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Erst der Unfall und dann die Drogen?

Isernhagen Erst der Unfall und dann die Drogen?

Ist der 35-Jährige betrunken und bekifft auf der Autobahn 7 bei Altwarmbüchen auf einen Lastwagen aufgefahren? Oder hat er die Drogen erst hinterher genommen? Das ließ sich im Amtsgericht Burgwedel nicht zweifelsfrei klären.

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Drogen am Steuer? Das war dem Unfallfahrer vor dem Amtsgericht Burgwedel nicht nachzuweisen.

Quelle: Martin Lauber

Isernhagen/Burgwedel. Alkohol und Drogen am Steuer plus eine Unfallflucht: Die Anklage sprach deutliche Worte. Der 35-Jährige sollte im Juli 2015 auf der A 7 in Höhe Altwarmbüchen auf einen Lastwagen aufgefahren sein, der in Richtung Hamburg unterwegs war. "Ich habe nur kurz und leicht gebremst und dann hat es gleich geknallt", schilderte der Lastwagenfahrer den Unfall von damals. Der entstandene Schaden war eine Lapalie, waren sich auch Richter und Staatsanwältin einig – lediglich ein paar Kratzer am Stoßfänger, nicht die ersten an dem etwas älteren Sattelzug.

Keine Lapalie, so wurde jedoch schnell klar, war der Vorwurf, der Angeklagte habe sich den Schaden angeschaut und habe sich dann einfach von der Unfallstelle entfernt. "Ich habe sofort die Polizei gerufen und das Kennzeichen mitgeteilt", schilderte der Berufskraftfahrer, wie die Beamten dem Angeklagten dennoch auf die Schliche gekommen waren. Vier Stunden nach dem Unfall kam es um 20 Uhr zur Blutprobe: "0,7 Promille und eine hohe Konzentration an THC", so bilanzierte der Gutachter im Gerichtssaal das Ergebnis.

Dass der Angeklagte Alkohol getrunken und gekifft hatte, blieb unstrittig. Nur die Frage nach dem Zeitpunkt konnte nicht zweifelsfrei beantwortet werden. "Könnte es theoretisch sein, dass mein Mandant erst nach dem Unfall getrunken und dann vielleicht zur Beruhigung Cannabis geraucht hat?" fragte der Verteidiger den Gutachter. "Ausschließen lässt sich das nicht", bestätigte der Toxikologe. Dafür sei die Blutprobe einfach zu spät erfolgt, als dass sich der Konsum zeitlich einwandfrei eingrenzen ließe. Zudem fehlten Parameter über das Trink- und Rauchverhalten des Mannes.

Für eine Verurteilung reichte dieses Beweismaterial allemal nicht: Das Verfahren gegen den 35-Jährigen wurde auch auf Grund der sehr geringen Schadens eingestellt. Im Gegenzug verzichtete der Unfallfahrer, der zum Vorfall keine Angaben gemacht hatte, auf Schadensersatz. Schließlich war ihm bereits vor sieben Monaten der Führerschein vorsichtshalber entzogen worden. Das wurde noch im Gerichtssaal revidiert.

Von Carina Bahl

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