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In Religion wird Englisch gepaukt

Altwarmbüchen In Religion wird Englisch gepaukt

Die Sache mit der Sprache ist oft gar nicht so einfach: "They – ich weiß nicht, wie ich das sagen soll – glauben an Allah", sagt die 13-jährige Pauline. Isa Perret, Lehrerin am Gymnasium Isernhagen, liefert die englische Übersetzung: "They believe in Allah."

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So funktioniert das bilinguales Profil: Die Achtklässler sprechen im Fach Religion ausschließlich Englisch und haben Spaß.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Altwarmbüchen. Der Unterricht ist keine herkömmliche Englischstunde. Die Achtklässler lernen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Christentum und Islam kennen. Hier geht es um Religion – aber auf Englisch. Seit diesem Schuljahr bietet das Gymnasium am Helleweg bilingualen Unterricht an und hat damit sein Schulprofil geschärft.

17 Schüler haben sich dafür entschieden. Unterrichtet wird parallel zu den muttersprachlichen Schulstunden. "Unser Unterricht umfasst aber drei statt zwei Wochenstunden", erklärt die Lehrerin, die in Englisch und Religion ausgebildet wurde. Somit hätten die Mädchen und Jungen mehr Zeit, das englische Fachvokabular einzuüben, ohne groß auf die Grammatik zu achten, sagt Perret.

Zur Motivation tragen neben einem englischen Religionsbuch auch spielerische Wiederholungen des Wortschatzes und ein englischer Film zum Thema Islam bei. Perret bescheinigt den leistungsstarken Gymnasiasten großes Engagement: "Sie sind mit Feuereifer dabei", lobt die ausgebildete Lehrerin für Bilingual-Unterricht. Im nächsten Schulhalbjahr kommt dann englischer Musikunterricht auf den Lehrplan, fünf weitere Schüler schließen sich ab Februar der Lerngruppe an. Die Fächer Geschichte, Biologie und Sport komplettieren das Angebot bis zur zehnten Klasse.

Eigentlich soll ausschließlich Englisch gesprochen werden, aber Ausnahmen bestätigen die Regel: Wenn ein Schüler einen Begriff nicht kennt und ihn als deutsche Wort nennt, helfen Mitschüler oder Lehrerin Perret – dann aber auf Englisch. "Wir lernen hier, frei zu sprechen, und das hilft auch im Englischunterricht", sagt Keanu (13). Mitschülerin Fiona findet es gut, dass sie neue Vokabeln lernt und auch Filme in englischer Sprache sieht. "Die werden im deutschen Religionsunterricht nicht gezeigt." Ihre Tischnachbarin Pauline sieht den Vorteile darin, dass ihr die Angst vor dem Sprechen genommen werde. "Zudem müssen wir künftig auch Sprachprüfungen im Englischunterricht absolvieren, und da ist die Praxis sehr hilfreich." Das empfindet auch Lehrerin Isa Perret so: Alle Schüler hätten schon einen gewaltigen Sprung gemacht bei der Beherrschung der Sprache.

Von Katerina jarolim-vormeier

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