Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Analog verstehen, wie digital funktioniert

Altwarmbüchen Analog verstehen, wie digital funktioniert

Wie kann man Grundschülern beibringen, wie Computer funktionieren? Der Verein "Politik zum Anfassen" aus Altwarmbüchen hat sich einen Weg überlegt - und dafür Schüler in der Sporthalle durch einen Parcours geschickt.

Voriger Artikel
Straßensanierung dauert halbes Jahr
Nächster Artikel
Rat schiebt 36 Millionen Euro-Investition an

Vom "Computerbefehlen“ geführt, schreitet Henri (10) den Parcours in der Sporthalle des Schulzentrums ab.

Quelle: Frank Walter

Altwarmbüchen. Wie ein Roboter marschiert der zehnjährige Henri den Parcours entlang. Langsam setzt er einen Fuß vor den anderen, steigt auf Kästen, lässt sich dann auf die Knie fallen und krabbelt durch einen Mattentunnel. Er balanciert die Bank entlang, greift sich den roten Ball, biegt um die Ecke, geht wieder drei Schritte vorwärts – und stutzt: „Dreh’ dich um 90 Grad nach links“, liest sein Begleiter Valentin (11) vor – dabei müsste es doch eigentlich geradeaus auf die Bank mit den Medizinbällen weitergehen. Doch Henri gehorcht und dreht sich zur Seite.

Als Valentin den Fehler in der „Programmierung“ bemerkt, greift er kurzerhand ein und dreht seinen Mitschüler wieder zurück auf Kurs. „Die Lösung funktioniert auch, aber das würde den Computer jetzt unnötig verlangsamen“, erläutert Betreuer James Randall vom Verein Politik zum Anfassen. Henri, Valentin und ihre Mitschüler der Klasse 5c der IGS Isernhagen haben wieder ein Stück mehr begriffen, wie Computer eigentlich arbeiten.

„Wir wollen die Schüler analog verstehen lassen, wie digital funktioniert“, fasst Schulleiter Jens Könecke zusammen, welches Ziel der Verein mit seinem neuen Projekt „Programmich“ verfolgt. Fünftklässler der IGS sollen dabei künftig Viertklässlern aus Isernhagen an Projekttagen an verschiedenen Stationen die Welt des Programmierens beibringen. Wenigstens im Ansatz sollten die Kinder begreifen, wie digitale Befehlsketten funktionieren, sagt Könecke, der an der IGS selbst das Konzept des Lernens mit Tablets eingeführt hat. „Schließlich besteht heute die ganze Welt aus Computern“, fügt Projektentwickler Gregor Dehmel hinzu – und da könne man mithilfe eines „menschlichen Computers“, der durch einen Parcours führe, sehr anschaulich vermitteln, wie PC, Tablets und Co. funktionierten.

Und während die einen sich noch Befehlsketten zusammenstellen, um ihre „Roboter“ durch den Parcours zu geleiten, übertragen ihre Mitschüler die neuen Kenntnisse in die virtuelle Welt: Mit Apps wie „Draw Your Own Game“ und „Scratch“ programmieren sie selbst einfache Anwendungen auf den Tablets, bauen beispielsweise virtuelle Spielarenen und fabrizieren einfache Schaltungen, bei denen auf Knopfdruck eine virtuelle Lampe leuchtet.

Von Frank Walter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6wc71buh0lkvxliaes8
Musikfestival-Premiere kommt gut an

Fotostrecke Isernhagen: Musikfestival-Premiere kommt gut an