen werden", sagt er. Auch seine Familie ist während des Austauschjahres hier. Im Februar war Schmelzer mit seinem dreijährigen Sohn Leo Schlittschuhlaufen im Winterzoo Hannover. "Es war für uns beide das erste Mal", sagt er. Seine Frau nimmt zurzeit noch an einem Studiengang in Leipzig teil, kommt aber anschließend auch nach Hemmingen. 

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