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Als Standesbeamter musste er nie einspringen

Isernhagen Als Standesbeamter musste er nie einspringen

Die Aktenstapel sind vom Schreibtisch verschwunden, ab sofort bleibt auch im Fahrradständer am Rathaus ein Platz frei: Manfred Grieger geht an diesem Freitag in den Ruhestand – nach mehr als zwei Jahrzehnten als Ordnungsamtsleiter der Gemeinde.

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Nach mehr als zwei Jahrzehnten als Ordnungsamtsleiter der Stadt Pattensen verabschiedet sich Manfred Grieger in den Ruhestand.

Quelle: Walter

Isernhagen. Dass Manfred Grieger seinem Nachfolger Michael Niederhausen große Fußstapfen hinterlassen wird, liegt nicht nur an Schuhgröße 49 des Zwei-Meter-Mannes. 23 Jahre lang leitete Manfred Grieger das Ordnungsamt - personell mit 30 Mitarbeiter zwar nicht die größte Abteilung der Gemeindeverwaltung, aber mit einem wahren Sammelsurium an Aufgabenbereichen ausgestattet.

1992, als der gebürtige Laatzener nach zehn Jahren in der dortigen Stadtverwaltung und anschließend 15 Jahren im Pattenser Rathaus nach Isernhagen wechselte, war an ein Bürgerbüro als zentrale Anlaufstelle noch nicht zu denken. „Da gab’s einen Stehtresen in einem größeren Büro“, erinnert sich der 63-jährige Altwarmbüchener. Im Standesamt, dass er ebenfalls mit verantwortete, arbeitete er zwar nicht selbst, stand aber mehrere Jahre als Standesbeamter auf Abruf bereit - der Ruf kam aber nicht.

In Pattensen habe er mal eine längere Zeit den Standesbeamten vertreten, „das habe ich auch gern gemacht“. Ein befriedigendes Gefühl sei es gewesen, dass die ihm bislang ebenfalls unterstellte Sozialabteilung so vielen Menschen helfen kann. Eine „bunte Tüte“ ist auch der Bereich Öffentliche Sicherheit - von Gaststätten- und Waffenrecht „bis zu beißenden Hunden“, so Grieger.

Besonders verbunden ist der Vater zweier erwachsener Söhne, ehemals selbst aktiver Feuerwehrmann, dem Feuerwehrwesen - „das sollte man als Ordnungsamtsleiter auch sein“. Dass Altwarmbüchen endlich ein neues Feuerwehrhaus bekommt, freut ihn: „Das kann einen zusätzlichen Motivationsschub geben“.

Viele Isernhagener kennen Manfred Grieger, der allein aufgrund seiner Statur und seiner Baritonstimme auffällt, viele teilten ihm auch außerhalb der Dienstzeit mit, wo in der Gemeinde ihrer Meinung nach der Schuh drückte. Ob das so bleibt? „Ich werde den Leuten künftig sagen, dass sie sich ans Rathaus wenden sollen“, so Grieger.

Er geht ohne Wehmut, sagt er, denn er habe vieles, auf das er sich freue: auf ausgiebige Fahrradtouren, Reisen, aufs Fotografieren und die Modelleisenbahn, aufs Wandern, seinen Garten, das Tanzen beim TuS Altwarmbüchen und das Segeln mit dem Wassersportverein. Vielleicht werde er sich auch ehrenamtlich mehr engagieren - aber keinesfalls mit Büroarbeit: „Das habe ich 48 Jahre lang gemacht. Das reicht jetzt.“

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