Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Ein besonderer Ort zum Trauern

Hemmingen-Westerfeld Ein besonderer Ort zum Trauern

Die „Grabstätte für das kleine Leben“ in Hemmingen-Westerfeld soll bekannter werden. Dafür hat der Vorstand der Kirchenregion Hemmingen ein Faltblatt in Auftrag gegeben, das jetzt erschienen ist. Die Kirchenregion, ein Zusammenschluss der vier evangelischen Gemeinden, hat den Druck finanziert.

Voriger Artikel
Radweg an B3 bleibt vorerst weiter unbeleuchtet
Nächster Artikel
„Flüchtlinge“ wird zum Top-Suchbegriff

Die Grabstätte für das kleine Leben auf dem Friedhof in Hemmingen-Westerfeld.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen-Westerfeld. Das Faltblatt informiert über die Beerdigung von Kindern; erklärt, wie die besondere Grabstätte auf dem Hemminger Friedhof entstanden ist, enthält einen Lageplan und Kontaktdaten wie beispielsweise von der Initiative Regenbogen und der „Leeren Wiege“.

Zurzeit gibt es fünf Kindergräber auf dem Friedhof in Hemmingen-Westerfeld. Die Stadtverwaltung teilte auf Anfrage mit, dass 2015 auf dem Areal zwei Kinder bestattet worden sind. Die Zahl der Kinder von Hemmingern, die während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder in frühem Lebensalter gestorben sind, kann durchaus höher sein und ist nicht bekannt. Die Verwaltung verweist darauf, dass Kinder auch in vorhandenen Familiengrabstätten beigesetzt werden.

Die Wilkenburger Erika Schuck (Text) und Karl Dieter Schuck (Layout) haben das Faltblatt gestaltet. Erika Schuck erläutert: „Das Faltblatt soll Hemminger Familien auf die Möglichkeit aufmerksam machen, ihr Kind wohnortnah auf einem dafür ausgewiesenen Friedhofsareal zu bestatten.“

Die „Grabstätte für das kleine Leben“ hat die Stadt seit 2009 in ihrer Satzung ausgewiesen. Entstanden ist sie auf Anregung der vier evangelischen Gemeinden. Mithilfe von Spenden konnte das Areal 2011 mit einem Gedenkstein und einem Steinbeet gestaltet werden. Die Pflege teilen sich die Stadt und die Kirchenregion. Die Grabstätten für Kinder sind mit 45 mal 90 Zentimetern kleiner als auf anderen Friedhofsflächen, entsprechend niedriger sind die Kosten. Einmal im Jahr wird am Gedenkstein eine Andacht gehalten.

Jedes Jahr verlieren etwa 45 000 Frauen in Deutschland ein Kind während der Schwangerschaft. In dem Faltblatt heißt es weiter: „Anders als noch vor wenigen Jahren wird heute der Tod eines vor, während oder kurze Zeit nach der Geburt verstorbenen Kindes nicht mehr mit Äußerungen wie ,Es war ja noch gar kein richtiges Kind’ oder ,Ihr seid jung, ihr könnt noch viele Kinder haben’ heruntergespielt. Stattdessen hat die Vorstellung Raum gewonnen, dass jedem Leben unabhängig von seiner Dauer eine eigene Bedeutung und Würde zukommt.“ Eltern können mittlerweile auch einem tot geborenen Kind einen Namen geben, diesen in die Personenstandsbücher eintragen und auf einen Grabstein schreiben lassen. Schließlich beginne die emotionale Bindung der Eltern zu ihrem Kind schon mit dem Wissen um die Schwangerschaft. „So unterschiedlich Menschen sind, so unterschiedlich ist ihre Art zu trauern.“ Helfen könne ein „Ort, den man für das Kind gestalten und sich ihm besonders nahe fühlen kann.“

Das Faltblatt gibt es unter anderem in Hemmingen bei der Stadtverwaltung, in den Kirchengemeinden und bei Hebammen sowie den Gynäkologinnen in Hemmingen und Pattensen, Bestattern auch in der Umgebung sowie Kliniken wie dem Henriettenstift Hannover. Im Internet ist es auf www.kirchenregion-hemmingen herunterzuladen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6xnmnzzy7te1loqxncic
Bagger beschädigt Gasleitung

Fotostrecke Hemmingen: Bagger beschädigt Gasleitung