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Hannover Aus der Region Im Norden Burgwedel

Großburgwedel

SS-Leute gehörten zu Einheiten, die Kriegsverbrechen verübten

Stadt und Ortsrat Großburgwedel kommen den Mahnmalkritikern entgegen. Am Sonntag bleiben beim Volkstrauer-Gedenken die Namen der SS-Leute verhüllt. Aus gutem Grund: Mindestens zwei Angehörige der Schutzstaffel gehörten offenbar zu SS-Einheiten, die im Zusammenhang mit Kriegsverbrechen stehen.

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Für zwei der fünf SS-Angehörigen, deren Namen auf die Glastafeln des neuen Großburgwedeler Mahnmals graviert wurden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie Einheiten angehörten, die in Kriegsverbrechen verstrickt waren. Das hat das Niedersächsische Institut für Regionalforschung der Stadt Burgwedel in einem Zwischenbericht gestern mitgeteilt.

Bürgermeister Hendrik Hoppenstedt, der seit Wochen in Medien-Interviews nicht müde wird, Burgwedels Bemühungen um eine historisch saubere Mahnmal-Lösung zu beteuern, reagierte postwendend. Im Lichte des „neuen Sachverhalts“ habe er in Absprache mit Ortsbürgermeister Otto Bahlo verfügt, dass alle kritischen Namen bis auf Weiteres verhüllt bleiben – sechs Namen. Denn auch die erneute Überprüfung einer Person ist noch nicht abgeschlossen, die laut St.-Petri-Kirchenbuch und – darauf basierend – laut der Großburgwedel-Chronik von Erich Stoll Mitglied des als verbrecherische Organisation eingestuften Sicherheitsdienstes (SD) gewesen sein soll. Das Bundesarchiv hatte der Stadt diesen Hinweis indes nicht bestätigt.

„Wir brauchen jetzt Sicherheit, um uns später keine Vorwürfe machen zu müssen“, sagte Hoppenstedt gestern. Die Ergebnisse der bisherigen, vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge begleiteten Recherchen bei der Deutschen Auskunftsstelle (WASt) sowie beim Bundesarchiv hätten bisher individuelle Verstrickungen nicht bestätigt. „Bis wir Klarheit haben, bleiben die Namen abgeklebt“. Könnten Verdachtsmomente nicht entkräftet werden, würden die betreffenden Namen gelöscht.

Die Konzeption des Mahnmals, die gestern von der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten kritisiert wurde, werde aber nicht infrage gestellt.

von Martin Lauber


  • Beim Thema bleiben! egal – 13.11.09
    Es geht hier nicht um Günther Grass, sondern um den Skandal in Burgwedel! Es geht darum, dass offensichtlich in der Gemeinde ein nicht aufgearbeitetes Verhältnis zur deutschen Geschichte besteht und dass Herr Hoppenstedt und Co beratungsresistent zu sein scheinen! Darum ist es eher beschämend statt erfreulich, dass erst wenige Tage vor Enthüllung des Mahnmals nun eine Entscheidung getroffen wurde die Namen zu verhüllen. Das hätte man auch einfacher haben können! Es bleiben halt Bauern... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • GraSS Tim – 13.11.09
    Herr GraSS kann mich mal gerne haben, wenn ihnen das als Antwort genügt. Warum sollte ich da einen Unterschied machen? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Burgwedel Burgwedelerin – 13.11.09
    Mein unten stehender Beitrag war an Hr.TIM gerichtet , nicht an Hr.Gerhard. Entschuldigung. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Burgwedel Burgwedelerin – 13.11.09
    @Gerhard
    Gelten Ihre Weissheiten auch für das weiter unten erwähnte SS-Mitglied Grass ?

    Grass kann trotz seiner Vergangenheit noch sehr gut Leben ohne als Mörder beschimpft zu werden , im Gegenteil er wird sogar mit Preisen überhäuft.
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  • @Gerhard Tim – 13.11.09
    "Ich würde mir wünschen, daß zumindest bei dem Totengedenken ideologisch motivierte Verallgemeinerungen keinen Platz mehr bekommen. "

    ... wenn ich deinem Wunsch ab jetzt nachkommen wollte, müsste ich auch am Todestag von Adolf Hitler eine Kerze anzünden ?!? Der war ja auch nur ein Mensch. Jürgen Rieger sollte dann ebenfalls ein Denkmal bekommen ?!? Er war doch ein sehr engagierter Teil der deutschen Politik...

