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Soldat ist 
immer wieder als Dieb unterwegs

Isernhagen/Burgwedel Soldat ist 
immer wieder als Dieb unterwegs

Ein Stabsunteroffizier, der immer wieder bei Diebstählen erwischt wird, hat jetzt vor dem Amtsgericht Burgwedel als letzte Warnung eine Freiheitsstrafe auf Bewährung kassiert. Noch ist offen, wie die Bundeswehr als Arbeitgeber reagiert.

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Ein Soldat, der immer wieder bei Diebstählen erwischt wird, hat jetzt seine vierte Verurteilung innerhalb weniger Monate kassiert.

Quelle: Symbolbild

Isernhagen/Burgwedel. „Sie nehmen es mit dem Eigentum anderer nicht so genau. Und die Rückfallgeschwindigkeit ist enorm“: In seiner Begründung, warum er für den 30-jährigen Soldaten drei Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung samt 1000 Euro Geldbuße für angemessen halte, wurde Amtsrichter Michael Siebrecht deutlich. „Bei einer weiteren Tat müssen Sie ins Gefängnis.“ Die mitangeklagte Ehefrau verurteilte er zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen.

Siebrecht hatte das Ehepaar aus Celle erst Ende März wegen gemeinschaftlichen Diebstahls von Bettwäsche und Handtüchern zu Geldstrafen verurteilt. Doch gerade den Mann schien das nicht sonderlich beeindruckt zu haben: Im Juni und Juli kassierte er vor einem anderen Amtsgericht erneut Verurteilungen wegen Diebstahls.

Nun angeklagt war ein neuerlicher Beutezug, dieses Mal im Real-Markt in Altwarmbüchen – und erneut versteckte das Ehepaar die Waren im Kinderwagen. „Sie haben ihre Kinder instrumentalisiert“, warf der Richter den Angeklagten vor, die samt der beiden Kleinkinder im Gerichtssaal Platz genommen hatten. Dass der Ehemann als Stabsunteroffizier ausgerechnet in einer Ausbildungseinheit seinen Dienst versieht, also eine besondere Vorbildfunktion zu erfüllen hat, blieb im Prozess nur eine Randnotiz.

Bei seiner Aussage zeigte sich das junge Paar voll geständig – es war Mitte August allerdings auch auf frischer Tat erwischt worden. Als Erklärungsversuche für den Diebstahl von Nahrungsmitteln im Wert von knapp 75 Euro nannte der Soldat unvorhergesehene Ausgaben wie eine Autoreparatur und Arztrechnungen. Angesichts von 2700 Euro netto, die dem Paar monatlich zur Verfügung stehen, hielt sich das Verständnis des Richters aber in Grenzen.

Wie es beruflich für den Soldaten weitergeht, wird sich Mitte Dezember entscheiden. Dann erwarte ihn ein Disziplinarverfahren wegen des Diebstahls im Frühjahr und einer weiteren Tat bei der Bundeswehr, wie der Mann im Prozess einräumte.

Disziplinarverfahren

Wenn eine Staatsanwaltschaft einen Soldaten anklagt, muss sie die Bundeswehr als Dienstherrn darüber unterrichten – genauso, wie bei anderen sensiblen Berufen im öffentlichen Dienst, bei Notaren oder Ärzten die Standesvertretung eine Mitteilung erhält. Bei der Bundeswehr entscheiden dann die Truppendienstgerichte, in zweiter Instanz die Wehrdienstsenate am Bundesverwaltungsgericht, über disziplinarische Maßnahmen. Diese können von Ermahnungen über Gehaltskürzungen und Degradierungen bis zur Entfernung aus dem Dienst reichen.

Von Frank Walter

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