Das sagte Volker Bartels, Sprecher der Sennheiser-Unternehmensleitung, am Montag. Zuvor hatte er die Entscheidung in einer Betriebsversammlung bekannt gegeben. Weniger als zehn Mitarbeiter hätten bereits ihre Kündigung zum Jahresende erhalten, ergänzte Bartels. Genauere Angaben wollte er gestern nicht machen, da noch Verhandlungen mit einigen Beschäftigten liefen. Sozialplan und Interessenausgleich sind bei K+H kein Thema, die Firma hat keinen Betriebsrat.
Dass damit der Anfang für einen weitergehenden Arbeitsplatzabbau auch im Mutterhaus gesetzt sein könnte, befürchtet Reinhard Zwirner, Betriebsratsvorsitzender bei Sennheiser, nicht. Gerade erst seien die zum Jahresende auslaufenden befristeten Verträge von 13 Beschäftigten in der Produktion für zunächst ein halbes Jahr verlängert worden, berichtete Zwirner. Wenn die Unternehmensleitung gewollt hätte, wäre dort üblicherweise einer der ersten Ansatzpunkte für Einsparungen gewesen.
Auch Bartels berichtete von einer „guten Stimmung“ während der Betriebsversammlung, denn damit komme neue Arbeit auf die verbliebenen Kollegen zu, die bereits seit April kurzarbeiten. Nur der Name Klein + Hummel verschwindet – das Geschäft werde nicht eingestellt, sondern künftig bei Sennheiser und seiner Berliner Tochterfirma Georg Neumann weitergeführt. „Unter diesen international bekannteren Marken wird sich der Absatz weltweit erheblich steigern lassen“, versprach Bartels. Selbst das Gebäude in Bissendorf mit seinen Testräumen werde weiter genutzt.
Sennheiser übernimmt den Bereich der festeingebauten Beschallungstechnik für Neubauten („Installed Sound“) und erweitert seinen Kundenkreis damit um Projektentwickler, Architekten und Akustikplaner. Bei den vielen Neubauten im Nahen Osten sieht Bartels eine große Nachfrage, aber beispielsweise auch bei Kirchen in den USA oder Konferenzzentren – überall, wo kleine oder größere Säle mit Lautsprechern und Mikrofonen ausgerüstet werden müssen.
Georg Neumann als Spezialist für Studiomikrofone übernimmt den Bereich der Studiolautsprecher von Klein + Hummel. Der Berliner Betrieb habe in der Musikwelt einen guten Namen. Klein + Hummel konnte zwar im vergangenen Jahr seinen Umsatz um rund 20 Prozent auf 3,2 Millionen Euro steigern, international habe die Marke aber die Erwartungen nicht erfüllt, sagte Bartels.
Sennheiser leidet noch immer unter einem schwachen Geschäft im professionellen Bereich, bei dem schnurlose Mikrofone die größte Rolle spielen. Der andere Bereich – Kopfhörer für Endverbraucher – entwickle sich jedoch trotz Krise „über Plan“, sagte Bartels. Mit dem neuen dritten Bereich Beschallungstechnik sieht er Sennheiser nun noch stabiler aufgestellt.
Von Helmuth Klausing
Kommentare
Klein hummel Siegfried Snakker – 16.01.10
Es ist nicht zu glauben das so etwas überhaupt passieren durfte.Alle Welt schaut sich das Problem an und keiner hat eine Idee wie man so eine High End Firma die so viel in Deutschland geleistet hat jetzt untergeht, nur weil einige Manager Ihr Geldbäutel wieder gefüllt haben möchten.
Ich selber besitze 2 v-112 1 Vs-70 und einen der ersten v-111 ela Verstärker.
Wer möchte sich mit mir in Verbindung setzten um die Firma wieder aufleben zu lassen?
S.Snakker Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Gier frisst Hirn und mehr SuSe – 20.11.09
Dieser Kommentar wurde von HAZ.de gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen: www.haz.de/Nutzungsbedingungen Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenGier frißt Hirn auf sw – 17.11.09
wenn meine keine Ahnung hat einfach mal.......Die Ware von K+H kommt aus Irland und da fangen die Probleme an.
Das ist nichts gegen Deutschland, im Gegenteil.
Es geht um Qualität und deshalb wird das Geschäft meiner Meinung nach zurückgeholt und von Altlasten befreit.Klein und hummel stand am Abgrund bevor Sennheiser einen Rettugsversuch unternahm.Soviel dazu !!! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Schade MN – 17.11.09
Ansich war es abzusehen. Bin ja mal gespannt, wie sich das alles weiter entwickelt. Die ganzen Funkmikrofonhersteller müssen sich im moment ein wenig umschauen wie sie ein paar Monate/Jahre mit -deutlich- weniger Umsatz zurecht kommen. Sennheiser hat das "Glück" zwei renomierte Hersteller mit entsprechend Umsatz im Boot zu haben. K+H soll einfach noch mehr Kohle reinbringen um das Unternehmen zu sichern.Hintergrund:
2016 können ALLE UHF-Mikrofone aus dem D-, und E-Band weggeschmissen werden, da dann die Frequenzen zur Interneterweiterung in "ländlichen Gebieten" genutzt werden. Ansich ist das eine tolle Sache, wenn die POLITIK einen Alternativplan (Frequenzen) für die Mikrofonhersteller hätten, auf den sie hinentwickeln könnten. Da dieses aber nicht der Fall ist, schweben sie sozusagen in der Luft und eine VA-Firma/Theater/Band/Kirchen/etc. wird sich sehr genau überlegen, ob sie noch einmal mehrere zehtausend Euros in profesionelle Anlagen investieren wird, wenn sie eh 2016 Elektroschrott sein werden.
Entsprechend kann ich die Entscheidung von Sennheiser bez. K+H sogar verstehen :-) Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
"Gier frißt Hirn auf"... Schwarz+Gelb=Braun – 17.11.09
...ist die passendere Überschrift für diesen Artikel:"Der Berliner Betrieb habe in der Musikwelt einen guten Namen. Klein + Hummel konnte zwar im vergangenen Jahr seinen Umsatz um rund 20 Prozent auf 3,2 Millionen Euro steigern, international habe die Marke aber die Erwartungen nicht erfüllt, sagte Bartels."
Aha. Deutschland sch..ße, oder was?
Wie verträgt sich "Nur der Name Klein + Hummel verschwindet – das Geschäft werde nicht eingestellt, sondern künftig bei Sennheiser und seiner Berliner Tochterfirma Georg Neumann weitergeführt" mit "Weniger als zehn Mitarbeiter hätten bereits ihre Kündigung zum Jahresende erhalten, ergänzte Bartels" und "Genauere Angaben wollte er gestern nicht machen, da noch Verhandlungen mit einigen Beschäftigten liefen. Sozialplan und Interessenausgleich sind bei K+H kein Thema, die Firma hat keinen Betriebsrat" im Besonderen???
Die Presse sollte endlich damit aufhören, Sennheiser als vorgeblich sozial bewußtes Unternehmen darzustellen - hinter all dem bißchen Lametta geht es auch bei Sennheiser nur darum, die winzige Kaste der Manager jährlich fett und fetter zu füttern, ohne Rücksicht auf Verluste.
Weniger Schere - mehr Wahrheit!
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