    "Wenn Toleranz an falscher Stelle angewandt wird, wird sie zu Ignoranz".

    Die SS war eine auf ideologisch motivierte Massenmorde gedrillte Eliteeinheit. Wer dort mitgemacht hat, war sich dessen bewusst und sogar stolz darauf.
    Solchen Menschen gehört nicht gedacht, sie gehören geächtet. Alles andere relativiert ihre Grausamkeiten.
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  • Nobelpreisträger Grass Uwe M. – 13.11.09
    Die gleichen Leute die hier aufschreien weil SS Mitglieder auf dem Mahnmal stehen, sind dieselben Leute die andererseits SS Mitglieder wie z.B. Günther Grass vergöttern.

    Die aus Burgwedel stammenden SS Mitglieder hatten nicht, so wie Grass, nach dem Kriege die Chance zu beweisen das sie in ihrer Jugend vielleicht Fehler gemacht haben.

    Grass "bemerkte" seinen Fehler übrigens auch erst 60 Jahre später, und dies wohl auch nur weil er sicher sein konnte das es nach seinen Ableben ohnehin irgendwann ans Licht gekommen wäre.
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  • Unschuldsvermutung!? Gerhard – 13.11.09
    "kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie Einheiten angehörten, die in Kriegsverbrechen verstrickt waren."

    Hat sich Großburgwedel etwa vom rechtsstaatlichen Prinzip der Unschuldsvermutung verabschiedet? Es ist doch absoluter Unsinn, Menschen nicht zu Gedenken, nur weil nicht ausgeschlossen werden kann, daß sie an Verbrechen beteiligt waren.
    In jeder Armee (im 2. WK auch auf alliierter Seite) gibt es schwarze Schafe, die Unrecht begehen. Deswegen pauschal ein öffentliches "Gedenkverbot" zu erlassen ist, spricht jedem demokratischen und christlichen Prinzip Hohn.

    Ich würde mir wünschen, daß zumindest bei dem Totengedenken ideologisch motivierte Verallgemeinerungen keinen Platz mehr bekommen.

    Gedenket der Toten, die, egal auf welcher Seite sie standen, ihr Leben in der Regel in gutem Glauben und guten Gewissens für die Gemeinschaft opferten!
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  • Zum Morden gedrillt mab – 13.11.09
    Diese Männer, die zum Morden gedrillt wurden sollten meiner Meinung nach kein Denkmal erhalten, auch wenn Sie zu Hause noch so gute Väter und Söhne waren. Ich will den Verwandten nicht das Gedenken nehmen, dieses ist sicherlich auch trennbar von ihrem Tun außerhalb der Gemeinde. Aus eigener Erfahrung (die Familie meines Großvaters wurde fast vollständig durch die SS ausgelöscht) ist für mich als Familienmitglied der Opfer ein Denkmal für solche Personen im öffentlichen Raum jedoch ein Hohn. Wie mein Vorkommentator bereits schrieb, ist es hierbei unerhäblich, ob ein SS Mann vor 60 Jahren aktiv den Abzug bedient hat oder ob er nur dabeistand oder auf seine Einsätze gewartet hat unterheblich. Die SS war ein Verbrecherorganisation und in diesem Sinne dem gesundem Menschenverstand nach auch Ihre Mitglieder. Wenn wir heute von der Mafia sprechen, wird logischerweise auch jedes Mitglied wie die Organisation behandelt. Weshalb werden nun bei der SS die Mitglieder einzeln betrachtet? Nur weil sie liebende Väter und Söhne waren? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • SS bert – 13.11.09
    Die Überschrift ist sehr zweifelhaft, die SS an sich hat extrem schlimme Verbrechen verübt. Das ist so als würde man schreiben "zwei Mitglieder eines Killerkomandos waren offenbar an Mord beteiligt" Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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