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Hemminger verärgert: Seniorenwohnungen fehlen

Hemmingen Hemminger verärgert: Seniorenwohnungen fehlen

Das haben sich viele Senioren anders vorgestellt: Ihre Erwartungen an das altersgerechte Wohnen im Arnumer Neubaugebiet an der Bockstraße haben sich nicht erfüllt. Ihren Ärger darüber haben sie in der Sitzung des Seniorenbeirates am Mittwochnachmittag geäußert.

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Mit einem Rollstuhl braucht man in der eigenen Wohnung deutlich mehr Platz. Altersgerechte Wohnungen sehen diesen Platz bereits vor.

Quelle: Patrick Pleul

Hemmingen. „Ich bin 76 Jahre alt und wohne zurzeit in der zweiten Etage“, schilderte eine Frau ihre Situation. „Ich habe mich früh genug für eine barrierefreie Wohnung zur Miete beworben, aber es gibt nur noch welche zu kaufen. Wer will und kann denn noch mit 76 Jahren eine Wohnung kaufen?“ Eine andere Frau berichtete, ihr sei gesagt worden, dass die barrierefreien Wohnungen 2016 bezogen werden könnten. Doch dies sei nicht absehbar.

Seniorenbeiratsmitglied Josef Wiesner gab zu bedenken, dass für den Beirat bei der Entwicklung des Neubaugebietes nicht das Pflegeheim an erster Stelle stand, sondern das altersgerechte beziehungsweise betreute Wohnen. „Doch dies lässt zu wünschen übrig.“ Wiesner regte an, der Beirat, der eine Liste der Grundstücksverkäufe habe, könne Kontakt mit dem jeweiligen Eigentümer aufnehmen und den aktuellen Stand erfragen. Doch ob die Mühe lohne? Mittlerweile seien aber einige Grundstücke bereits weiter veräußert worden. „Da wird so ein Ding hingestellt und schnell verkauft“, sagte Wiesner.

Jürgen Hulsch, Geschäftsführer des Beirates, warnte „aus diesen Fehlern zu lernen“. Die öffentliche Hand hätte die Fäden bis zum Schluss in der Hand halten und nicht einer Projektentwicklung überlassen sollen. Dafür aber habe der Ratsbeschluss gefehlt. „Das lässt sich jetzt leider nicht mehr korrigieren.“

Susanne Giese, Mitarbeiterin im Sozialen Dienst der Stadt, räumte ein: „Das ist kein schönes Thema.“ Sie erläuterte, die Stadt könne die Investoren nicht zwingen, altersgerechte Wohnungen zur Miete anzubieten. „Auch wir in der Verwaltung haben uns das anders gewünscht.“ Offenbar rechne sich das Modell für die Investoren nicht.Beiratssprecher Rüdiger Kaminski schlug vor zum Beispiel das behindertengerechte Bauen im Grundbuch festzuschreiben.

Doch was jetzt tun, denn der Bedarf ist schließlich vorhanden? Ein Zuhörer sagte, um auf ein weiteres Neubaugebiet zu warten, sei es zu spät. Die Stadt müsse schleunigst dafür sorgen „alten Baubestand behindertengerecht umzubauen“.

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