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Ehefrau schildert Martyrium

Burgwedel/Isernhagen Ehefrau schildert Martyrium

Ein Isernhagener soll seine Ehefrau vergewaltigt, mehrfach mit einem Stock verprügelt und eingesperrt haben. Vor dem Amtsgericht Burgwedel stritt der Angeklagte einen Teil der Vorwürfe ab. Ein Urteil ist noch nicht in Sicht.

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Hat ein Isernhagener seine Ehefrau vergewaltigt und mit einem Holzstock verprügelt? Das wird erst ein neuerlicher Prozess zeigen.

Quelle: Symbolbild: dpa/Peter Steffen

Burgwedel/Isernhagen. Am Ende blieb für Amtsrichter Michael Siebrecht nur eines zu tun: „Ich schicke die Akte zur Nachermittlung an die Staatsanwaltschaft. Das Verfahren wird ausgesetzt.“ Der Vertreter der Staatsanwaltschaft verabschiedete sich mit den Worten, dass er „so etwas in den 23 Jahren als Ankläger noch nicht erlebt“ habe.

Grund für beide Äußerungen war die Tatsache, dass der schwerste Vorwurf gar nicht angeklagt war. Die angebliche Vergewaltigung, von der die Frau im Gerichtssaal berichtete, hatte sie erst mit Verzögerung bei der Polizei angezeigt, als längst Anklage erhoben war. Der Vorwurf der Vergewaltigung, der im zeitlichen Zusammenhang zum übrigen Geschehen stehe, wiege aber schwerer, erläuterte der Richter. „Falls es hier zu einer Verurteilung käme, bliebe die Vergewaltigung ungesühnt“ – das Verbot der Doppelbestrafung ist ein fundamentaler Grundsatz jedes Strafprozesses.

Angeklagt war der 26-jährige Isernhagener der gefährlichen Körperverletzung und der Freiheitsberaubung. Er soll seine Frau Anfang Juni in der gemeinsamen Wohnung auf Arme, Beine, Rippen und Ohr geschlagen und sie danach samt der gemeinsamen Kinder eingesperrt haben.

Eingesperrt habe er sie keineswegs, und mit dem Holzstock habe er sich nur gegen ihren Angriff mit einem Messer verteidigen wollen, sagte der Angeklagte aus, der von häufigen Streits berichtete – „wir haben beide geschlagen“.

Die Ehefrau berichtete im Zeugenstand dagegen von einem wahren Martyrium, das sie habe erleiden müssen. Ihr Mann sei durchgedreht, weil seine Chefin ihm habe kündigen wollen. „Er hat meinen Kopf gegen die Wand gehauen, mich brutal mit dem Stock geschlagen – und die Kinder haben alles gesehen.“ Er sei mit ihr zu einer Brücke gefahren, habe sie aufgefordert zu springen, sonst werde er die Kinder töten. Zurück in der Wohnung habe er sie vergewaltigt, was sie gegenüber der Polizei zunächst aus Scham verschwiegen habe. Und dann habe er sie eingesperrt. Erst als ein aufmerksamer Passant Stunden später ihren schriftlichen Hilferuf am Fenster gesehen habe, habe die Polizei sie befreit.

Ob sich die Vorwürfe bestätigen, wird sich in einer neuen Verhandlung zeigen müssen.

Von Frank Walter

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