Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Viel Kritik an geplantem Neubau an B3

Arnum Viel Kritik an geplantem Neubau an B3

Zu massiv, zu viele Wohnungen, zu wenig Parkplätze: Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt kann sich mit dem Bauvorhaben mitten in Arnum an der B3 nicht anfreunden. Auch Anwohner kamen zur Sitzung am Mittwochabend ins Rathaus und kritisierten den u-förmigen Gebäudekomplex mit 48 Sozialwohnungen.

Voriger Artikel
SPD krisitiert "Masterplan"-Vorstoß der CDU
Nächster Artikel
Petition gegen geplanten Windpark im Internet

So soll der neue Gebäudekomplex aussehen.

Quelle: STILxArchitektur

Arnum. Zwar hat der Ausschuss seine Entscheidung auf die nächste Sitzung am 8. September verschoben, doch die Zeit drängt. Innerhalb von zwei Monaten, also noch bis 20. September, muss sich die Stadt entscheiden, ob sie – wie es im Amtsdeutsch heißt – ihr Einvernehmen erteilt. Reagiert sie nicht, gilt das als Zustimmung für das Bauvorhaben.

Die Fraktionen sind sich im Grunde einig: „Wir brauchen bezahlbare, kleine und barrierefreie Wohnungen“, fasste Ulrike Roth (Bündnisgrüne) zusammen. Auch der Standort sei geeignet, doch die bisherigen Gebäudepläne lassen die Kommunalpolitiker aufschrecken. Auf dem Gelände der Alten Schmiede, der Göttinger Straße 48, sollen die Gaststätte und Garagen abgerissen werden, um für einen Neubau Platz zu machen. Es sind kleine Wohnungen für B-Schein-Inhaber geplant: entweder 45 oder 60 Quadratmeter groß, zugänglich über Laubengänge.

Genau daran störte sich der Ausschuss. SPD-Fraktionschef Jens Beismann sagte, ihn erinnern Laubengänge an die Architektur der sechziger und siebziger Jahre. Peer-Oliver Pülm, Geschäftsführer der GBI Restaura Hemmingen, entgegnete: „Sie müssen sich vom klassischen Laubengang lösen.“ Jene in Arnum geplanten würden viel moderner. Erst durch die Laubengänge sei es möglich, dass alle Wohnungen einen Balkon haben und ein Innenhof entstehen kann. Die Quadratmetergröße sei wegen der Förderung durch die Region Hannover vorgeschrieben. Svanburga von Alten-Rillinger (CDU) sprach von einem „mächtigen Klotz“, der ihrer Meinung nicht ins ländlich, stellenweise fast dörflich geprägte Arnum passe.

Die Ausschussmitglieder kritisierten zudem die zu geringe Zahl an Parkplätzen. Nur 20 Stellplätze sind vorgesehen. Ein anderer Kritikpunkt war die Gebäudehöhe. Architekt Markus Pankse versicherte: „Die oberste Spitze bei unserem Dach ist niedriger als bei den bestehenden Nachbarbauten.“ Der dreigeschossige Gebäudeteil an der B3 soll 10,40 Meter hoch sein, die beiden anderen Gebäude sollen vier Etagen haben. Um das Gelände eben zu machen, sind im Südwesten 2,50 Meter von der Böschung abzutragen. Anwohner warfen dem Büro eine „Low-Budget-Bebauung für den schnellen wirtschaftlichen Erfolg“ vor, was Pülm zurückwies. Ein Anwohner warnte: „Dieses Haus ist ein langfristiger Schaden für ganz Arnum.“

Gewerbeflächen sind nicht vorgesehen. Pülm sagte, der vorherige Investor habe signalisiert, dass das Interesse an solchen Flächen an dieser Stelle von Arnum gering sei. Hinzu komme: Für Läden müsse eine bestimmte Zahl an Parkplätzen angelegt werden, dafür aber wären Abstriche am Innenhof zu machen, der jedoch „ein Ort der Ruhe und Begegnung“ werden solle. Eine Tiefgarage sei wirtschaftlich nicht tragbar. Reinhard Schütze (SPD) fragte, ob das Architekturbüro nach der geäußerten Kritik neu planen werde. Pülm verneinte, ergänzte aber: „Wir versuchen zu optimieren, was möglich ist, deswegen sind wir hier.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Hemmingen
doc6slnq62pps81faop4l5g
Kaninchen suchen ein neues Zuhause

Fotostrecke Hemmingen: Kaninchen suchen ein neues Zuhause