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19-Jähriger zu 48 Stunden Arrest verurteilt

Isernhagen 19-Jähriger zu 48 Stunden Arrest verurteilt

Das Amtsgericht Burgwedel hat am Dienstag einem jungen Isernhagener einen Denkzettel verpasst: Für fünf Straftaten wird er jetzt ein Wochenende lang eingesperrt - „um in Ruhe nachzudenken“.

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Das Amtsgericht Burgwedel hat einen 19-Jährigen zu 48 Stunden Arrest verurteilt.

Quelle: Martin Lauber

Isernhagen. „Auch wenn Sie geständig und nicht vorbestraft sind: Wir reden hier über eine lange Palette an Straftaten“, betonte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. „Und irgendwie fehlt mir dabei die Einsicht. Sie müssen mal in Ruhe nachdenken.“ Der Forderung der Staatsanwaltschaft, den 19-jährigen Isernhagener für 48 Stunden in Arrest zu nehmen, folgte Jugendrichterin Franziska Vandrey. „Sie müssen einfach lernen: Ab hier geht es nicht weiter.“

In der Tat hatte sich der 19-Jährige von März bis Juni dieses Jahres gleich mehrmals schuldig gemacht. Im März erwischte ihn die Polizei eines Abends mit mehr als 17 Gramm Marihuana in der Jacke - säuberlich verpackt in 15 Tütchen. Der Handel mit Drogen konnte dem jungen Mann gestern aber nicht nachgewiesen werden. „Mein Freund und ich wollten das auf unserer Geburtstagsparty unseren Gästen geben und nicht verkaufen. Wir hatten dafür Geld zusammengeschmissen“, sagte der Angeklagte aus. Sein Freundeskreis würde am Wochenende ab und zu mal kiffen. „Aber ich sehe keine Gefahr, dass wir abrutschen. Chemische Drogen wie LSD in einem Club zu schmeißen, das ist was anderes. Wir haben unsere Prinzipien.“

Für diese „wirklich nur bruchteilhafte Einsicht in die Gefahr von Drogen“, wie es die Jugendgerichtshilfe nannte, bekam der 19-Jährige auch noch ein Seminar bei einer Beratungsstelle als Auflage obendrauf.

Im zweiten Fall war der 19-Jährige nach einer Feier am Wietzesee in Langenhagen auf einen Kumpel losgegangen. Er hatte diesen erst ins Gesicht geschlagen und danach dessen Zimmertür zertrümmert. „Wir hatten vorher eine Schlägerei mit anderen, und der hat uns alle hängen lassen. Ich war so wütend auf ihn“, räumte der Angeklagte ein. „Das war nicht in Ordnung. Auch nicht, dass die Tür den Rest meiner Wut abbekam. Die konnte ja nichts dafür.“ Dass der Angeklagte den Schaden bis Dienstag nicht beglichen hatte, stimmte Richterin und Staatsanwalt unzufrieden - „das wäre so einfach gewesen“.

Den Höhepunkt seiner kurzen, aber rasanten Karriere als Krimineller erreichte der 19-Jährige an Himmelfahrt: Als er sich mit 1,49 Promille mit einem anderen Jugendlichen am Hufeisensee verbal in die Haare bekam, ging die Polizei dazwischen, sprach ein Platzverbot aus - und musste dafür den Widerstand des Isernhageners sowie die Beleidigungen „Arschlöcher, Wichser, Schweine“ hinnehmen.

„Das ist wohl so gewesen“, gestand der junge Mann im Gericht kleinlaut ein. Das Urteil akzeptierte er sofort - und entschuldigte sich noch im Gerichtssaal bei den beiden Polizisten. Die zeigten sich gnädig: „Hoffen wir mal, dass wir uns nächstes Jahr zu Vatertag besser verstehen.“

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