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Stabsstelle sorgt für Struktur

Isernhagen Stabsstelle sorgt für Struktur

Wo sonst Politiker diskutieren und Kinder Theaterstücke erleben, liegt der Fokus aktuell auf Sammelunterkünften und Abrechnungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Doch der Bürgermeister hofft, bald eine andere Lösung für die Stabsstelle Flüchtlinge zu finden.

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Roland Epp leitet die Stabsstelle Flüchtlinge im Ratssaal, der durch Trennwände in einzelne Bereiche unterteilt wurde. Maria Pruszynska kümmert sich gemeinsam mit einem Kollegen als Sozialarbeiterin um die Schutzsuchenden.

Quelle: Frank Walter

Altwarmbüchen. Durch Trennwände teilbar ist der Saal im ersten Obergeschoss des Rathauses ohnehin, doch momentan sorgen zusätzliche mobile blaue Wände für etwas Privatsphäre. Vor allem aber dämpfen sie die Geräusche, die entstehen, wenn mehrere Mitarbeiter gleichzeitig telefonieren oder miteinander sprechen. Und Redebedarf gibt es viel bei den Mitarbeitern der Stabsstelle Flüchtlinge der Gemeinde Isernhagen – betreuen sie doch insgesamt mehr als 400 Menschen, die in Isernhagen Zuflucht gesucht haben.

Relativ konstant sei diese Zahl im Moment, sagt Roland Epp, der zum 1. Juni die Leitung der Stabsstelle übernommen hatte. Gerade seien drei Familien aus dem ehemaligen Jugoslawien "freiwillig ausgereist worden“, wie er sich ausdrückt. "Eigentlich müssen wir bis Ende Juli noch 100 bis 120 Menschen aufnehmen, aber de facto schickt das Land niemanden“, fügt Bürgermeister Arpad Bogya hinzu und spricht von einem "ruhigen Fahrwasser beim Neuzuzug“. Er ist dennoch froh, die Stabsstelle eingerichtet zu haben – so habe man die Überlastung des Ordnungsamtes verhindern und Arbeitsabläufe effektiver organisieren können.

"Es ist wichtig, Struktur hereinzubekommen, einfach das Papier zusammenzuführen“, sagt Epp. Unter seiner Leitung bearbeiten zwei Verwaltungskräfte die Anmietung und Ausstattung der Flüchtlingsunterkünfte und rechnen die Kosten mit der Region ab. Auch die beiden Hausmeister für die Unterkünfte haben ihre Schreibtische im Ratssaal stehen – ebenso die beiden Sozialarbeiter, die sich mit den Ehrenamtlichen vom Helfernetzwerk um die Neuankömmlinge kümmern. Die ursprünglich geplante dritte Stelle ist derzeit nicht mehr ausgeschrieben, nachdem die beiden vorherigen Suchen nicht den gewünschten Erfolg gehabt hatten.

"Ruhiges Fahrwasser“ hat die Gemeinde mittlerweile auch bei der Unterbringung der Flüchtlinge erreicht – erstmals seit gefühlten Ewigkeiten sucht die Gemeinde keine weiteren Objekte zur Miete. Die Großunterkunft an der Borsigstraße ist mittlerweile in Betrieb gegangen, nach einem "rumpeligen Start“ hatte das DRK dort die Hausleitung ausgewechselt. Der Neubau für 60 bis 100 Menschen an der Seestraße soll Ende des Monats bezugsfertig sein. 20 bis 30 Personen will die Gemeinde zum Start dort unterbringen, "und dann gucken wir mal weiter“, so der Bürgermeister. Ebenfalls fast fertig ist die Unterkunft am Lohner Weg in F.B., die die Gemeinde für 20 Jahre angemietet hat. Für Bogya ist noch offen, ob dort überhaupt Flüchtlinge untergebracht werden oder ob man das Gebäude gleich für Sozialwohnungen nutze. Weiterhin in Verhandlungen steht die Gemeinde über eine Nutzung des Ex-Seeteufel in Kirchhorst und des ehemaligen Edelbordells Chateau am Schwanensee in Neuwarmbüchen.

Bis zur konstituierenden Ratssitzung im November will der Bürgermeister den Ratssaal wieder freihaben. Möglicherweise könnten die Mitarbeiter in die freiwerdenden Räume der Post umziehen. "Alle wären glücklich, wenn es die Stabsstelle Flüchtlingen nicht mehr geben müsste. Aber keiner weiß, was noch auf uns zukommt.“

Von Frank Walter

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