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Realschule findet keine Vertretungslehrer

Isernhagen Realschule findet keine Vertretungslehrer

Kaum eine Schule in der Region trifft der Lehrermangel härter als die Realschule Isernhagen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Fredermann spricht von einem „negativen Spitzenwert“. Vertretungslehrer sind aktuell nicht zu finden.

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Lehrermangel macht der Realschule Isernhagen zu schaffen.

Quelle: Archiv

Isernhagen. Am Stichtag der letzten Erhebung im August 2016 hatte die Unterrichtsversorgung gerade mal 83,9 Prozent betragen – gegenüber 98,9 Prozent im Landesdurchschnitt „Besorgniserregend“ findet das Fredermann, der deshalb in einer Kleinen Landtagsanfrage um Erklärungen gebeten hatte.

Die Antwort in Kurzform: Die Sicherung des Pflichtunterrichts habe hohe Priorität, aber: Dem erhöhten Lehrerbedarf – unter anderem wegen des Ausbaus von Ganztagsschulen, Inklusion und Sprachförderung – stehe eine zu geringe Zahl an Bewerbern gegenüber.

Könecke: „Abgeräumter Markt“

13,5 Vollzeitstellen sind das Soll für das Kollegium der zweizügigen Realschule Isernhagen, an der es nach der Gründung der IGS nur noch die Jahrgänge sechs bis zehn gibt. Zwei Lehrer fallen krankheitsbedingt länger aus – das sei nicht komplett abzupuffern, erklärt Schulleiter Jens Könecke. Alle seine Bemühungen um Quereinsteiger oder Ehemalige seien erfolglos geblieben. Die drei Verträge für Vertretungskräfte, die die Landesschulbehörde zur Verfügung stellte, „waren nicht zu besetzen“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage. „Fakt ist, dass wir es mit einem total abgeräumten Markt zu tun haben“, sagt Könecke.

Stimmen, wonach sich niemand bewerbe, weil die Realschule ausläuft, widerspricht er. Für nächstes Schuljahr - dann gibt es auch keinen sechsten Jahrgang mehr - erwarte die Schule eine Hinzuversetzung, die neue Kollegin freue sich. "Und wir haben dann wieder 100 Prozent Versorgung“, sagt Könecke.

Der Vorsitzenden der Elternvertretung, Berit Triebsch, fehlt noch der Glaube daran. Die Eltern der Realschüler machten sich wegen des Unterrichtsausfalls zum Beispiel in Englisch große Sorgen, dass die Lücken im Stoff immer größer werden. Die vier Sollstunden pro Woche könnten nicht in allen Fällen erteilt werden, räumt Könecke ein. „Das nächste Katastrophenloch gibt es bei Biologie und Chemie“, ergänzt Triebsch.

IGS unterstützt „enorm“

Nach ihrer Aussage wird den Kindern empfohlen, den Stoff aus ausgefallenen Stunden zu Hause nachzuholen. Doch viele Eltern seien nicht in der Lage, ihre Kinder dabei adäquat zu unterstützen. „Das bedeutet, dass die Klassenarbeiten schlechter ausfallen.“

Könecke zufolge geht der Unterrichtsausfall – laut Landesregierung werden von 390 Pflichtstunden nur 348 wirklich erteilt – zuerst zulasten der AGs, auch die Sprachlernklassen seien betroffen. Dass Springer von der IGS eine „enorme Unterstützung“ darstellen, darüber sind Schulleiter und Elternsprecherin sich einig. Fredermanns Fazit: „Die Maßnahmen der Landesregierung, das Lehrerkollegium an der Realschule aufzustocken, sind mehr als unmotiviert.“ Zudem müssten bereits im Studium neue Anreize für Grund-, Haupt-, Real- und Oberschullehrer geschaffen werden, um diesen Berufszweig attraktiver zu machen.

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