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17-Jähriger freigesprochen

Isernhagen N.B. 17-Jähriger freigesprochen

Wer 2013 in der Buhrschen Stiftung und im NP-Markt in Isernhagen N.B. folgenschwere Brände gelegt hat, bleibt weiter ungeklärt: Das Jugendschöffengericht Burgwedel hat einen zur Tatzeit 17-jährigen ausgebildeten Feuerwehrmann gestern freigesprochen.

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ARCHIV - Eine Justitia-Statue hält am, 19.07.2012 in Ulm vor dem Landgericht eine Waage. Foto: Stefan Puchner/dpa (zu lsw «Fauler Richter oder Vorkämpfer für die Justiz?» vom 14.02.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle: Symbolbild

Isernhagen. 16-mal hatte es in den Jahren 2012 und 2013 in N.B. gebrannt, allein der NP-Markt war dreimal das Ziel eines Brandstifters geworden. Bei ihrer Anklage, die bereits aus dem April vergangenen Jahres datiert, hatte sich die Staatsanwaltschaft auf zwei besonders folgenschwere Taten konzentriert - bei den anderen Vorfällen war die Beweislage dürftig.

Am 8. März 2013 war in einem Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter des NP-Marktes der Inhalt eines Mülleimers in Brand gesetzt worden. Schnell fing das Mobiliar Feuer, von dort griffen die Flammen auf die Zwischendecke über, die teilweise zu Boden stürzte. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich zwei Mitarbeiter und einige Kunden im Geschäft an der Straße Am Ortfelde auf. Weil der Ruß durch den Laden zog und die Ware anschließend vernichtet werden musste, summierte sich der Schaden laut Anklage auf rund 300.000 Euro.

Bei der gestrigen rund siebenstündigen Verhandlung des Jugendschöffengerichts Burgwedel, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagte, habe sich der von einem Wahl- und einem Pflichtverteidiger flankierte Angeklagte nicht geäußert, gab Amtsgerichtsdirektor Michael Siebrecht Auskunft. Der junge Mann habe mal im Supermarkt als Aushilfe gearbeitet, sei auch am Tattag im Markt gesehen worden - aber eben nicht in dem unverschlossenen Raum, in dem das Feuer letztlich ausgebrochen sei. „Niemand hat ihn dort gesehen.“ Außerdem habe eine Zeugin ausgesagt, dass es vorgekommen sei, dass Mitarbeiter im Aufenthaltsraum heimlich geraucht hätten. Für diesen Anklagepunkt habe auch die Staatsanwältin Freispruch beantragt.

Hinsichtlich der zweiten Tat forderte die Anklagevertreterin laut Siebrecht hingegen eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung. Am 10. Juni 2013 soll der damals 17-Jährige laut Anklage gegen 23.30 Uhr an der Rückseite des Dorfgemeinschaftshauses Buhrsche Stiftung ein Fenster aufgehebelt haben. Dann soll er im Fensterbereich und auf den Bodendielen mit Grill-anzünder oder Shisha-Kohle Feuer gelegt haben - obwohl er gewusst habe, dass oben ein Ehepaar wohnte. In diesem Fall belief sich der Schaden auf rund 80 000 Euro.

Eine Handspur am Fenster habe dem Angeklagten zweifelsfrei zugeordnet werden können, gab der Amtsgerichtsdirektor Auskunft. Diese Handspur sei allerdings erst vier Tage nach dem Brand gefunden worden - daher sei fraglich, wann die Spur dorthin gekommen sei. „Deshalb blieben beim Gericht Restzweifel“, sagte Siebrecht. „Er konnte nicht zweifelsfrei überführt werden.“ Das hatte zur Folge, dass das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richterin Franziska Vandrey den Angeklagten auch von diesem zweiten Tatvorwurf freigesprochen habe.

Der Angeklagte, damals selbst Mitglied der Feuerwehr, hatte bei beiden Bränden an den Löscharbeiten mitgewirkt. Beim Brand in der Buhrschen Stiftung war er laut Siebrecht gemeinsam mit seinem Vater sogar „Tatentdecker“ gewesen. Zu diesem Brand gab es im Gerichtssaal gestern ein Video einer polizeilichen Tatrekonstruktion zu sehen. Zudem wurden acht Zeugen gehört.

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