Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Streit ums Crendelcenter landet vor Gericht

Altwarmbüchen Streit ums Crendelcenter landet vor Gericht

Das Tauziehen zwischen der Gemeinde und der Region ums Crendelcenter in Altwarmbüchen ist jetzt ein Fall für die Juristen: Das Verwaltungsgericht Hannover muss in einem einstweiligen Rechtsschutzverfahren entscheiden, wer in der Auseinandersetzung um die Zukunft des Einkaufszentrums die besseren Argumente auf seiner Seite hat.

Voriger Artikel
Gleich mehrere Unfallfahrer flüchten
Nächster Artikel
100 Golfer spielen für den guten Zweck

Die Zukunft des Crendelcenters ist jetzt ein Fall für das Verwaltungsgericht Hannover.

Quelle: Archiv

Altwarmbüchen. „Wir haben uns mit der Region nicht geeinigt und deshalb Klage vor dem Verwaltungsgericht erhoben“, gab Michael Joos, Leiter der Planungsabteilung im Isernhagener Rathaus, jetzt Auskunft. Dass eine Kommune gegen die nächsthöhere Verwaltungsebene klagt, sei ein „eher ungewöhnlicher Vorgang“.

Streitpunkt ist die künftige Entwicklung des Crendelcenters an der Ecke Hannoversche Straße/Krendelstraße. Dessen Eigentümer hatte im Herbst 2016 eine Bauvor­anfrage für einen Lebensmitteleinzelhandel mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche gestellt. Zunächst habe man angenommen, dass damit erstmals „großflächiger Einzelhandel“ entstehen würde und das deshalb planungsrechtlich dort nicht zulässig sei, so Regionssprecher Klaus Abelmann

Im Laufe der Prüfung habe sich dann jedoch herausgestellt, dass diese Schwelle bereits durch den genehmigten Bestand überschritten sei: Der Aldi-Markt im Crendelcenter war 2001 ohne Bebauungsplan mit 849 Quadratmetern genehmigt worden, „großflächiger Einzelhandel“ beginnt laut Rechtsprechung bereits bei 800 Quadratmetern Verkaufsfläche. Auch ein größerer Einzelhandelsbetrieb würde sich damit auf der Fläche einfügen, gibt Abelmann die Rechtsauffassung der Region wieder.

Die Region hatte die Bauvoranfrage deshalb positiv beschieden, allerdings ohne das Einvernehmen der Gemeinde. Politik und Verwaltung in Isernhagen haben zwar kein Problem damit, wenn Discounter Aldi seinen Markt von knapp 850 auf 1200 Quadratmeter erweitern würde. Die Sorge ist allerdings, dass ohne baurechtliche Festsetzungen auch Supermärkte mit Vollsortiment wie beispielsweise Edeka ins Crendelcenter ziehen und dann für neue Konkurrenz im Ortsteil sorgen könnten.

„Wir wollen unser Zentrum an der Bothfelder Straße schützen“, sagt Gemeindeplaner Joos mit Blick auf den Rewe-Markt. Dieser hatte sich erst Jahre nach den ersten Ideen durch einen Grundstückstausch mit der katholischen Kirchengemeinde verwirklichen lassen. Und man wolle die anstehende Sanierung und Reaktivierung des Zentrums „nicht durch einen neuen Vollsortimenter konterkarieren“.

Die Gemeinde arbeitet deshalb an einem Bebauungsplan fürs Crendelcenter, der ausschließlich Discounter bis 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche zulassen soll. Um durch den positiven Bauvorbescheid nicht von den Ereignissen überrollt zu werden – der Eigentümer könnte einen Bauantrag stellen – hat sich die Gemeinde mit der Bitte um einstweiligen Rechtsschutz ans Verwaltungsgericht gewandt. Dadurch soll der Widerspruch gegen den Bauvorbescheid der Region aufschiebende Wirkung erhalten.

„Die Schriftsätze gehen hin und her“, beschreibt Gemeindeplaner Joos den aktuellen Stand der Dinge. Die Gemeinde habe aber immer noch ein Interesse daran, sich gütlich zu einigen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x861xp2r1e139tv6o01
Handwerker bleiben keine Antwort schuldig

Fotostrecke Isernhagen: Handwerker bleiben keine Antwort schuldig